Waschhaus Neudorf:
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Bürgerverein Neudorf

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Aktuelles



Kurzinfo

Am Freitag, 30.9.05 fand im Rathaus ein großer runder Tisch zur Zukunft des Waschhauses mit Vertretern aus Bezirken, der Denkmalbehörde, der Bremischen Gesellschaft für Stadterneuerung, Blackstone Group und des Bürgervereins Neudorf statt. Man kam einstimmig überein, alle Möglichkeiten zu Erhalt und Rettung des Waschhauses auszuschöpfen.
Ziel ist zunächst, das Waschhaus winterfest zu machen und Förderanträge zu stellen sowie Fördermittel hereinzuholen. Der Bürgerverein soll eine Betreibergesellschaft für das Waschhaus gründen.




Das Waschhaus in der Einschornsteinsiedlung

Worum geht es?

  • um den Erhalt eines in Deutschland einzigartigen Denkmalobjektes

  • um urbanes Leben im zentralen Bereich einer gesamten Siedlung in der die Menschen in einem Denkmal leben

  • um den Erhalt des besonderen Schutzes der gesamten Siedlung durch Denkmalwürdigkeit
    (Abriss des Waschhauses kann dazu führen - so die Denkmalbehörden - , dass der gesamte Denkmalschutz der Siedlung fällt)

  • um Schaffung von Arbeitsplätzen

Am Freitag, den 19. August 2005 hatte es auf Initiative des Bürgervereins einen runden Tisch bei Oderbürgermeister Adolf Sauerland mit Experten sowie dem Bezirksvorsteher Mitte gegeben.

Ergebnis: Der Oberbürgermeister sicherte eine Unterstützung bei der Antragstellung von Fördermitteln zur Sanierung bzw. dem langfristigen Erhalt des vom Gesetz her geschützten Objektes zu.

So könnte das zentrale Denkmalobjekt aussehen...

  

Nutzungskonzept – Betrieb – Finanzierung durch:

Waschhaus-Betreiber-Gesellschaft
 

1.     Nutzungskonzept

Mischnutzungskonzept (Kulturell, gemeinnützig und ideell, wirtschaftlich) 

Kulturell, Ideell: Kulturcafe Waschhaus 

-          Bürgerbüro

-          Seniorentreffs mit Vorlesungen (Heimatkunde und mehr)

-          Puppentheater für Kinder

-          Einrichtung eines Neudorfer Heimatstudios
(Chroniken, Bücher, Bildmaterial, Sammlungen usw.)

-          Kongresse, Bürgerversammlungen, Hearings unter Miteinbeziehung der Universität

-          Bürgerball, Tanztees für Jugendliche

-          Trainingszentrum Trampolin-Bundesligaturner von TuRa 88 Duisburg

-          Kooperation mit Landessportbund
(bietet Kurse für Senioren und Jugendliche an)

-          Kletterwand 

2.      Betrieb durch Betreibergesellschaft mbH
Wabe – Waschhaus-Betreiber-Gesellschaft mbH
Bestehend aus: … Gesellschaftern 
davon … Gesellschaftsanteile Bürgerverein und …

 3.     Finanzierung  

3.1 Fördermittel  - (startklar, Bauministerium, Stadt?)

3.2 Stiftung Deutscher Denkmalschutz - …

3.3 Eigenkapital – begleitende Finanzmittel durch Ex-Eigentümer in Höhe von Summe X

3.4 Vermieten und Verpachten 

Wirtschaftliche Nutzung 

Vermietung:

Krankengymnastik, Massagen. Logopädie

Kanzlei oder Architekturbüro, Künstlerstudio

Verpachtung:

Cafe, Bedarfsgastronomie

 Waschhaus-Nutzungskonzept des Bürgervereins Duisburg-Neudorf e. V.

 Das Konzept beinhaltet drei Bereiche: 

¨       Bürgerzentrum mit Veranstaltungscharakter

¨       Jugendtreff mit kultureller und sportlicher Nutzung
(Bundesliga-Trampolinturner TuRa 88 Duisburg, Kletterwand usw.)

¨       gewerbliche Nutzung in den Bereichen Gastronomie und Gesundheit

Bürgerzentrum

Ø      Der in Hochparterre gelegene große ehemalige Waschsaal eignet sich von Art und Größe her vorzüglich als Veranstaltungsort für Bürger, Vereine, Institutio­nen und Unternehmen. Die Architektur des Saales mit der hohen Decke und den dreiseitig umlaufenden großen Fenstern erinnert an den Kölner Gürzenich und besitzt einen ganz besonderen Charme. Ein Veranstaltungsort dieser Art ist in Duisburgs Mitte einzigartig.
Kulturelle und sportliche Nutzung für die Jugend
Die Kellerräume könnten als spezieller Jugendtreff mit eigenen Veranstaltungen unter Miteinbeziehung des großen Saales dienen.
 
Ø      Die Einrichtung eines Trainingszentrums für die Bundesliga-Trampolinturner von TuRa 88 ist denkbar. Ebenso ein Kletterzentrum für Jugendliche.

Ø      Ein wöchentlicher Jugend-Tanztee mit einer heimischen Tanzschule wäre denkbar. 

