Das Waschhaus in der Einschornsteinsiedlung
Worum geht es?
-
um den Erhalt eines in Deutschland einzigartigen Denkmalobjektes
-
um urbanes Leben im zentralen Bereich einer gesamten Siedlung in der die
Menschen in einem Denkmal leben
-
um den Erhalt des besonderen Schutzes der gesamten Siedlung durch
Denkmalwürdigkeit
(Abriss des Waschhauses kann dazu führen - so die Denkmalbehörden - , dass der
gesamte Denkmalschutz der Siedlung fällt)
-
um Schaffung von Arbeitsplätzen
Am Freitag, den 19. August 2005 hatte es auf Initiative des Bürgervereins
einen runden Tisch bei Oderbürgermeister Adolf Sauerland mit Experten sowie
dem Bezirksvorsteher Mitte gegeben.
Ergebnis: Der Oberbürgermeister sicherte eine Unterstützung bei der
Antragstellung von Fördermitteln zur Sanierung bzw. dem langfristigen Erhalt
des vom Gesetz her geschützten Objektes zu.
So könnte das zentrale Denkmalobjekt aussehen...


Nutzungskonzept – Betrieb –
Finanzierung durch:
Waschhaus-Betreiber-Gesellschaft
1.
Nutzungskonzept
Mischnutzungskonzept (Kulturell, gemeinnützig und ideell,
wirtschaftlich)
Kulturell, Ideell: Kulturcafe Waschhaus
-
Bürgerbüro
-
Seniorentreffs
mit Vorlesungen (Heimatkunde und mehr)
-
Puppentheater
für Kinder
-
Einrichtung
eines Neudorfer Heimatstudios
(Chroniken, Bücher, Bildmaterial, Sammlungen usw.)
-
Kongresse,
Bürgerversammlungen, Hearings unter Miteinbeziehung der Universität
-
Bürgerball,
Tanztees für Jugendliche
-
Trainingszentrum Trampolin-Bundesligaturner von TuRa 88 Duisburg
-
Kooperation mit
Landessportbund
(bietet Kurse für Senioren und Jugendliche an)
-
Kletterwand
2.
Betrieb
durch Betreibergesellschaft mbH
Wabe – Waschhaus-Betreiber-Gesellschaft mbH
Bestehend aus: … Gesellschaftern
davon … Gesellschaftsanteile Bürgerverein und …
3.
Finanzierung
3.1 Fördermittel -
(startklar, Bauministerium, Stadt?)
3.2 Stiftung Deutscher
Denkmalschutz - …
3.3 Eigenkapital –
begleitende Finanzmittel durch Ex-Eigentümer in Höhe von Summe X
3.4 Vermieten und Verpachten
Wirtschaftliche Nutzung
Vermietung:
Krankengymnastik, Massagen. Logopädie
Kanzlei oder Architekturbüro, Künstlerstudio
Verpachtung:
Cafe, Bedarfsgastronomie
Waschhaus-Nutzungskonzept
des Bürgervereins Duisburg-Neudorf e. V.
Das Konzept beinhaltet drei Bereiche:
¨
Bürgerzentrum mit Veranstaltungscharakter
¨
Jugendtreff mit kultureller und sportlicher Nutzung
(Bundesliga-Trampolinturner TuRa 88 Duisburg, Kletterwand usw.)
¨
gewerbliche Nutzung in den Bereichen Gastronomie und Gesundheit
Bürgerzentrum
Ø
Der in Hochparterre gelegene große ehemalige Waschsaal eignet sich
von Art und Größe her vorzüglich als Veranstaltungsort für Bürger, Vereine,
Institutionen und Unternehmen. Die Architektur des Saales mit der hohen Decke
und den dreiseitig umlaufenden großen Fenstern erinnert an den Kölner Gürzenich
und besitzt einen ganz besonderen Charme. Ein Veranstaltungsort dieser Art ist
in Duisburgs Mitte einzigartig.
Kulturelle und sportliche Nutzung für die Jugend
Die
Kellerräume könnten als spezieller Jugendtreff mit eigenen Veranstaltungen unter
Miteinbeziehung des großen Saales dienen.
Ø
Die Einrichtung eines Trainingszentrums für die
Bundesliga-Trampolinturner von TuRa 88 ist denkbar. Ebenso ein Kletterzentrum
für Jugendliche.
Ø
Ein wöchentlicher Jugend-Tanztee mit einer heimischen Tanzschule
wäre denkbar.
Gewerbliche Nutzung
Ø
Der in Hochparterre gelegene großzügig gehaltene Vorraum zum
Veranstaltungssaal könnte für ein gastronomisches Angebot (Konzessionsfähige
Herstellung für Cafe, Bedarfsgastronomie) und als Foyer hergerichtet werden.
Ø
Im Keller wäre die Einrichtung eines Gesundheitszentrums (Massagen,
Krankengymnastik, Gesundheitstraining, Tagesklinik o. ä.) denkbar.
Ø
Im Obergeschoss wäre die Vermietung an Architekturbüro oder eine
Agentur denkbar
Einnahmen
1.
Gewerbliche Nutzung
2.
