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Neudorfer Strassennamen

Buchstaben O bis S


A - D        E - H        I - N        O - S        T - Z



Oberer Burgweg

Der Waldweg Oberer Burgweg verbindet den Rundweg mit dem Drachensteig (bei Haus Hartenfels) in gerader Linie.

Er ist bereits auf einem Stadtplan von 1891 eingezeichnet, aber erst 1925 erscheint der Name erstmals auf einem Stadtplan.

Die Bezeichnung weist möglicherweise auf den burgartigen Charakter von Haus Hartenfels hin oder die nahe Wolfsburg in Mülheim (Ausflugslokal). 

Otto-Keller-Straße

Die Otto-Keller-Straße verläuft heute vom Ostausgang des Hauptbahnhofs parallel zu den Gleisanlagen und dann in einem Bogen auf die Neue Fruchtstraße.

Ursprünglich war sie als Friedhofsweg von der Mülheimer Straße aus an der Bahnstrecke vorbei bis zur Koloniestraße und dann weiter etwa in der Linienführung der heutigen Kommandantenstraße bis zur Karl-Lehr-Straße und damit auf den Alten Friedhof am Sternbuschweg zugelaufen. Der Friedhofsweg ist erstmals im Adressbuch von 1879 erwähnt.
 Um 1890 werden die ersten Häuser gebaut, die 1899 an die Kanalisation angeschlossen sind. Nach dem Zusammenschluss der Städte Duisburg, Ruhrort und Meiderich (1905) erfolgte um 1909 die Umbenennung in Otto-Keller-Straße, da es auch in Meiderich eine Friedhofsstraße gab.

1925 bestand die Straße aus zwei Teilen: Einerseits von der Mülheimer Straße bis zur (Neuen) Frucht-Straße, zum anderen von der Kolonie- bis zur Karl-Lehr-Straße, während die Kommandantenstraße eine kurze Verbindung zwischen der Grabenstraße und der Otto-Keller-Straße war.

Nach Ende des II. Weltkrieges ist durch Umgestaltung des ganzen Bereiches das letzte Stück der Otto-Keller-Straße von der Kreuzung mit der Kommandantenstraße bis zur Karl-Lehr-Straße weggefallen, der obere Teil dieses Straßenzuges dagegen bis zur Koloniestraße in die Kommandantenstraße miteinbezogen worden, so dass die Otto-Keller-Straße nun nur noch aus dem Teilstück Mülheimer bis Neue Fruchtstraße bestand.

In den 80er Jahren ist das Gelände des Ostausganges des Hauptbahnhofs in Richtung Mülheimer Straße durch den U-Bahn-Bau und die Anlage neuer Parkplätze völlig verändert worden. Dabei ist dann auch dieser nördliche Teil der Otto-Keller-Straße weggefallen. 

Otto Keller wurde am 8. Mai 1830 in Hamm geboren und verstarb am 13. Juli 1901 in Duisburg. Von 1863 bis 1873 war er Duisburger Bürgermeister. Während seiner Amtszeit wurden die erste Wasserleitung gelegt sowie die Kanalisation eingeführt. Keller war in späteren Jahren Direktor bzw. Präsident der Duisburg-Ruhrorter Bank und vertrat die Stadt im Landtag als nationalliberaler Abgeordneter.

Palmstraße

Von der Gneisenaustraße zweigt die Palmstraße gegenüber der Max-Reger-Straße als Stichstraße in westlicher Richtung ab.

Früher befand sich an ihrem Ende der Palmplatz, der aber 1955 aufgehoben wurde.

Durch Beschluss der Städtischen Tiefbaukommission vom 12. Februar 1923 erhielten Palmstraße und Palmplatz ihre Namen, nachdem zuerst am 11. Dezember 1922 die Namen Nettelbeckstraße und
-platz gewählt worden waren. Diesen Straßennamen gab es damals jedoch bereits in Meiderich, wie sich kurz darauf herausstellte (erst nach 1929 gibt es etwas weiter südlich in Neudorf wieder eine Nettelbeckstraße, s. dort).

Die Straße wurde vermutlich nach dem Buchhändler Johann Philipp PaIm benannt (Schorndorf 18.11.1768 - 26.8.1806 Braunau/Inn). Dabei verglich man offenbar die damalige Gegenwart mit der Zeit Palms. Dieser hatte nämlich 1806 in Nürnberg die anonyme anti-französische Flugschrift „Deutschland in seiner tiefsten Erniedrigung“ verlegt, wurde deswegen auf Anweisung Kaiser Napoleons verhaftet und standrechtlich erschossen. Seine Geschichte wurde zum Thema zahlreicher Dramen und Romane. 