Gewerbliche Nutzung

Ø      Der in Hochparterre gelegene großzügig gehaltene Vorraum zum Veranstaltungs­saal könnte für ein gastronomisches Angebot (Konzessionsfähige Herstellung für Cafe, Bedarfs­gastronomie) und als Foyer hergerichtet werden.

Ø      Im Keller wäre die Einrichtung eines Gesundheitszentrums (Massagen, Kranken­gymnastik, Gesundheitstraining, Tagesklinik o. ä.) denkbar.

Ø      Im Obergeschoss wäre die Vermietung an Architekturbüro oder eine Agentur denk­bar

 Einnahmen 

1. Gewerbliche Nutzung

2. Gemeinnützige Organisationen, Vereine, Institutionen 

1.1. Einnahmen durch Vermietung durch geeignete Gesamtfläche gemäß Plan ca. 700 qm
1.2. Einnahmen Veranstaltungen Saal

2. Vermietung, Pacht gemeinnütziger Organisationen/Institutionen
     

 Wachhaus-Wohnumfeld

Zukunftsperspektive der Einschornsteinsiedlung und Neudorf generell

Eine der auffälligsten Siedlungen Neudorfs ist eindeutig die Einschornsteinsiedlung. Diese Siedlung gehört zu den herausragenden Siedlungen der 1920-er Jahre im Ruhrge­biet. Die Siedlung kann dem Architekturbegriff „Klassische Moderne“ zugeordnet werden. Ab 1928 entstand in Duisburg-Neudorf die Einschornsteinsiedlung.   

In den ab 1928 vom „Gemeinnützigen Bauverein Essen“ und den Architekten J. Kramer und W. Kremer in zwei- und dreigeschossiger Bauweise errichteten 441 Wohneinheiten (434 noch vorhanden) war das ehemalige Waschhaus der Siedlungsmittelpunkt für die Bürger schlecht­hin, erinnern sich nicht wenige der älteren Neudorfer Bürger nur zu gern.

Die Siedlung umfasst dabei rechtwinklige und zeilenförmige Geschossbauten und Reihenhäu­ser. Das grundsätzliche Bebauungsmuster der einzelnen Blöcke besteht dabei aus Geschoss­bauten an den Langseiten und Reihenhäusern an den Schmalseiten. Hinter den Reihenhäusern liegen hausbreite Streifen als Privatgärten, so dass die Blöcke an den Ecken offen sind; im Blockinneren zwischen den Geschossbauten liegt jeweils eine Gemeinschaftsfläche, die wie die gesamte Siedlung von dem prominenten Garten-Architekten Leberecht Migge gartenkünstlerisch gestaltet wurde.

 Waschhaus das Siedlungs-Zentralgebäude

Den architektonischen Mittelpunkt der Siedlung bildete das Zentralgebäude an der Mündung der Gabrielstraße auf die Richard-Wagner-Straße. Das Waschhaus vereint verschiedene Funktionen, die es auch zum gesellschaftlichen Zentrum der Siedlung machen sollten. Hier wurden die Gemeinschaftswäscherei, der Kinderhort, der Versammlungsraum mit Bühne, eine Wirtschaft und vor allem die zentrale Heizungs- und Warmwasseranlage gebündelt. Der markante Schornstein der Heizanlage gab der Siedlung den Namen ‚Ein Schornstein’, der auf den Komfort einer Zentralheizung statt der noch vielfach üblichen Einzelbrandöfen verwies. Die Gemeinschaftswäscherei wurde von den Architekten auch als ökonomische Begründung für die Flachdächer herangezogen, da die üblicherweise den Wohnungseinheiten zugeordne­ten Trockenräume nun entbehrlich wurden.

Durch die Trennung von Wohnfunktionen und Sonderfunktionen sollten Impulse für eine funktionierende Siedlungsgemeinschaft gesetzt werden.  

Das Gebäude besteht zum Erbauungszeitraum aus einem doppelgeschosshohen Riegel an der Richard-Dehmel-Straße mit dem hohen Waschhaus (statt des Zentralbades waren nunmehr Abstellräume im über einen umlaufenden Graben belichteten Kellergeschoss). Ein dreige­schossiger Querriegel mit dem Kinderhort im Erdgeschoss und dem Saal im Obergeschoss schließt mittig im rückwärtigen Teil dieses Längsriegels an, so dass zur Ecke Gabrielstraße und Richard-Wagner-Straße ein L-förmig gefasster, großer Vorplatz entsteht. Der Zugang zum Saal erfolgt über ein großzügiges Treppenhaus an der Richard-Wagner-Straße. Im weiteren Verlauf der Richard-Wagner-Straße schließt ein zweigeschossiger Riegel an; im Erdgeschoss lag hier die Gastwirtschaft, im Obergeschoss die Wohnung des Wirts und eine Küche mit Anrichte, von der aus Saal und Wirtschaft gleichermaßen bedient werden konnten.