Gemeinnützige Organisationen, Vereine, Institutionen
1.1.
Einnahmen durch Vermietung durch geeignete Gesamtfläche gemäß Plan ca. 700 qm
1.2. Einnahmen Veranstaltungen Saal
2. Vermietung, Pacht gemeinnütziger Organisationen/Institutionen
Wachhaus-Wohnumfeld
Zukunftsperspektive der Einschornsteinsiedlung und
Neudorf generell
Eine der
auffälligsten Siedlungen Neudorfs ist eindeutig die Einschornsteinsiedlung.
Diese Siedlung gehört zu den herausragenden Siedlungen der 1920-er Jahre im
Ruhrgebiet. Die Siedlung kann dem Architekturbegriff „Klassische Moderne“
zugeordnet werden. Ab 1928 entstand in
Duisburg-Neudorf die Einschornsteinsiedlung.
In den ab 1928 vom „Gemeinnützigen Bauverein Essen“ und den
Architekten J. Kramer und W. Kremer in zwei- und dreigeschossiger Bauweise
errichteten 441 Wohneinheiten (434 noch vorhanden) war das ehemalige Waschhaus
der Siedlungsmittelpunkt für die Bürger schlechthin, erinnern sich nicht wenige
der älteren Neudorfer Bürger nur zu gern.
Die Siedlung
umfasst dabei rechtwinklige und zeilenförmige Geschossbauten und Reihenhäuser.
Das grundsätzliche Bebauungsmuster der einzelnen Blöcke besteht dabei aus
Geschossbauten an den Langseiten und Reihenhäusern an den Schmalseiten. Hinter
den Reihenhäusern liegen hausbreite Streifen als Privatgärten, so dass die
Blöcke an den Ecken offen sind; im Blockinneren zwischen den Geschossbauten
liegt jeweils eine Gemeinschaftsfläche, die wie die gesamte Siedlung von dem
prominenten Garten-Architekten Leberecht Migge gartenkünstlerisch gestaltet
wurde.
Waschhaus
das Siedlungs-Zentralgebäude
Den
architektonischen Mittelpunkt der Siedlung bildete das Zentralgebäude an der
Mündung der Gabrielstraße auf die Richard-Wagner-Straße. Das Waschhaus vereint
verschiedene Funktionen, die es auch zum gesellschaftlichen Zentrum der Siedlung
machen sollten. Hier wurden die Gemeinschaftswäscherei, der Kinderhort, der
Versammlungsraum mit Bühne, eine Wirtschaft und vor allem die zentrale Heizungs-
und Warmwasseranlage gebündelt. Der markante Schornstein der Heizanlage gab der
Siedlung den Namen ‚Ein Schornstein’, der auf den Komfort einer Zentralheizung
statt der noch vielfach üblichen Einzelbrandöfen verwies. Die
Gemeinschaftswäscherei wurde von den Architekten auch als ökonomische Begründung
für die Flachdächer herangezogen, da die üblicherweise den Wohnungseinheiten
zugeordneten Trockenräume nun entbehrlich wurden.
Durch
die Trennung von Wohnfunktionen und Sonderfunktionen sollten Impulse für eine
funktionierende Siedlungsgemeinschaft gesetzt werden.
Das Gebäude besteht zum
Erbauungszeitraum aus einem doppelgeschosshohen Riegel an der
Richard-Dehmel-Straße mit dem hohen Waschhaus (statt des Zentralbades waren
nunmehr Abstellräume im über einen umlaufenden Graben belichteten
Kellergeschoss). Ein dreigeschossiger Querriegel mit dem Kinderhort im
Erdgeschoss und dem Saal im Obergeschoss schließt mittig im rückwärtigen Teil
dieses Längsriegels an, so dass zur Ecke Gabrielstraße und Richard-Wagner-Straße
ein L-förmig gefasster, großer Vorplatz entsteht. Der Zugang zum Saal erfolgt
über ein großzügiges Treppenhaus an der Richard-Wagner-Straße. Im weiteren
Verlauf der Richard-Wagner-Straße schließt ein zweigeschossiger Riegel an; im
Erdgeschoss lag hier die Gastwirtschaft, im Obergeschoss die Wohnung des Wirts
und eine Küche mit Anrichte, von der aus Saal und Wirtschaft gleichermaßen
bedient werden konnten.
