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Das Waschhaus in der Einschornsteinsiedlung


18.4.2007 Münster: "Ohne Geschichte keine Zukunft: Erinnerungskultur und die Rolle der historischen Wissenschaften"

Die CDU-Landtagsfraktion NRW hatte am 18.04.2007 zu einem Werkstattgespräch mit hochkarätigen Referenten geladen.
Der Bürgerverein-Neudorf war vertreten durch G. Kuske und L. Wischmeyer. Aufgrund der Fülle der Vorträge kann hier nur ein kurzer Auszug aus den Reden und Diskussionen wiedergegeben werden.

Prof. Dr. T. Sternberg MdL, Sprecher des Arbeitskreises Kultur der CDU
Im Jahr der Geisteswissenschaften will die CDU -Landtagsfraktion ihr Augenmerk auf die Bedeutung der Erinnerungskultur für das politische Handeln richten. Kulturelles Gedächtnis ist kein nebensächliches Politikfeld. Ohne reflektierte Vergangenheit kann Zukunft nicht gestaltet werden. Wir in Deutschland wissen das besonders. Neben dem Sammeln und Archivieren muss wissenschaftlich aufgearbeitet und bewertet werden. Dies leisten die historischen Wissenschaften an unseren Hochschulen. Ihre Stellen an den Hochschulen gilt es zu sichern und zu fördern.

Prof. Dr. Dr. h.c. Herrman Lübbe, em. Prof. Uni Zürich
Prof. Lübbe konnte anhand einiger Statistiken nachweisen, dass das Interesse in der Bevölkerung - was die Vergangenheit und damit auch die Geschichte betrifft - immens groß ist.
Die Zahl aller Museumsbesucher in einem Jahr in Europa ist etwa so groß wie die Gesamteinwohnerzahl. In Deutschland sind es jährlich ca. 100 Millionen!
12 % aller bis 1950 erbauten Gebäude stehen unter Denkmalschutz.
Warum wenden wir uns so stark der Vergangenheit zu? In einem sich dramatisch veränderndem Umfeld erinnert man sich gern an den alten Kirchturm oder das schöne Patrizierhaus.
Der Bergbau schrumpft, das Bergbaumuseum expandiert.

Prof. Dr. P. Funke, Seminar für alte Geschichte, Uni Münster
Herr Prof. Funke sieht eine große Gefahr für den Vortbestand der historischen Forschung und der alten Geschichte. Studenten verlassen Deutschland .Die Vermittlung an den Universitäten werden gekürzt. Auf vielen Ebenen erstickt man in Formalismus. Die nachhaltige Sicherung ist gefährdet.

Prof. Dr. H. Wolf, Seminar für Mittlere und Neuere Kirchengeschichte, Uni Münster
Was bringen Geisteswissenschaften? Die Welt braucht Ingenieure, die bringen ganz schell etwas. Der Mensch braucht Liebe, Zuneigung, Wissen etc. Die Geisteswissenschaften haben 96 Fächer und erhalten in der Forschung nicht wehr den nötigen Stellenwert.

Prof.Dr. W. Reininghaus, Präsident des Landesarchivs, NRW
Alle Dokumente die das kulturelle, politische und ökonomische Leben unserer Gesellschaft betreffen, müssen gesammelt und archiviert werden, sei es in schriftlicher, bildlicher, auditiver, digitaler, analoger oder multimedialer Art. Eine Archivierung z.B. in Google würde einen dreistelligen Mrd.-Betrag ausmachen.

H.-H. Grosse-Brockhoff, Staatssekretär für Kultur des Landes NRW
Es hat sich als nachteilig herausgestellt, dass Wissenschaft, Kultur und Kunst heutzutage weder im Bund, noch in den Ländern oder in den Städten zusammengefasst sind.
Wir müssen einen neuen Stellenwert für die kulturelle Bildung unserer Kinder festlegen. Eltern müssen ihren Kindern Wurzeln und Flügel mitgeben .Bei den Wurzeln kommen viele Kinder zu kurz. Beim Kirchenbesuch einer Schulklasse: Wer hängt denn da?
Auch neue Fragen tauchen auf. Was machen wir mit unseren geschlossenen Kirchen? Was machen wir mit deren Fenstern? Die Landesregierung ist sich der großen Aufgaben bewusst und wird sich engagiert einsetzen. All die unbeantworteten Fragen und die daraus entstehenden Aufgaben werden in vielen Gremien und Runden getragen und angepackt.