Der Platz zur Ecke Gabrielstraße und Richard-Wagner-Straße ist dabei nicht als öffentliche Freifläche gestaltet, sondern von einer halbhohen Mauer umgeben (mit einem markanten Trafohäuschen an der Kreuzung). Das Erdreich ist bis an die Oberkante dieser Mauer ange­schüttet, so dass ein erhöhtes Plateau als Spielfläche des Kinderhorts entstand. [Bauakten­kammer Stadt Duisburg, Bauakten Richard-Wagner-Straße 59 - 61] 

Farbigkeit der Siedlung und des Waschhauses

Die Bauten der Einschornsteinsiedlung gehörten nicht – auch wenn die Luftbilder und Schwarz-Weiß-Aufnahmen der Zeit dies suggerieren – zu der sog. Weißen Moderne, son­dern waren farbig gefasst. Vergleichbare farbige Behandlungen sind etwa von der Sied­lung ‚Onkel Toms Hütte’ in Berlin-Zehlendorf und Siedlungen von Johannes Goederitz und Bruno Taut in Magdeburg bekannt; sie waren allerdings nach 1945 vielfach vergessen. So entzündete sich eine frühe, aufschlussreiche Debatte um den Denkmalwert der Siedlung an der Neufassung der Fassaden im Rahmen von Sanierungsmaßnahmen der 1970er Jahre. Der zeitgenössischen Bauforschung zufolge war die Farbigkeit der Fassaden nach den Himmelsrichtungen differenziert: Nordost gelb, Südwest rot, Nordwest + Südost blau. Dies bestätigen jüngere und jüngste Befunde. [Bauaktenkammer Stadt Duisburg, Bauakten Kreutzerstraße Versch. und Richard-Dehmel-Straße 1-4]

Die Siedlung konnte  im Sinne für die Erhaltung und Nutzung   

·         wissenschaftliche Gründe

·         künstlerische Gründe

·         städtebauliche Gründe

für die Denkmalwürdigung nach dem Gesetz nachweisen. 

Sozialstruktur

Die ersten Bewohner der Einschornsteinsiedlung entstammten vor allem der bürgerlichen Mittelschicht. Die Wohnungsbaugesellschaft hatte in der Richard-Wagner-Straße 108 ein Musterhaus eingerichtet – ein Indiz für das zeitgenössische Interesse, aber auch das Werben um anspruchsvollere Mieter (im Kontrast zum Arbeiterwohnungsbau der Werks­wohnungsbaugesellschaften). So waren die Berufsangaben der Mieter in den Geschoss­bauten der Uthmannstraße Reichsbankinspektor, Architekt, Ingenieur, Hauptwachmeis­ter, Sänger, Buchhändler, Apotheker und Polier, in denen der Silcherstraße Maschinist, Stadtsekretär, Orchestermitglied, Kaufmann, Gewerbeoberlehrerin, Opernsänger und Dekorateur. [Einwohnerbuch der Stadt Duisburg 1930] Der bürgerliche Charakter hat sich dabei bis heute erhalten, vor allem im Bezug auf die Reihenhäuser.

Die Chronologie der Eigentumsveränderungen in der Siedlung

In der denkmalgeschützten Wohnanlage in der Einschornsteinsiedlung in Duisburg-Neu­dorf teilen sich drei Unternehmen die Liegenschaften in der Bauhaus-Siedlung auf

Nachdem in den 1990er-Jahren der Bundesanstalt für Angestellte (BfA) per Gerichtsur­teil artfremde wirtschaftliche Betätigungen sozusagen untersagt wurden, begann der Verkauf. So wurden die Volksfürsorge, die Essener Wohnungs­gesellschaft Gagfah und die Bremischen Gesellschaft für Stadterneuerung mbH neue Eigentümer.

Im Juli 2004 hat die amerikanische Fondsgesellschaft Fortress die Wohnungs­gesell­schaft Gagfah mit annähernd 82.000 Wohneinheiten im gesamten Bundesgebiet (ehema­liger Eigentümer die Bundesversicherungsanstalt für Angestellte BfA Ber­lin) vom Bund für 2,13 Milliarden Euro plus Verbindlichkeiten in Höhe von rund einer Million Euro über­nommen. Darunter auch rund 1.000 Wohneinheiten im gesamten Stadtgebiet Duisburg. Dies betrifft auch den Neudorfer Norden, aber auch Wohneinheiten in Neudorf-Süd in der Einschornsteinsiedlung mit 89 Wohneinheiten nebst einigen Ladenlokalen.

Den betroffenen Bürgern bot der Bürgerverein im Sommer 2004 eine Informationsveran­staltung mit dem Geschäftsführer der Fortress Deutschland Matthias Moser.

Die 191 Wohnungen (inklusive Waschhaus) der Bremischen Gesellschaft für Stadter­neuerung mbH in der Siedlung mit einer Gesamtwohnfläche von 12.875 qm, in einem über 20.300 qm großen Gartengrundstück sind aufgeteilt in 41 Mehrfamilienhäuser im Bauhausstil mit Zwei- bis Vierzimmerwohnungen. Die Wohnungen haben bei einer Größe zwi­schen 43 und 75 qm alle eine Loggia.