Der Platz zur Ecke
Gabrielstraße und Richard-Wagner-Straße ist dabei nicht als öffentliche
Freifläche gestaltet, sondern von einer halbhohen Mauer umgeben (mit einem
markanten Trafohäuschen an der Kreuzung). Das Erdreich ist bis an die Oberkante
dieser Mauer angeschüttet, so dass ein erhöhtes Plateau als Spielfläche des
Kinderhorts entstand. [Bauaktenkammer Stadt Duisburg, Bauakten
Richard-Wagner-Straße 59 - 61]
Farbigkeit der Siedlung und
des Waschhauses
Die Bauten der Einschornsteinsiedlung gehörten nicht – auch
wenn die Luftbilder und Schwarz-Weiß-Aufnahmen der Zeit dies suggerieren – zu
der sog. Weißen Moderne, sondern waren farbig gefasst. Vergleichbare farbige
Behandlungen sind etwa von der Siedlung ‚Onkel Toms Hütte’ in Berlin-Zehlendorf
und Siedlungen von Johannes Goederitz und Bruno Taut in Magdeburg bekannt; sie
waren allerdings nach 1945 vielfach vergessen. So entzündete sich eine frühe,
aufschlussreiche Debatte um den Denkmalwert der Siedlung an der Neufassung der
Fassaden im Rahmen von Sanierungsmaßnahmen der 1970er Jahre. Der
zeitgenössischen Bauforschung zufolge war die Farbigkeit der Fassaden nach den
Himmelsrichtungen differenziert: Nordost gelb, Südwest rot, Nordwest + Südost
blau. Dies bestätigen jüngere und jüngste Befunde. [Bauaktenkammer Stadt
Duisburg, Bauakten Kreutzerstraße Versch. und Richard-Dehmel-Straße 1-4]
Die Siedlung konnte im Sinne für die Erhaltung und
Nutzung
·
wissenschaftliche
Gründe
·
künstlerische Gründe
·
städtebauliche Gründe
für die
Denkmalwürdigung nach dem Gesetz nachweisen.
Sozialstruktur
Die ersten Bewohner der Einschornsteinsiedlung entstammten
vor allem der bürgerlichen Mittelschicht. Die Wohnungsbaugesellschaft hatte in
der Richard-Wagner-Straße 108 ein Musterhaus eingerichtet – ein Indiz für das
zeitgenössische Interesse, aber auch das Werben um anspruchsvollere Mieter (im
Kontrast zum Arbeiterwohnungsbau der Werkswohnungsbaugesellschaften). So waren
die Berufsangaben der Mieter in den Geschossbauten der Uthmannstraße
Reichsbankinspektor, Architekt, Ingenieur, Hauptwachmeister, Sänger,
Buchhändler, Apotheker und Polier, in denen der Silcherstraße Maschinist,
Stadtsekretär, Orchestermitglied, Kaufmann, Gewerbeoberlehrerin, Opernsänger und
Dekorateur. [Einwohnerbuch der Stadt Duisburg 1930] Der bürgerliche Charakter
hat sich dabei bis heute erhalten, vor allem im Bezug auf die Reihenhäuser.
Die Chronologie der
Eigentumsveränderungen in der Siedlung
In der
denkmalgeschützten Wohnanlage in der Einschornsteinsiedlung in Duisburg-Neudorf
teilen sich drei Unternehmen die Liegenschaften in der Bauhaus-Siedlung auf
Nachdem
in den 1990er-Jahren der Bundesanstalt für Angestellte (BfA) per
Gerichtsurteil artfremde wirtschaftliche Betätigungen sozusagen untersagt
wurden, begann der Verkauf. So wurden die Volksfürsorge, die Essener
Wohnungsgesellschaft Gagfah und die Bremischen Gesellschaft für Stadterneuerung
mbH neue Eigentümer.
Im Juli
2004 hat die amerikanische Fondsgesellschaft Fortress die
Wohnungsgesellschaft Gagfah mit annähernd 82.000 Wohneinheiten im gesamten
Bundesgebiet (ehemaliger Eigentümer die Bundesversicherungsanstalt für
Angestellte BfA Berlin) vom Bund für 2,13 Milliarden Euro plus
Verbindlichkeiten in Höhe von rund einer Million Euro übernommen. Darunter auch
rund 1.000 Wohneinheiten im gesamten Stadtgebiet Duisburg. Dies betrifft auch
den Neudorfer Norden, aber auch Wohneinheiten in Neudorf-Süd in der
Einschornsteinsiedlung mit 89 Wohneinheiten nebst einigen Ladenlokalen.
Den
betroffenen Bürgern bot der Bürgerverein im Sommer 2004 eine
Informationsveranstaltung mit dem Geschäftsführer der Fortress Deutschland
Matthias Moser.
Die 191
Wohnungen (inklusive Waschhaus) der Bremischen Gesellschaft für
Stadterneuerung mbH in der Siedlung mit einer Gesamtwohnfläche von 12.875
qm, in einem über 20.300 qm großen Gartengrundstück sind aufgeteilt in 41
Mehrfamilienhäuser im Bauhausstil mit Zwei- bis Vierzimmerwohnungen. Die
Wohnungen haben bei einer Größe zwischen 43 und 75 qm alle eine Loggia.
Nachdem
zunächst der Verkauf der Liegenschaften an einen sehr interessierten Kölner
Architekten im Frühjahr 2004 an der Finanzierung scheiterte, kam der vorherige
Mitbieter aus Köln, die Vivacon AG mit 6,2 Mio. Euro zum Zuge.
Ein
Gremiumsvorbehalt sorgte im Oktober 2004 aber für den Rückzug der Vivacon vom
Kauf. Auch hierzu gab es im September 2004 eine Bürgerversammlung mit
Vertretern der Vivacon.
Danach
versuchte die Bremerischen Gesellschaft für Stadterneuerung neue Käufer zu
finden. Ein Interessent war auch die schon in der Einschornsteinsiedlung aktiv
gewordene IWG – siehe unten - die aber auf keinen Fall den Kernbereich mit dem
Waschhaus übernehmen wollte.