Pappenstraße

Die an der Mülheimer gegenüber der Brauerstraße beginnende und von dort über die Bismarckstraße hinaus bis zur Grabenstraße führende Pappenstraße geht mit ihren Planungen und dem Namen nachweislich bis in das Jahr 1879 zurück.

Im Adressbuch von 1879 wird die Pappenstraße in der angegebenen Länge, jedoch noch als projektiert genannt. Die Erklärung für den Namen lieferte die Teer- und Dachpappenfabrik von Julius Carstanjen, die 1854 dort begründet worden war.

Verhandlungen der Stadt mit der Firma Carstanjen führten dazu, dass im Jahre 1887 „die Pappenstraße in einer Länge von ca. 200 Meter bis zur neuen Zuckerfabrik“ dem Verkehr übergeben werden konnte, wie es im Verwaltungsbericht der Stadt Duisburg für 1887 heißt. Die hier genannte „neue Zuckerfabrik“ der Firma Rasche & Feldmann hatte, unter der Adresse Mülheimer Straße 34a, obwohl mehr südlich zur Pappenstraße hin gelegen, im Jahre 1888 ihren Betrieb eröffnet und hat bis 1900 bestanden.

Rehbusch

Der Rehbusch ist ein Weg im Duisburger Wald ostwärts vom Steinbruch, wo er südlich der Eisenbahnlinie von Wedau nach Mülheim-Speldorf, die durch das Nachtigallental führt, auf den Steinbruchweg führt und sich bis zu dem so genannten Rundweg parallel der Mülheim-Duisburger Stadtgrenze hinzieht.

Der Name geht auf einen alten Flurnamen „Rehbüschchen“ zurück, den Heinrich Averdunk 1911 in seiner Abhandlung über die Duisburger Flurnamen kennzeichnet als „im Walde zwischen dem Stümpenberg und dem Armensiepenberg, also in der Gegend der Speldorf-Hochfelder Bahn“ gelegen.

Es ist dabei zu bemerken, dass die ihm noch geläufigen dortigen Flurnamen Stümpenberg und Armensiepenberg nur noch auf älteren Karten vorkommen, heute jedoch nicht mehr bekannt sind. 

Rehweg

Der Rehweg führt ganz durch das Gebiet des Duisburger Stadtwaldes. Er beginnt im Norden an dem straßenmäßig ausgebauten Nachtigallental unmittelbar östlich der Autobahn A3.
Sodann verläuft er in jeweils unregelmäßigen, jedoch nicht allzu großen Entfernungen von der Autobahn am Forsthaus Curtius vorbei nach Süden, bis er, wieder ganz nah an diese herankommend, an der Stelle endet, wo der Worringer Weg zu dem auf Mülheimer Stadtgebiet liegenden Worringer Reitweg wird.

Bereits im Duisburger Adressbuch von 1879 taucht der Weg unter dieser amtlichen Bezeichnung auf („Vom Steinbruch zum Curtius‘schen Forsthause“). Möglicherweise bestand die inoffizielle Bezeichnung Rehweg nach den damals noch in ansehnlichen Mengen im hiesigen Forstgebiet vorkommenden Waldtieren schon länger, geht vielleicht, wie der Heimatforscher Meyer-Markau 1907 meint, auf einen alten Flurnamen „Rehbüschchen“ zurück.

 

Rheinbabenstraße

Die Rheinbabenstraße stellt eine Verbindung zwischen der Kolonie- und der Neudorfer Straße dar. Anfang der sechziger Jahre wurde sie auf einer Seite mit einem großen Wohnkomplex der Gemeinnützigen Wohnungsbau-Genossenschaft Duisburg-Mitte bebaut.

Die andere Straßenseite grenzt an einen Kinderspielplatz und an eine Grünanlage. Ursprünglich war geplant worden, die seit 1910 im Adressbuch aufgeführte Straße - die für kurze Zeit Ottostraße geheißen hatte - bis zur Kommandantenstraße auszubauen.

Georg Freiherr von Rheinbaben, am 21. August 1855 in Frankfurt/Oder geboren, wurde 1896 zum Regierungspräsidenten in Düsseldorf ernannt; seit 1899 war er preußischer Staatsminister und Minister des Innern, 1901 Finanzminister. 1910 wurde er Oberpräsident der Rheinprovinz.