Nachdem zunächst der Verkauf der Liegenschaften an einen sehr interessierten Kölner Architekten im Frühjahr 2004 an der Finanzierung scheiterte, kam der vorherige Mitbieter aus Köln, die Vivacon AG mit 6,2 Mio. Euro zum Zuge.

Ein Gremiumsvorbehalt sorgte im Oktober 2004 aber für den Rückzug der Vivacon vom Kauf. Auch hierzu gab  es im September 2004 eine Bürgerversammlung mit Vertretern der Vivacon.

Danach versuchte die Bremerischen Gesellschaft für Stadterneuerung neue Käufer zu finden. Ein Interessent war auch die schon in der Einschornsteinsiedlung aktiv gewordene IWG – siehe unten - die aber auf keinen Fall den Kernbereich mit dem Waschhaus über­nehmen wollte.

Ende Dezember 2004 kaufte die amerikanische US-Investmentfonds Blackstone (Pri­vate-Equity-Gesellschaft auch die der Bremischen Gesellschaft für Stadterneuerung mbH sowie Beamten- und die Gladbau GmbH mit insgesamt 31 000Wohneinheiten.


Zukunft Neudorfs und der Siedlung

Nach der ersten Phase der Eigentumsveränderungen begann im Jahr 2004 die Sanierung der einzelnen Objekte, wobei  unter Eibeziehung der Denkmalbehörde bei den ehemali­gen Liegenschaften der Volksfürsorge durch den Investor Intergrund Stuttgart sogar Balkone angebaut wurden. Teile der Liegenschaften – vornehmlich Reihehäuser – wurden verkauft bzw. in Eigentum umgewandelt.

Die Gagfah begann schon in der Phase des Erwerbs der Fortress Deutschland im Jahre 2004 und 2005 mit der Sanierung. Dies steht nun beim dritten Investor, der blackstone group, mit den Liegenschaften der Bremischen Wohnungsgesellschaft aktuell an, wobei aber nicht an den Anbau von Balkonen gedacht wird.

Die Eigentumsveränderungen führten zum Teil zu Abwanderungen, allerdings gab es seit 2004 auch erstmals verstärkt Zuwanderung von jungen Familien. Dieser Trend scheint anzuhalten. Grundsätzlich gilt, dass Neudorf analog zur von der Stadt Duisburg in Auftrag gegebene GfK-Studie als gute Wohnlage eingestuft wird. Dies gilt auch für diese Sied­lung.

 

Positive Signale

Der gute Wohnumfeldbereich mit einer intakten Infrastruktur, der herausgehobenen Lage zum Erholungs- und Grüngürtel der Stadt (Stadtwald im direkten östlichen Nahbereich, Sportpark mit 56 ha im westlichen Bereich der Siedlung. Ärztliche Versorgung, alle Arten von Schulen, ein reichhaltiges kirchliches Gemeindeangebot mit guter Verkehrsinfra­struktur (Hauptbahnhof mit S-Bahn-Anschluss zu Flughafen Düsseldorf  Stadtbahnanbin­dung, Buslinien) runden das Bild positiv ab.

 

Die besondere Grünlage und die großzügige Straßenführung mit Alleecharakter sowie die im direkten Umfeld angrenzenden Quartiere mit ehemaligen Beamtensiedlungen, die un­mittelbare Nähe zu Grundschulen und Kindergärten werden zunehmend für junge Fami­lien interessant.

Der Familienhilfsdienst der Caritas in Neudorf konnte für das letzte Jahr eine Zunahme an Schwangerschaftsberatung für Neudorf in doppelter Höhe als im Jahr zuvor registrieren. Dies ist besonders mit Blick auf die bisherige demografische Entwicklung in Neudorf und in der Siedlung von Bedeutung.

 

In den 1960-er Jahren war es fast unmöglich, eine Wohnung in der Siedlung zu bekom­men. Die Kinder, die in der Siedlung aufwuchsen, siedelten zwangsläufig woanders. Um die Jahrtausendwende gab es nach Sterbefällen der Alteingesessenen und der in Duis­burg anhaltend hohen Arbeitslosigkeit Leerstände – auch wegen der nun angesagten Sa­nierungsbedürftigkeit und einem veränderten Anspruchsdenken an die Wohnungen (Grö­ßere, familienfreundlicher Zuschnitt oder fehlende altersgerechte Ausrichtung.

 

 

 

Die Sanierung des Waschhauses in der Einschornsteinsiedlung läuft an

Duisburg/Mönchengladbach, 12. Mai 2005 - Vor einigen Tagen erhielt der Bürgerverein Duisburg-Neudorf Post. In einem Brief des Geschäftsführers der Bremischen Wohnungsgesellschaft nach Auftrag des neuen Eigentümers blackstone group wurde dem Bürgerverein die Immobilie rund um das denkmalgeschützte Objekt Waschhaus als Spende angeboten.

Eine konkrete Verhandlung der Bürgervereins-Vertreter am Mittwoch, den 11. Mai 2005 in Mönchengladbach mit den Geschäftsführern der Bremischen Wohnungsgesellschaft Herrn Horst Marschner sowie dem ebenfalls von der blackstone group erworbenen Mönchengladbacher Unternehmen Gladbau (sanierungsausführende Gesellschaft) Herrn Willi Lehnen ergab, dass schon ab Juni 2005 die Sanierung der Wohneinheiten der Bremischen Wohnungsgesellschaft in der Einschornsteinsiedlung aber auch die des Waschhauses beginnen soll. Von der blackstone group wurde eine finanzielle „Begleitung“ in der Phase der Wiederbelebung des Objekts angekündigt.  