Ende
Dezember 2004 kaufte die amerikanische US-Investmentfonds Blackstone (Private-Equity-Gesellschaft
auch die der Bremischen Gesellschaft für Stadterneuerung mbH sowie Beamten- und
die Gladbau GmbH mit insgesamt 31 000Wohneinheiten.
Zukunft Neudorfs und der Siedlung
Nach der
ersten Phase der Eigentumsveränderungen begann im Jahr 2004 die Sanierung der
einzelnen Objekte, wobei unter Eibeziehung der Denkmalbehörde bei den
ehemaligen Liegenschaften der Volksfürsorge durch den Investor Intergrund
Stuttgart sogar Balkone angebaut wurden. Teile der Liegenschaften – vornehmlich
Reihehäuser – wurden verkauft bzw. in Eigentum umgewandelt.
Die
Gagfah begann schon in der Phase des Erwerbs der Fortress Deutschland im Jahre
2004 und 2005 mit der Sanierung. Dies steht nun beim dritten Investor, der
blackstone group, mit den Liegenschaften der Bremischen Wohnungsgesellschaft
aktuell an, wobei aber nicht an den Anbau von Balkonen gedacht wird.
Die
Eigentumsveränderungen führten zum Teil zu Abwanderungen, allerdings gab es seit
2004 auch erstmals verstärkt Zuwanderung von jungen Familien. Dieser Trend
scheint anzuhalten. Grundsätzlich gilt, dass Neudorf analog zur von der Stadt
Duisburg in Auftrag gegebene GfK-Studie als gute Wohnlage eingestuft wird. Dies
gilt auch für diese Siedlung.
Positive Signale
Der gute
Wohnumfeldbereich mit einer intakten Infrastruktur, der herausgehobenen Lage zum
Erholungs- und Grüngürtel der Stadt (Stadtwald im direkten östlichen Nahbereich,
Sportpark mit 56 ha im westlichen Bereich der Siedlung. Ärztliche Versorgung,
alle Arten von Schulen, ein reichhaltiges kirchliches Gemeindeangebot mit guter
Verkehrsinfrastruktur (Hauptbahnhof mit S-Bahn-Anschluss zu Flughafen
Düsseldorf Stadtbahnanbindung, Buslinien) runden das Bild positiv ab.
Die
besondere Grünlage und die großzügige Straßenführung mit Alleecharakter sowie
die im direkten Umfeld angrenzenden Quartiere mit ehemaligen Beamtensiedlungen,
die unmittelbare Nähe zu Grundschulen und Kindergärten werden zunehmend für
junge Familien interessant.
Der
Familienhilfsdienst der Caritas in Neudorf konnte für das letzte Jahr eine
Zunahme an Schwangerschaftsberatung für Neudorf in doppelter Höhe als im Jahr
zuvor registrieren. Dies ist besonders mit Blick auf die bisherige demografische
Entwicklung in Neudorf und in der Siedlung von Bedeutung.
In den
1960-er Jahren war es fast unmöglich, eine Wohnung in der Siedlung zu bekommen.
Die Kinder, die in der Siedlung aufwuchsen, siedelten zwangsläufig woanders. Um
die Jahrtausendwende gab es nach Sterbefällen der Alteingesessenen und der in
Duisburg anhaltend hohen Arbeitslosigkeit Leerstände – auch wegen der nun
angesagten Sanierungsbedürftigkeit und einem veränderten Anspruchsdenken an die
Wohnungen (Größere, familienfreundlicher Zuschnitt oder fehlende altersgerechte
Ausrichtung.
Die Sanierung des
Waschhauses in der Einschornsteinsiedlung läuft an
Duisburg/Mönchengladbach, 12. Mai 2005 -
Vor einigen Tagen
erhielt der Bürgerverein Duisburg-Neudorf Post. In einem Brief des
Geschäftsführers der Bremischen Wohnungsgesellschaft nach Auftrag des neuen
Eigentümers blackstone group wurde dem Bürgerverein die Immobilie rund um das
denkmalgeschützte Objekt Waschhaus als Spende angeboten.
Eine konkrete Verhandlung der Bürgervereins-Vertreter am Mittwoch, den 11. Mai
2005 in Mönchengladbach mit den Geschäftsführern der Bremischen
Wohnungsgesellschaft Herrn Horst Marschner sowie dem ebenfalls von der
blackstone group erworbenen Mönchengladbacher Unternehmen Gladbau (sanierungsausführende
Gesellschaft) Herrn Willi Lehnen ergab, dass schon ab Juni 2005 die Sanierung
der Wohneinheiten der Bremischen Wohnungsgesellschaft in der
Einschornsteinsiedlung aber auch die des Waschhauses beginnen soll. Von der
blackstone group wurde eine finanzielle „Begleitung“ in der Phase der
Wiederbelebung des Objekts angekündigt.
Zunächst einmal werden
alle notwendigen Baumaßnahmen zur Bestandssicherung des Objektes Waschhaus
vorgenommen (Dach), anschließend die komplette Sanierung mit einem derzeit
geschätzten Volumen von 700 000 bis 900 000 Euro.