Lothar Wischmeyer, Bürgerverein Neudorf
Waschhaus Duisburg-Neudorf: Stadthaus-Projekt kann realisiert werden Die Denkmalschutzbehörde hat jetzt dem Abriss des alten Waschhauses zugestimmt. Einige Veränderungen zur ursprünglichen Planung vom November 206 wird es aber geben müssen, so bei den Farben. mehr.../Pläne
Ein ehemaliger Neudorfer wird einen zentralen Bereich Neudorfs verändern: Guido Pfaffenhausen wird das langjährige Neudorf-Süd belastende Thema Waschhaus beenden. "Ich bin Neudorfer, hier zur Schule gegangen und hatte nur in den letzten Jahren mein Büro im Osten der Bundesrepublik", meinte der Architekt, der nun auch ein Büro in Serm hat. "Ich will das Projekt Waschhaus in 2007 starten und dann auch mein Büro in die Einschornsteinsiedlung verlegen", ergänzte der Architekt im November 2006. Nach den intensiven Gesprächen mit der Denkmalbehörde, dem Bezirksamt Mitte und anderen Institutionen wurden die wichtigsten Weichen gestellt. In den letzten Jahrzehnten gab es viele Bemühungen, für das seit 1969 nicht mehr genutzte Waschhaus in der Einschornsteinsielung eine neue sinnvolle und wirtschaftliche Nutzung zu finden. Nachdem auch die Vorstellungen des Bürgervereins Neudorf mit einem Bürgerhaus nicht realisiert werden konnten, hat eine interfraktionelle Arbeitsgruppe des Bezirks Mitte verschiedene Lösungsmöglichkeiten sondiert und viele Gespräche mit dem Eigentümer und möglichen Investoren geführt.

Die Mühe hat sich gelohnt! Nach über 35 Jahren hat die Bezirksvertretung Mitte endlich Beschlüsse zur künftigen Nutzung des "Waschhauses" gefasst. Es wurden zwei Bauvoranfragen zur Errichtung von neun Reihenwohnhäusern und zehn Stellplätzen einstimmig genehmigt. Das alte Waschhaus soll abgerissen werden, um die neue familiengerechte Wohnbebauung im Bauhausstil zu ermöglichen. Am 16. November passierte die Bauanfrage mit zwei Variationsmöglichkeiten - die Entscheidung, welche der Investor letztendlich trifft, überließen die Politiker dem Investor - die politische Ebene der Bezirksvertretung mit einstimmigem Votum.



Duisburg , 23. November 2006 - Ein ehemaliger Neudorfer wird einen zentralen Bereich Neudorfs verändern: Guido Pfaffenhausen (Foto) wird das langjährige Neudorf Süd belastende Thema Waschhaus beenden. "Ich bin Neudorfer, hier zur Schule gegangen und hatte nur in den letzten Jahren mein Büro im Osten der Bundesrepublik", meinte der Architekt, der nun auch ein Büro in Serm hat. "Ich will das Projekt Waschhaus in 2007 starten und dann auch mein Büro in die Einschornsteinsiedlung verlegen", ergänzte er. Nach den intensiven Gesprächen mit der Denkmalbehörde, dem Bezirksamt Mitte und anderen Institutionen wurden die wichtigsten Weichen gestellt.

In den letzten Jahrzehnten gab es viele Bemühungen, für das seit 1969 nicht mehr genutzte Waschhaus in der Einschornsteinsielung eine neue sinnvolle und wirtschaftliche Nutzung zu finden. Nachdem auch die Vorstellungen des Bürgervereins Neudorf mit einem Bürgerhaus nicht realisiert werden konnten, hat eine interfraktionelle Arbeitsgruppe des Bezirks Mitte verschiedene Lösungsmöglichkeiten sondiert und viele Gespräche mit dem Eigentümer und möglichen Investoren geführt.

Die Mühe hat sich gelohnt! Nach über 35 Jahren hat die Bezirksvertretung Mitte endlich Beschlüsse zur künftigen Nutzung des "Waschhauses" gefasst. Es wurden zwei Bauvoranfragen zur Errichtung von neun Reihenwohnhäusern und zehn Stellplätzen einstimmig genehmigt. Das alte Waschhaus soll abgerissen werden, um die neue familiengerechte Wohnbebauung im Bauhausstil zu ermöglichen.

Am 16. November passierte die Bauanfrage mit zwei Variationsmöglichkeiten - die Entscheidung, welche der Investor letztendlich trifft, überließen die Politiker dem Investor - die politische Ebene der Bezirksvertretung mit einstimmigem Votum.

Der Bürgerverein stellt hierzu klar, dass er es seit 2003 von der oberen wie unteren Denkmalbehörde schriftlich  vorliegen hatte: Das Waschhaus ist und bleibt ein Denkmal, die festgestellten Schäden (2005) sind nicht so gravierend, dass ein Abriss ansteht.

Dies war die gesetzliche Vorgabe. Bei der Umsetzung des Bürgervereins-Konzeptes in ein Bürgerhaus waren drei weitere Dinge ausschlaggebend: Zum einen war es den möglichen Investoren zu ungewiss, wie hoch der Sanierungsbedarf tatsächlich ausfallen würden. Weiterhin sorgten die Dacheinstürze der Hallen in Bad Reichenhall, Warschau und Moskau Ende 2005 für Verunsicherung und konkrete Forderungen nach gutachterlichen Haftungsausschluss. Hinzu kam, dass die von der Bürgerstiftung Duisburg zunächst angedachte Unterstützung nicht umgesetzt wurde und der Eigentümer blackstone group die Höhe der vom Ministerium aufgezeigten Gesamtsanierung ignorierte.
Wenn nun die Denkmalbehörde eine andere Politik favorisiert, nimmt das der Bürgerverein zur Kenntnis. Das grundsätzliche Interesse des Bürgervereins zum Waschhaus lag einzig und allein darin, das sich der jetzige Zustand ändert. Und das scheint jetzt der Fall, was im Sinne der Bewohner der Einschornsteinsiedlung unbedingt zu begrüßen ist.  

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