Zunächst einmal werden alle notwendigen Baumaßnahmen zur Bestandssicherung des Objektes Waschhaus vorgenommen (Dach), anschließend die komplette Sanierung mit einem derzeit geschätzten Volumen von 700 000 bis 900 000 Euro.

Welcher Nutzung das Waschhaus nach der Sanierung zugeführt werden kann, wird mit den Bürgern, den Politiker und der Verwaltung, aber auch mit Städtebauförderungs-Institutionen erarbeitet. Erste Gespräche gab es schon Anfang 2004 mit dem Bauministerium Vesper, in den letzten Tagen aber auch mit anderen Einrichtungen.
Der Bürgerverein möchte dieses doch aufwändige Projekt mit einem starken Partner angehen.


Eigentumsverhältnisse in der Einschornsteinsiedlung endgültig geklärt Bürgerverein mit neuen Eigentümern in Kontakt
US-Investoren haben das Sagen
 

Eine Dokumentation durch den Bürgerverein

Duisburg-Neudorf, 26. März 2005 - In den ab 1928 vom „Gemeinnützigen Bauverein Essen“ und den Architekten J. Kramer und W. Kremer in zwei- und dreigeschossiger Bauweise errichteten 441 Wohneinheiten (434 noch vorhanden) sind die Eigentumsverhältnisse endgültig geklärt.

In der denkmalgeschützten Wohnanlage in der Einschornsteinsiedlung in Duisburg-Neudorf teilen sich drei Unternehmen die Liegenschaften in der Bauhaus-Siedlung auf.


Die Chronologie der Eigentumsveränderungen

Nachdem in den 1990er Jahren der Bundesanstalt für Angestellte (BfA) per Gerichtsturteil artfremde wirtschaftliche Betätigungen sozusagen untersagt wurden, begann der Verkauf. So wurden die Volksfürsorge, die Essener Wohnungs­gesellschaft Gagfah und die Bremischen Gesellschaft für Stadterneuerung mbH neue Eigentümer.

Im Juli 2004 hat die amerikanische Fondsgesellschaft Fortress die Wohnungs­gesellschaft Gagfah mit annähernd 82.000 Wohneinheiten im gesamten Bundesgebiet (ehemaliger Eigentümer die Bundesversicherungsanstalt für Angestellte BfA Ber­lin) vom Bund für 2,13 Milliarden Euro plus Verbindlichkeiten in Höhe von rund einer Million Euro übernommen. Darunter auch rund 1.000 Wohneinheiten im gesamten Stadtgebiet Duisburg. Dies betrifft auch den Neudorfer Norden, aber auch Wohneinheiten in Neudorf-Süd in der Einschornsteinsiedlung mit 89 Wohneinheiten nebst einigen Ladenlokalen.

Den betroffenen Bürgern bot der Bürgerverein im Sommer 2004 eine Informationsveranstaltung mit dem Geschäftsführer der Fortress Deutschland Matthias Moser.

Die 191 Wohnungen (inklusive Waschhaus) der Bremischen Gesellschaft für Stadterneuerung mbH in der Siedlung mit einer Gesamtwohnfläche von 12.875 qm, in einem über 20.300 qm großen Gartengrundstück sind aufgeteilt in 41 Mehrfamilienhäuser im Bauhausstil mit Zwei- bis Vierzimmerwohnungen. Die Wohnungen haben bei einer Größe zwi­schen 43 und 75 qm alle eine Loggia.

Nachdem zunächst der Verkauf der Liegenschaften an einen sehr interessierten Kölner Architekten im Frühjahr 2004 an der Finanzierung scheiterte, kam der vorherige Mitbieter aus Köln, die Vivacon AG mit 6,2 Mio. Euro zum Zuge.

Ein Gremiumvorbehalt sorgte im Oktober 2004 aber für den Rückzug der Vivacon vom Kauf. Auch hierzu gab  es im September 2004 eine Bürgerversammlung mit Vertretern der Vivacon.

Danach versuchte die Bremerischen Gesellschaft für Stadterneuerung neue Käufer zu finden. Ein Interessent war auch die schon in der Einschornsteinsiedlung aktiv gewordene IWG – siehe unten - die aber auf keinen Fall den Kernbereich mit dem Waschhaus übernehmen wollte.

Am 23. Dezember 2004 kaufte die amerikanische US-Investmentfonds Blackstone (Private-Equity-Gesellschaft, US-Börsengang mit dem für 3,1 Milliarden Euro erworbenen Chemiekonzern Celanese Corp, Hauptsitz Deutschlands im Taunus, gehörte vormals zum zerschlagenen Höchst-Konzern) auch die der Bremischen Gesellschaft für Stadterneuerung mbH.