Welcher Nutzung das
Waschhaus nach der Sanierung zugeführt werden kann, wird mit den Bürgern, den
Politiker und der Verwaltung, aber auch mit Städtebauförderungs-Institutionen
erarbeitet. Erste Gespräche gab es schon Anfang 2004 mit dem Bauministerium
Vesper, in den letzten Tagen aber auch mit anderen Einrichtungen.
Der Bürgerverein möchte dieses doch aufwändige Projekt mit einem starken Partner
angehen.
Eigentumsverhältnisse in der
Einschornsteinsiedlung endgültig geklärt Bürgerverein mit neuen Eigentümern in
Kontakt
US-Investoren haben das Sagen
Eine Dokumentation durch den Bürgerverein
Duisburg-Neudorf, 26. März 2005 - In den ab
1928 vom „Gemeinnützigen Bauverein Essen“ und den Architekten J. Kramer und W.
Kremer in zwei- und dreigeschossiger Bauweise errichteten 441 Wohneinheiten (434
noch vorhanden) sind die Eigentumsverhältnisse endgültig geklärt.
In der denkmalgeschützten Wohnanlage in der
Einschornsteinsiedlung in Duisburg-Neudorf teilen sich drei Unternehmen die
Liegenschaften in der Bauhaus-Siedlung auf.
Die Chronologie der Eigentumsveränderungen
Nachdem in den 1990er Jahren der Bundesanstalt für
Angestellte (BfA) per Gerichtsturteil artfremde wirtschaftliche Betätigungen
sozusagen untersagt wurden, begann der Verkauf. So wurden die Volksfürsorge, die
Essener Wohnungsgesellschaft Gagfah und die Bremischen Gesellschaft für
Stadterneuerung mbH neue Eigentümer.
Im Juli 2004 hat die amerikanische
Fondsgesellschaft Fortress die Wohnungsgesellschaft Gagfah mit annähernd
82.000 Wohneinheiten im gesamten Bundesgebiet (ehemaliger Eigentümer die
Bundesversicherungsanstalt für Angestellte BfA Berlin) vom Bund für 2,13
Milliarden Euro plus Verbindlichkeiten in Höhe von rund einer Million Euro
übernommen. Darunter auch rund 1.000 Wohneinheiten im gesamten Stadtgebiet
Duisburg. Dies betrifft auch den Neudorfer Norden, aber auch Wohneinheiten in
Neudorf-Süd in der Einschornsteinsiedlung mit 89 Wohneinheiten nebst einigen
Ladenlokalen.
Den betroffenen Bürgern bot der Bürgerverein im Sommer 2004
eine Informationsveranstaltung mit dem Geschäftsführer der Fortress Deutschland
Matthias Moser.
Die 191 Wohnungen (inklusive Waschhaus) der Bremischen
Gesellschaft für Stadterneuerung mbH in der Siedlung mit einer
Gesamtwohnfläche von 12.875 qm, in einem über 20.300 qm großen Gartengrundstück
sind aufgeteilt in 41 Mehrfamilienhäuser im Bauhausstil mit Zwei- bis
Vierzimmerwohnungen. Die Wohnungen haben bei einer Größe zwischen 43 und 75 qm
alle eine Loggia.
Nachdem zunächst der Verkauf der Liegenschaften an einen
sehr interessierten Kölner Architekten im Frühjahr 2004 an der Finanzierung
scheiterte, kam der vorherige Mitbieter aus Köln, die Vivacon AG mit 6,2 Mio.
Euro zum Zuge.
Ein Gremiumvorbehalt sorgte im Oktober 2004 aber für den
Rückzug der Vivacon vom Kauf. Auch hierzu gab es im September 2004 eine
Bürgerversammlung mit Vertretern der Vivacon.
Danach versuchte die Bremerischen Gesellschaft für
Stadterneuerung neue Käufer zu finden. Ein Interessent war auch die schon in der
Einschornsteinsiedlung aktiv gewordene IWG – siehe unten - die aber auf keinen
Fall den Kernbereich mit dem Waschhaus übernehmen wollte.
Am 23. Dezember 2004 kaufte die amerikanische
US-Investmentfonds Blackstone (Private-Equity-Gesellschaft, US-Börsengang
mit dem für 3,1 Milliarden Euro erworbenen Chemiekonzern Celanese Corp,
Hauptsitz Deutschlands im Taunus, gehörte vormals zum zerschlagenen
Höchst-Konzern) auch die der Bremischen Gesellschaft für Stadterneuerung mbH.
Für den an der New Yorker Park Avenue und vielen anderen
Metropolen der Welt tätigen US-Finanzinvestor steuert Frank Forster aus London
nun die Geschicke der Bremischen Gesellschaft für Stadterneuerung mbH und
insgesamt erworbenen 31.000 Liegenschaften.
Mit ihm und weiteren Geschäftsführern von der Bremischen,
der Beamtenbau und der Gladbau traf sich der Bürgerverein in Mönchengladbach, um
die Zukunft der Einschornsteinsiedlung und des Waschhauses zu erörtern.