Aus Anlass seines Ausscheidens aus diesem Amt wurde er am 4. März 1918 zum Ehrenbürger von Duisburg ernannt, „um ein bleibendes Zeichen tiefer Dankbarkeit für die unvergesslichen Verdienste zu geben, die er sich in hohen Staatsämtern um Vaterland und Heimatprovinz erworben hat“.

Er verstarb am 25. März 1921 in Düsseldorf, wo er als Düsseldorfer Ehrenbürger ein Ehrengrab auf dem Nordfriedhof erhielt. 

Richard-Dehmel-Straße

Die Richard-Dehmel-Straße führt als Stichstraße von der Kortumstraße in Richtung auf die Koloniestraße, parallel zur Uthmannstraße, und gehört zu der zwischen 1927 und 1930 errichteten „Einschornsteinsiedlung“ (s. unter Gabrielstraße).

In der Sitzung des Städtischen Tiefbauausschusses vom 2. Juli 1928 wurde der Name festgelegt, nachdem zuerst die Bezeichnung Koschatstraße in der Planung gewesen war. (Der Osterreicher Thomas Koschat - 1845-1914 -‚ Chorsänger der Wiener Hofoper, war bekannt durch seine „Kärntner Volkslieder“.)

Da die neuen Straßen der „Einschomsteinsiedlung“ alle nach „verstorbenen Tonkünstlem“ benannt werden sollten, passt der Schriftsteller Richard-Dehmel (Wendisch-Hermsdorf 18. 11. 1863 - 8.2. l920 Blankenese) hier nicht recht hinein. Er wird zwar in den Akten als „Verfasser von Arbeiterliedern“ bezeichnet, ohne daß er jedoch selbst komponiert hätte.

Richard Dehmel galt zu seiner Zeit als Repräsentant deutscher Lyrik. Er schrieb unter anderem die Liebesgedichte „Weib und Welt“ (1896) und behandelte in seinen späten Gedichten auch die soziale Frage (,‚Der Arbeitsmann“).  

Richard-Wagner-Straße

Der Verlauf der Richard-Wagner-Straße war ursprünglich von der Waldstraße bis zur Lotharstraße geplant, wofür die Baufluchtlinien durch Ratsbeschluss vom 4. September 1906 festgelegt wurden. Da die Straße aber nie durchgehend ausgebaut und immer durch die Koloniestraße unterbrochen wurde, benannte man den Teil zwischen Wald- und Koloniestraße durch Ratsbeschluss vom 14. Januar 1957 in Hans-Pfitzner-Straße um (s. dort).

Der andere Teil nördlich der Koloniestraße ist auch heute nur fußläufig mit der Koloniestraße verbunden und wurde nie über die Brucknerstraße hinaus ausgebaut Die Richard-Wagner-Straße ist Teil der „Einschornsteinsiedlung“, die hier zwischen 1927 und 1930 erbaut wurde (s. a. Gabrielstraße).

Richard Wagner (Leipzig 22.5.1813 - 13.2.1883 Venedig) war Komponist zahlreicher Opern, deren Texte er selbst verfasste, wie beispielsweise „Der Ring des Nibelungen“, „Tannhäuser“, „Der fliegende Holländer“. 

Rottweg

Der Rottweg verläuft von der Stelle aus, wo der so genannte Rundweg im Duisburger Wald südlich des Forsthauses Curtius auf den von dort kommenden Rehweg trifft, in südöstlicher Richtung auf die etwa 300 m entfernte Duisburg-Mülheimer Stadtgrenze zu, wo ein bis ins 16. Jahrhundert hin nachzuweisender Punkt am Fuße des Hombergs „Am Kreuz“ heißt.

Rottweg kann wohl als „Weg durch die Rodung“ erklärt werden. Über das Alter des Weges ist nichts bekannt. 

Rundweg

Südlich der Anbindung der Autobahn A 3 östlich des Duisburger Zoos an die Mülheimer Straße beginnt der Rundweg als ein Wanderweg durch den Duisburger Stadtwald. Mit mehreren Abknickungen und Windungen führt er teilweise an der Mülheimer Stadtgrenze entlang, überquert die Uhlenhorststraße und endet an der Bissingheimer Straße.

Die Bezeichnung „Rundweg“ ist irreführend, da er keine zum Ausgangspunkt zurückführende Rundwanderung markiert.

Auf dem Stadtplan des Jahres 1936 taucht der Name offenbar erstmalig auf. 