Für den an der New Yorker Park Avenue und vielen anderen Metropolen der Welt tätigen US-Finanzinvestor steuert Frank Forster aus London nun die Geschicke der Bremischen Gesellschaft für Stadterneuerung mbH und insgesamt erworbenen 31.000 Liegenschaften.

Mit ihm und weiteren Geschäftsführern von der Bremischen, der Beamtenbau und der Gladbau traf sich der Bürgerverein in Mönchengladbach, um die Zukunft der Einschornsteinsiedlung und des Waschhauses zu erörtern.

Eindeutige Aussage des US-Investors

„Unsere Unternehmens-Philosophie lautet, sanierungsbedürftige Fälle wie in der Einschornsteinsiedlung nicht durch Verkauf zu regeln, sondern selbst in die Hand zu nehmen. Dabei spielt die Kapitalfrage die untergeordnete Rolle, zunächst muss das in Angriff genommen werden, was notwendig ist. Und das trifft nach genauer Analyse auch auf das Waschhaus zu“, erklärte Frank Forster, ein Absolvent der European Business School in Oestrich-Winkel unmissverständlich.

Heißt im Klartext: Es werden keine Wohneinheiten oder Ladenlokale der Bremischen Gesellschaft verkauft, sondern umgehend saniert. Nach eingehender Prüfung des Zustandes des Waschhauses anhand einer aktuell vorgenommenen Untersuchung der Duisburger Denkmalbehörde zum Zustand des Waschhauses wird dann gemeinsam mit dem Bürgerverein und den zuständigen Behörden sowie dem Düsseldorfer Bauministerium ein tragfähiges Konzept – eventuell auf dem des Bürgervereins aufsetzend -  zum Erhalt des denkmalgeschützten Objektes gesucht.

Im Jahr 2003 sagte der Geschäftsführer der Bremischen Wohnungsgesellschaft Maschner: "Da wir im gesamten Bereich der Einschornsteinsiedlung mit der für uns tätigen Verwaltungsgesellschaft Gagfah in Essen in unseren rund 190 Wohneinheiten zu viele Leerstände haben, ist eine Umwandlung des Waschhauses in Wohnungen nicht rentabel. Das ist für uns bedauerlich, da wir ja auch Gelder in den aktuellen Bestandsschutz investieren müssen. Zu den Wohnungen insgesamt wollen wir in absehbarer Zeit Stellungnahmen der Mieter einholen, was an Sanierungsmöglichkeiten überhaupt Sinn machen könnte und von den Mietern unter dem Aspekt der Kosten überhaupt gewünscht ist."  

IWG Vorreiter

Im Sommer 2003 hatte die Stuttgarter Immobiliengesellschaft Inter­grund IWG rund 100 Wohneinheiten in der Einschornsteinsiedlung von der Volksfürsorge erworben. Zu diesem Erwerb hatte der Bürgerverein bereits zwei Bürger-Informationsveran­staltungen abgehalten.

Die Verteilung der Einschornsteinsiedlung-Liegenschaften: 

Bremische Wohnungsgesellschaft

GAGFAH

IWG/DeWAG

Gabrielstraße
27 – 37  + 44

Gabrielstraße

110 WE / 80 Wohnungen und 30 Häuser

Richard-Wagner-Straße 51 - 61

 

 

Richard-Demel-Straße
5 – 11 /6 - 12

Richard-Dehmel-Straße

 

Kreutzerstraße
1 – 7 / 2 - 8

 

 

Silcherstraße 2 - 8

 

Silcherstraße

Wildstraße 30 - 36

Wildstraße

 

 

Uthmannstraße

Uthmannstraße

 Ziele nach Mieterbefragung durch den Bürgerverein

§                   Nachhaltiges Sanieren im Bestand

§                   Ökologisch-bauliche Modernisierung

§                   Aufwertung der Siedlung und Stabilisierung der Mieterschaft

§                   Vergrößerung und Flexibilisierung der Wohnungsgrundrisse
(familiengerechter Zuschnitt)

§                   Barrierefreiheit der Erdgeschosswohnungen

Maßnahmen

§                   Mieterbefragung und -betreuung

§                   Sanierung Bäder und Heizung

§                   Fassadensanierung und -dämmung

§                   Anbau von Balkonen

 

Baudenkmale in Neudorf nach § 3 Denkmalschutzgesetz 

Art des Baudenkmals

Ort

Erbaut

Denkmalwürdigung

seit

Grabmal-Ensemble Vom Rath

Alter Friedhof, Sternbuschweg 295

1870-1920

20.03.1985

Ehemalige Polizeiunterkunft

Fraunhofer Str. 18 - 20

1925-1928

28.01.1986

Verwaltungsgebäude

Heinrich-Bertram-Str. 2 – 2a

1898

13.03.1985

Bürogebäude

Lotharstr. 53

 

19.04.1993

Ehemaliges Säuglingsheim

Lotharstr. 63

1924-1928

08.09.1986

Kath. Pfarrhaus St. Ludger

Ludgeriplatz 2

1897

13.03.1985

Haus Hartenfels, Villa mit Pförtnerhaus und Remise

Mülheimer Str. 290

 

20.03.1995


Ursache und Wirkung – Politiker nehmen Weg des geringsten Widerstandes
Bürgerverein von altem Eigentümer und Politikern enttäuscht

Neben der in der Kompaktheit einzigartigen Bauhaus-Einschornsteinsiedlung existieren also noch ganze sieben andere Baudenkmale.