Eindeutige Aussage des
US-Investors
„Unsere Unternehmens-Philosophie lautet,
sanierungsbedürftige Fälle wie in der Einschornsteinsiedlung nicht durch Verkauf
zu regeln, sondern selbst in die Hand zu nehmen. Dabei spielt die Kapitalfrage
die untergeordnete Rolle, zunächst muss das in Angriff genommen werden, was
notwendig ist. Und das trifft nach genauer Analyse auch auf das Waschhaus zu“,
erklärte Frank Forster, ein Absolvent der European Business School in
Oestrich-Winkel unmissverständlich.
Heißt im Klartext: Es werden keine Wohneinheiten oder
Ladenlokale der Bremischen Gesellschaft verkauft, sondern umgehend saniert. Nach
eingehender Prüfung des Zustandes des Waschhauses anhand einer aktuell
vorgenommenen Untersuchung der Duisburger Denkmalbehörde zum Zustand des
Waschhauses wird dann gemeinsam mit dem Bürgerverein und den zuständigen
Behörden sowie dem Düsseldorfer Bauministerium ein tragfähiges Konzept –
eventuell auf dem des Bürgervereins aufsetzend - zum Erhalt des
denkmalgeschützten Objektes gesucht.
Im Jahr 2003 sagte der Geschäftsführer der Bremischen
Wohnungsgesellschaft Maschner: "Da wir im gesamten Bereich der
Einschornsteinsiedlung mit der für uns tätigen Verwaltungsgesellschaft Gagfah in
Essen in unseren rund 190 Wohneinheiten zu viele Leerstände haben, ist eine
Umwandlung des Waschhauses in Wohnungen nicht rentabel. Das ist für uns
bedauerlich, da wir ja auch Gelder in den aktuellen Bestandsschutz investieren
müssen. Zu den Wohnungen insgesamt wollen wir in absehbarer Zeit Stellungnahmen
der Mieter einholen, was an Sanierungsmöglichkeiten überhaupt Sinn machen könnte
und von den Mietern unter dem Aspekt der Kosten überhaupt gewünscht ist."
IWG Vorreiter
Im Sommer 2003 hatte die Stuttgarter
Immobiliengesellschaft Intergrund IWG rund 100 Wohneinheiten in der
Einschornsteinsiedlung von der Volksfürsorge erworben. Zu diesem Erwerb hatte
der Bürgerverein bereits zwei Bürger-Informationsveranstaltungen abgehalten.
Die Verteilung der
Einschornsteinsiedlung-Liegenschaften:
|
Bremische
Wohnungsgesellschaft |
GAGFAH |
IWG/DeWAG |
|
Gabrielstraße
27 – 37 + 44 |
Gabrielstraße |
110 WE / 80 Wohnungen und 30 Häuser |
|
Richard-Wagner-Straße 51 - 61 |
|
|
|
Richard-Demel-Straße
5 – 11 /6 - 12 |
Richard-Dehmel-Straße |
|
|
Kreutzerstraße
1 – 7 / 2 - 8 |
|
|
|
Silcherstraße 2 - 8 |
|
Silcherstraße |
|
Wildstraße 30 - 36 |
Wildstraße |
|
|
|
Uthmannstraße |
Uthmannstraße |
Ziele nach Mieterbefragung durch den Bürgerverein
§
Nachhaltiges
Sanieren im Bestand
§
Ökologisch-bauliche Modernisierung
§
Aufwertung
der Siedlung und Stabilisierung der Mieterschaft
§
Vergrößerung
und Flexibilisierung der Wohnungsgrundrisse
(familiengerechter Zuschnitt)
§
Barrierefreiheit der Erdgeschosswohnungen
Maßnahmen
§
Mieterbefragung und -betreuung
§
Sanierung
Bäder und Heizung
§
Fassadensanierung und -dämmung
§
Anbau von
Balkonen
Baudenkmale in
Neudorf nach § 3 Denkmalschutzgesetz
|
Art des Baudenkmals |
Ort |
Erbaut |
Denkmalwürdigung
seit |
|
Grabmal-Ensemble Vom Rath |
Alter Friedhof, Sternbuschweg 295 |
1870-1920 |
20.03.1985 |
|
Ehemalige Polizeiunterkunft |
Fraunhofer Str. 18 - 20 |
1925-1928 |
28.01.1986 |
|
Verwaltungsgebäude |
Heinrich-Bertram-Str. 2 – 2a |
1898 |
13.03.1985 |
|
Bürogebäude |
Lotharstr. 53 |
|
19.04.1993 |
|
Ehemaliges Säuglingsheim |
Lotharstr. 63 |
1924-1928 |
08.09.1986 |
|
Kath. Pfarrhaus St. Ludger |
Ludgeriplatz 2 |
1897 |
13.03.1985 |
|
Haus Hartenfels, Villa mit Pförtnerhaus und Remise |
Mülheimer Str. 290 |
|
20.03.1995 |
Ursache und
Wirkung – Politiker nehmen Weg des geringsten Widerstandes
Bürgerverein von altem Eigentümer und Politikern enttäuscht
Neben der in der Kompaktheit einzigartigen
Bauhaus-Einschornsteinsiedlung existieren also noch ganze sieben andere
Baudenkmale.