Scheffelstraße

Die Scheffelstraße ist die einzige durchgehende Verbindungsstraße zwischen Grabenstraße und Sternbuschweg im Bereich Kolonie- und Kammerstraße.

Die erste Erwähnung des Namens dieser Straße findet sich in städtischen Akten am 19. März 1907. Während sie lt. Adressbuch von 1908 noch unbebaut ist, wird im Adressbuch von 1909 als einziges das Haus Nr. 10 als Eigentum des Lokomotivführers Joachim Heinrichs genannt.

Der Schriftsteller Josef Victor (von) Scheffel (Karlsruhe 16.2.1826 - 9.4.1886 Karlsruhe, 1876 geadelt) studierte zunächst Jura, war Rechtspraktikant u. a. in Säckingen, reiste als Malerpoet nach Italien und wurde 1857 Archivar und Bibliothekar im Schloss Donaueschingen. Freiheitliche Gesinnung und romantische Naturfreude zeichnen seine Dichtung aus. Die bekanntesten seiner Werke sind das lyrisch-epische Gedicht „Der Trompeter von Säckingen“ und der Roman „Ekkehard“.  

Schemkesweg

Verschiedene Benennungen hat der Schemkesweg im Laufe der Jahrzehnte über sich ergehen lassen müssen.

Die Straße, die noch auf dem Stadtplan von 1940 von der Blumenstraße nach Südosten über die Bismarck- und Grabenstraße bis zum Stembuschweg verläuft (wo sie auf die Nettelbeckstraße trifft), hat durch die Nachkriegsbebauung das Stück von der Blumenstraße bis zur Bismarckstraße (u. a. Bereich der Heinrich-Lersch-Straße) eingebüßt.

Zunächst hieß sie Diesterwegstraße - so zum ersten Mal im Adressbuch von 1913 als „unbebaut“ ausgewiesen. Im Jahr darauf finden sich dort schon 7 Häuser. Die Benennung Diesterwegstraße ging zurück auf den großen Pädagogen Adolph Diesterweg (Siegen 1790 - 1866 Berlin), der von 1820 bis 1832 Seminardirektor in Moers war.

Im Zusammenhang mit der Beseitigung von doppelten oder mehrfach gleichen Straßennamen im Stadtgebiet wurde die Diesterwegstraße in ihrem damaligen gesamten Bereich ab April 1939 in Walter-Flex-Straße umbenannt. Namengebend war der durch sein Kriegserlebnisbuch „Der Wanderer zwischen beiden Welten“ 1916 bekanntgewordene und 1917 auf der Insel Ösel gefallene Dichter Walter Flex (geb. Eisenach 1887).

Als man nach dem Kriege mit Wirkung vom 20. Juli 1949 von diesem Namen Abschied nahm, griff man auf eine sehr alte Bezeichnung zurück, indem man die Straße Schemkesweg nannte.

Der große Duisburger Stadtgeschichtsforscher Heinrich Averdunk erklärt den Namen Schim (oder Schem) mit Verkleinerung Schimkes (oder Schemkes) in seiner 1911 erschienenen Abhandlung über die Duisburger Flurnamen (S. 74) so: „Das Schim (ist) ein Hecken, d. h. ein zur Absperrung eines Weges dienendes, durch Drehen zu öffnendes Gehege. Insbesondere führte diesen Namen das Hecken in der Duisburger Landwehr, in der Gegend des späteren Neudorf, zu dem der Schimkesweg führte.“
 So ist in der Tat 1807 ein Schemkesweg in der Nahe der Kammerstraße nachweisbar.

Schemkes kommt 1736 mit einem Michel Schemkes in den Duisburger Ratsprotokollen als Familienname vor, der sich bis heute gehalten hat und vermutlich auf jemanden zurückgeht, der neben einem „Schemken“ ansässig war.  

Schenkendorfstraße

Parallel zur Gneisenaustraße verläuft zwischen dieser und der Lenaustraße die Schenkendorfstraße von der Nettelbeckstraße auf die Kammerstraße zu, endet jedoch als Fahrstraße kurz hinter der Hardenbergstraße, die, von der Lenaustraße ausgehend, im rechten Winkel auf sie stößt.

In einem Straßennamenverzeichnis vom 17. Oktober 1912 kommt diese Straße als neu benannt vor. Bei der Neufestsetzung der Fluchtlinie dieser bis dahin unbebauten Straße im Jahre 1916 wird der Name beibehalten. Obwohl schon im Oktober 1928 dort Häuser standen, die, wie auch die meisten später errichteten Wohnungen, dem Wohnungsverein Duisburg gehörten, weist das Duisburger Adressbuch von 1931 erstmalig die einseitige Bebauung mit 19 Häusern (für Beamte) auf.