Nun gibt es vor dem Eigentümer resignierende Politiker, die eher einen der seltenen  Zeugnisse der Vergangenheit der Abrissbirne überlassen möchten, ohne die konkreten Möglichkeiten vor allem mit dem neuen Eigentümer voll ausgeschöpft zu haben.

Nach den jüngsten Untersuchungen der Denkmalbehörde ist es aber nicht das Zentralgebäude, das erheblichen Schaden genommen hat, sondern der aus den 1950er Jahren stammende Anbau.

„Das Waschhaus ist so ein Schandfleck“ – so die O-Töne einiger Kommunalpolitiker. Im Klartext: Es soll anscheinend nicht einmal der ernsthafte Versuch gestartet, erstens ein ungewöhnliches Objekt zu erhalten und zweitens auch nicht der legitime Versuch unternommen werden, den Eigentümer in die Pflicht zu nehmen, wie es das Gesetz vorschreibt. Von Unzumutbarkeiten des Eigentümers wird gesprochen. Vergessen wird, dass der jetzige Zustand eine Ursache hat.

Da machen es sich die Politiker einfach zu leicht. Sie haben es versäumt, hier schon vor Jahren entsprechenden Druck auszuüben.

Aus Sicht des Bürgervereins ist klar zu stellen: Erstens hat sich der Bürgerverein analog zu seiner Satzung verhalten, die aussagt, dass auch Denkmaler schützenswert sind. Zweitens hat der Bürgerverein seit Ende 2003 – also kurz nach seiner Gründung – nach eindeutiger Aussage der oberen Denkmalbehörde, dass ein Abriss nicht möglich ist, ein Mischnutzungskonzept erstellt. Dieses beinhaltet – da der Bürgerverein sich nicht aus Sozialromantikern zusammensetzt – konkrete wirtschaftliche und ideelle Nutzung nach vorheriger Zusage vom Ministerium zur Spitzenförderwürdigkeit.

Seit dem Beschluss der SPD-Ratsfraktion im Herbst 2003, dass die Stadt Bremen als Hauptgesellschafter der Wohnungsgesellschaft ausscheiden soll, gab es bei der Bremischen die Überlegung, was mit den Liegenschaften in Duisburg zu geschehen sei. Auch deshalb hatte sich Anfang 2004 der Bürgerverein eben mit diesem neuen Konzept öffentlich gemeldet, um aus Bremen endlich eine Entscheidung zu erhalten: Wird nun saniert oder verkauft?

Das gesamte Jahr 2004 stand in erster Linie – siehe oben – unter der Verkaufsabsicht. Dies hemmte ein Jahr lang sämtliche weiteren Aktivitäten. Jetzt sind die Eigentumsverhältnisse geklärt – und ausgerechnet jetzt will die Politik den Abriss!Der Bürgerverein ist ehrlich gesagt sehr enttäuscht über den Zeitpunkt und die Art des Vorgehens.

Anmerkung zur „Bürgernähe“ der Politiker
Die Gemeindeordnung verursacht immer wieder Schmunzeleffekte, wenn engagierte Bürger den Rats- oder Bezirksvertretersitzungen beiwohnen, die Politiker in vielen Punkten sofort sachkundig machen könnten, es aber nicht dürfen, da kein Rederecht. Dabei gibt es bundesdeutsche Länder (Baden-Württemberg z. B.), wo die „sachkundige Beteiligung“ oft genug „Soforthilfe“ für Politik und Verwaltung brachte – eben bürgernah. Hier in Duisburg ist das eine Mangelerscheinung. Auch deshalb muss sich die Politik nicht wundern, wenn das Vertrauen der Bürger zur Politik schwindet.

 Bürgerverein Duisburg-Neudorf e.V.

Harald Jeschke

1. Vorsitzender


Leserbrief von Harm Harmsen an die WAZ-Redaktion

Liebe Redaktion,

ich bitte um Veröffentlichung folgenden Leserbriefes:

'Ein Blick auf die Homepage 'http://www.waschhaus-neudorf.de' hätte den Mitgliedern der Bezirksvertretung gezeigt, das zur Zeit Bemühungen angestrebt werden, ein neues Nutzungskonzept zu erarbeiten. Aber der Abriss des unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes ist für die Politiker bestimmt äußerst wichtig, sie benötigen das Gelände bestimmt für den Ausbau von Multi-Casa, dies würde den Stadtteil ja ungemein aufwerten.
Dies kann bestimmt nicht so wichtig sein, denn in Neudorf liegt eine ca. 10 mal so große Fläche an der Bismarckstraße nunmehr seit gut 20 Jahren brach.
Ein Abriss würde die Siedlung ihres Wahrzeichens berauben. Mit dieser Veröffentlichung will der Jahrzehnte alte SPD-Filz im Stadtrat wahrscheinlich von seiner Unfähigkeit ablenken, endlich bei der Planung von 'Multi-Casa' in die Puschen zu kommen.
Angriff ist ja bekanntlich die beste Verteidigung.