Nun gibt es vor dem Eigentümer resignierende
Politiker, die eher einen der seltenen Zeugnisse der Vergangenheit der
Abrissbirne überlassen möchten, ohne die konkreten Möglichkeiten vor allem mit
dem neuen Eigentümer voll ausgeschöpft zu haben.
Nach den jüngsten Untersuchungen der
Denkmalbehörde ist es aber nicht das Zentralgebäude, das erheblichen Schaden
genommen hat, sondern der aus den 1950er Jahren stammende Anbau.
„Das Waschhaus ist so ein Schandfleck“ – so die
O-Töne einiger Kommunalpolitiker. Im Klartext: Es soll anscheinend nicht einmal
der ernsthafte Versuch gestartet, erstens ein ungewöhnliches Objekt zu erhalten
und zweitens auch nicht der legitime Versuch unternommen werden, den Eigentümer
in die Pflicht zu nehmen, wie es das Gesetz vorschreibt. Von Unzumutbarkeiten
des Eigentümers wird gesprochen. Vergessen wird, dass der jetzige Zustand eine
Ursache hat.
Da machen es sich die Politiker einfach zu
leicht. Sie haben es versäumt, hier schon vor Jahren entsprechenden Druck
auszuüben.
Aus Sicht des Bürgervereins ist klar zu
stellen: Erstens hat sich der Bürgerverein analog zu seiner Satzung verhalten,
die aussagt, dass auch Denkmaler schützenswert sind. Zweitens hat der
Bürgerverein seit Ende 2003 – also kurz nach seiner Gründung – nach eindeutiger
Aussage der oberen Denkmalbehörde, dass ein Abriss nicht möglich ist, ein
Mischnutzungskonzept erstellt. Dieses beinhaltet – da der Bürgerverein sich
nicht aus Sozialromantikern zusammensetzt – konkrete wirtschaftliche und ideelle
Nutzung nach vorheriger Zusage vom Ministerium zur Spitzenförderwürdigkeit.
Seit dem Beschluss der SPD-Ratsfraktion im
Herbst 2003, dass die Stadt Bremen als Hauptgesellschafter der
Wohnungsgesellschaft ausscheiden soll, gab es bei der Bremischen die Überlegung,
was mit den Liegenschaften in Duisburg zu geschehen sei. Auch deshalb hatte sich
Anfang 2004 der Bürgerverein eben mit diesem neuen Konzept öffentlich gemeldet,
um aus Bremen endlich eine Entscheidung zu erhalten: Wird nun saniert oder
verkauft?
Das gesamte Jahr 2004 stand in erster Linie –
siehe oben – unter der Verkaufsabsicht. Dies hemmte ein Jahr lang sämtliche
weiteren Aktivitäten. Jetzt sind die Eigentumsverhältnisse geklärt – und
ausgerechnet jetzt will die Politik den Abriss!Der Bürgerverein ist ehrlich
gesagt sehr enttäuscht über den Zeitpunkt und die Art des Vorgehens.
Anmerkung zur
„Bürgernähe“ der Politiker
Die
Gemeindeordnung verursacht immer wieder Schmunzeleffekte, wenn engagierte Bürger
den Rats- oder Bezirksvertretersitzungen beiwohnen, die Politiker in vielen
Punkten sofort sachkundig machen könnten, es aber nicht dürfen, da kein
Rederecht. Dabei gibt es bundesdeutsche Länder (Baden-Württemberg z. B.), wo die
„sachkundige Beteiligung“ oft genug „Soforthilfe“ für Politik und Verwaltung
brachte – eben bürgernah. Hier in Duisburg ist das eine Mangelerscheinung. Auch
deshalb muss sich die Politik nicht wundern, wenn das Vertrauen der Bürger zur
Politik schwindet.
Bürgerverein Duisburg-Neudorf e.V.
Harald Jeschke
1. Vorsitzender
Leserbrief von Harm Harmsen an die WAZ-Redaktion
Liebe Redaktion,
ich bitte um Veröffentlichung folgenden Leserbriefes:
'Ein Blick auf die Homepage 'http://www.waschhaus-neudorf.de' hätte den Mitgliedern der Bezirksvertretung gezeigt, das zur Zeit Bemühungen angestrebt werden, ein neues Nutzungskonzept zu erarbeiten. Aber der Abriss des unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes ist für die Politiker bestimmt äußerst wichtig, sie benötigen das Gelände bestimmt für den Ausbau von Multi-Casa, dies würde den Stadtteil ja ungemein aufwerten.
Dies kann bestimmt nicht so wichtig sein, denn in Neudorf liegt eine ca. 10 mal so große Fläche an der Bismarckstraße nunmehr seit gut 20 Jahren brach.
Ein Abriss würde die Siedlung ihres Wahrzeichens berauben.
Mit dieser Veröffentlichung will der Jahrzehnte alte SPD-Filz im Stadtrat wahrscheinlich von seiner Unfähigkeit ablenken, endlich bei der Planung von 'Multi-Casa' in die Puschen zu kommen.
Angriff ist ja bekanntlich die beste Verteidigung.