Mit freundlichen Grüßen aus Duisburg-Neudorf

Harm Harmsen

Anmerkung: Leserbriefe müssen nicht der Meinung der Herausgeber dieser Bürgervereinseite entsprechen
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Aktuelle Situation Einschornsteinsiedlung/Waschhaus

Es geht derzeit um rund 180 Wohneinheiten des Bestandes der Bremischen Gesellschaft, der Ladenzeile an der Gabrielstraße und dem zentralem Waschhausbereich.

Grundlage aller Aktivitäten des Bürgervereins war und ist die von der oberen Denkmalbehörde in Düsseldorf sowie der Duisburger Behörde eindeutige Aussage, dass auf Grund der gesetzlichen Bestimmungen kein Abriss möglich sei, auch deshalb wurde dem Eigentümer seitens der Stadt Duisburg eine Bestandssicherung auferlegt.

Der Bürgerverein hatte Anfang des Jahres 2004 mit einem eigenen Konzept versucht, den Eigentümer entweder zum Sanieren oder zum Verkauf der gesamten Einheiten zu animieren. Das vom Bürgerverein beim Ministerium in Düsseldorf vorlegte Konzept war analog zum Denkmalschutz spitzenförderungswürdig, da es den früheren Nutzungen als Bürgerzentrum entspricht und den Bestimmungen des Denkmalschutzes nicht zuwider läuft

Natürlich gibt es in der Einschornsteinsiedlung unterschiedliche Meinungen zum Thema. Einige Bewohner der Einschornsteinsiedlung können sich einen Abriss aufgrund des jetzigen Zustandes vorstellen, einige wollen unbedingt ein Parkhaus, andere eine für den Bürger verträgliche Nutzung. Gemeint ist eine nicht die Bewohner über Gebühr belästigende Nutzung, auf jeden Fall aber eine Änderung des "Schandflecks" mitten in der Wohnsiedlung.

Dass schnell gehandelt werden sollte ist jedem klar, dem entgegen stehen die derzeitigen Veränderungen (Gesellschafterveränderungen beim Eigentümer und der aktuelle Verkauf der "Bremischen" an das US-Unternehmen Blackstone.

Auch aufgrund es derzeitigen Zustandes des Waschhauses und der Sanierungsbedürftigkeit des Wohnbestandes stellt sich der Investorenmarkt nicht so dar, als ob hier Unternehmer Schlange stehen würden. Sollte es keinen Sanierer für das Waschhaus geben, ist die Gesamtveräußerung und damit die Investitionsbereitschaft des großen Liegenschaftsbestandes gefährdet, droht die gesamte Struktur des Bestandes sowie der Siedlungscharakter und die Lebensqualität der gesamten Siedlung zu kippen. Auch deshalb bemühte sich der Bürgerverein mit einem humanen Konzept (rund 1000 Quadratmeter Angebot für medizinische Massagen, vielleicht eine neue sportliche Heimat für die Bundesliga-Trampolinturner von TuRa 88) sowie dem Erhalt des großen Saals mit Hilfe der Ministerien gegen zu steuern.

Auch aufgrund der Bemühungen des Bürgervereins gibt es derzeit zwei Investoren.  Der nicht aus Duisburg stammende Investor würde aber nur die Wohnbestände mit der Ladenzeile, nicht aber den Kernbereich des Waschhauses mit elf Wohnungen kaufen und sanieren. Mit einem möglichen weiteren Investor aus Duisburg sind seit Ende Januar 2005 erste Gespräche geführt worden. Bis Ende Februar könnte sich eine Lösung abzeichnen, wenn es gelingt, dem Aufsichtsratbeschluss der "Bremischen" alles komplett zu verkaufen, Rechnung getragen werden könnte.
Das steht und fällt mit einem Nutzungs- und Sanierungskonzept für das Waschhaus. Die Denkmalbehörde reagierte zum Antrag der SPD mit Unverständnis, eine Dokumentation seitens der Stadt würde immer auf das gleiche Ergebnis hinaus laufen, dass es eine gesetzliche Vorgabe gibt. Ein Gutachten zur Machbarkeit in Umwandlung des Waschhauses in Eigentumswohnungen ist 2001 erstellt worden, die Bremische hatte aber keine Realisierungschance gesehen.

Der Bürgerverein unterstützt jeden Eigentümer/Investor, der den derzeitigen Zustand ändert. Analog zum Duisserner Fall "Gesundheitszentrum Sölken" kann sich der Bürgerverein in diesem zentralen Wohngebiet der Einschornsteinsiedlung keinen alltäglichen "Wellness- oder Fitness-Betrieb von 07:00 bis 23:00 Uhr vorstellen.  Warum aber einige Bewohner der Einschornsteinsiedlung eine generelle Nutzung des Waschhauses mit der Begründung Lärm und Abgase ablehnen, gleichzeitig aber ein Parkhaus wünschen, ist wohl der allgemeinen Einstellung zuzuorden, dass dem eigenen PKW ein höherer Stellenwert eingeräumt wird.

 

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