Mit freundlichen Grüßen aus Duisburg-Neudorf
Harm Harmsen
Anmerkung: Leserbriefe müssen
nicht der Meinung der Herausgeber dieser Bürgervereinseite
entsprechen
- - - - - - - - - - - - - - - -
Aktuelle
Situation Einschornsteinsiedlung/Waschhaus
Es geht derzeit um rund 180 Wohneinheiten des
Bestandes der Bremischen Gesellschaft, der Ladenzeile an der
Gabrielstraße und dem zentralem Waschhausbereich.
Grundlage aller Aktivitäten des Bürgervereins war und ist die von
der oberen Denkmalbehörde in Düsseldorf sowie der Duisburger Behörde
eindeutige Aussage, dass auf Grund der gesetzlichen Bestimmungen
kein Abriss möglich sei, auch deshalb wurde dem Eigentümer seitens
der Stadt Duisburg eine Bestandssicherung auferlegt.
Der
Bürgerverein hatte Anfang des Jahres 2004 mit einem eigenen Konzept
versucht, den Eigentümer entweder zum Sanieren oder zum Verkauf der
gesamten Einheiten zu animieren. Das vom Bürgerverein beim
Ministerium in Düsseldorf vorlegte Konzept war analog zum
Denkmalschutz spitzenförderungswürdig, da es den früheren Nutzungen
als Bürgerzentrum entspricht und den Bestimmungen des
Denkmalschutzes nicht zuwider läuft
Natürlich
gibt es in der Einschornsteinsiedlung unterschiedliche Meinungen zum
Thema. Einige Bewohner der Einschornsteinsiedlung können sich einen
Abriss aufgrund des jetzigen Zustandes vorstellen, einige wollen
unbedingt ein Parkhaus, andere eine für den Bürger verträgliche
Nutzung. Gemeint ist eine nicht die Bewohner über Gebühr
belästigende Nutzung, auf jeden Fall aber eine Änderung des
"Schandflecks" mitten in der Wohnsiedlung.
Dass schnell
gehandelt werden sollte ist jedem klar, dem entgegen stehen die
derzeitigen Veränderungen (Gesellschafterveränderungen beim
Eigentümer und der aktuelle Verkauf der "Bremischen" an das
US-Unternehmen Blackstone.
Auch aufgrund es derzeitigen Zustandes des Waschhauses und der
Sanierungsbedürftigkeit des Wohnbestandes stellt sich der
Investorenmarkt nicht so dar, als ob hier Unternehmer Schlange
stehen würden. Sollte es keinen Sanierer für das Waschhaus geben,
ist die Gesamtveräußerung und damit die Investitionsbereitschaft des
großen Liegenschaftsbestandes gefährdet, droht die gesamte Struktur
des Bestandes sowie der Siedlungscharakter und die Lebensqualität
der gesamten Siedlung zu kippen. Auch deshalb bemühte sich der
Bürgerverein mit einem humanen Konzept (rund 1000 Quadratmeter
Angebot für medizinische Massagen, vielleicht eine neue sportliche
Heimat für die Bundesliga-Trampolinturner von TuRa 88) sowie dem
Erhalt des großen Saals mit Hilfe der Ministerien gegen zu steuern.
Auch aufgrund
der Bemühungen des Bürgervereins gibt es derzeit zwei Investoren.
Der nicht aus Duisburg stammende Investor würde aber nur die
Wohnbestände mit der Ladenzeile, nicht aber den Kernbereich des
Waschhauses mit elf Wohnungen kaufen und sanieren. Mit einem
möglichen weiteren Investor aus Duisburg sind seit Ende Januar 2005
erste Gespräche geführt worden. Bis Ende Februar könnte sich eine
Lösung abzeichnen, wenn es gelingt, dem Aufsichtsratbeschluss der
"Bremischen" alles komplett zu verkaufen, Rechnung getragen werden
könnte.
Das steht und fällt mit einem Nutzungs- und Sanierungskonzept für
das Waschhaus. Die Denkmalbehörde reagierte zum Antrag der SPD mit
Unverständnis, eine Dokumentation seitens der Stadt würde immer auf
das gleiche Ergebnis hinaus laufen, dass es eine gesetzliche Vorgabe
gibt. Ein Gutachten zur Machbarkeit in Umwandlung des Waschhauses in
Eigentumswohnungen ist 2001 erstellt worden, die Bremische hatte
aber keine Realisierungschance gesehen.
Der
Bürgerverein unterstützt jeden Eigentümer/Investor, der den
derzeitigen Zustand ändert. Analog zum Duisserner Fall
"Gesundheitszentrum Sölken" kann sich der Bürgerverein in diesem
zentralen Wohngebiet der Einschornsteinsiedlung keinen alltäglichen
"Wellness- oder Fitness-Betrieb von 07:00 bis 23:00 Uhr vorstellen.
Warum aber einige Bewohner der Einschornsteinsiedlung eine generelle
Nutzung des Waschhauses mit der Begründung Lärm und Abgase ablehnen,
gleichzeitig aber ein Parkhaus wünschen, ist wohl der allgemeinen
Einstellung zuzuorden, dass dem eigenen PKW ein höherer Stellenwert
eingeräumt wird.