Der Lyriker Max von Schenkendorf (Tilsit 11.12.1783 - 11.12.1817 Koblenz), der als Staatsbeamter (Regierungsrat) starb, schrieb volkstümliche Gedichte und Lieder, in denen er sich für die Erneuerung des Kaisertums und für den Freiheitskampf gegen Napoleon einsetzte. 

Schönhauser Straße

Als Fortsetzung der Heinestraße führt die Schönhauser Straße von der Grabenstraße aus weiter nach Nordwesten und endet kurz hinter dem Friedrichsruher Weg als Sackgasse.

Mit Beschluss der Städtischen Baukommission vom 7. Oktober 1912 erhielt diese neue Straße ihren Namen, der Bezug nimmt auf die Nähe zur Bismarckstraße (s. dort).

Schönhausen, eine Gemeinde in der brandenburgischen Altmark im Kreise Havelberg, war seit 1563 Sitz der Familie Bismarck und somit auch Geburtsort des Reichskanzlers Otto von Bismarck. Sein Geburtshaus, ein schlichter Schloßbau aus dem Jahre 1700, wurde nach 1945 zerstört.  

Schumannstraße

Im Bereich zwischen Koloniestraße und Scheffelstraße als Verbindungsstraßen zwischen Grabenstraße und Sternbuschweg verläuft auch die Schumannstraße von der Grabenstraße aus auf den Sternbuschweg zu, allerdings nur als Stichstraße, d. h. sie endet im Gelände des dortigen Kindergartens mit einer Weiterführung zu den Häusern auf der Nordseite der Koloniestraße.

Zur weiteren Erschließung des Stadtteils Neudorf waren durch Beschluss der Stadtverordneten-Versammlung vom 4. September 1906 für verschiedene Straßen Baufluchtlinien festgelegt worden. Ein hierauf angefertigter Straßenplan vom 26. November1906 gibt auch die Führung der Schumannstraße wieder, die ursprünglich wie die anderen benachbarten Straßen auf den Sternbuschweg auftreffen sollte.

Auch wird aus diesem Plan erkennbar, das in der Vorplanung der Name Arndtstraße (nach dem Dichter und Schriftsteller Ernst Moritz Arndt) vorgesehen war, der jedoch dann nicht genommen wurde, weil es eine Straße mit diesem Namen bereits in Laar gab, das gerade (1905) in den größeren Stadtverband Duisburg aufgenommen worden war. Doppelnamen von Straßen im Stadtgebiet waren nicht erwünscht.

Robert Schumann (Zwickau 8.6.1810 - 29.7.1856 Endenich bei Bonn) ist als Komponist (Klavier- und Orchesterwerke, Kammermusiken u. a.) sowie als Musikschriftsteller, u. a. als Herausgeber der „Neuen Zeitschrift für Musik“, bekannt. In den vierziger Jahren war er in Leipzig und Dresden tätig, wurde dann 1850 Musikdirektor in Düsseldorf. Seine letzten Lebensjahre verbrachte er in geistiger Umnachtung.

Der Straßenname erinnert zugleich an Clara Schumann, geb. Wieck (Leipzig 13.9.1819 - 20.5.1896 Frankfurt/M.), die 1840 Robert Schumann geheiratet hatte. Sie gehört als Beethoven-, Chopin-, Schumann- und Brahms-Interpretin, aber auch als Komponistin eigener Werke zu den großen Musikerpersönlichkeiten des 19. Jahrhunderts. 

Seilerstraße

Die Seilerstraße ist heute ein Fußweg zwischen der Hebbelstraße und der Gustav-Adolf- Straße.

Bereits 1894 hatte die Evangelische Gemeinde Neudorf die Stadtverwaltung gebeten, in diesem Bereich neue Straßenzüge anzulegen, da sie am Neudorfer Markt Grundstücke zum Bau der Christuskirche gekauft hatte. 1906 teilte sie der Stadt mit, dass sie beabsichtige, die Seilerstraße von der Gustav-Adolf-Straße bis zur Kammerstraße auszubauen. Die Fluchtlinien wurden 1908 festgelegt, die Straße blieb jedoch bis auf das um 1930 von der Kirchengemeinde gebaute Haus Nr. 2, in dem der Pfarrer Ernst Freund wohnte, unbebaut.

Heimatforscher geben an, dass die Straße nach einer dort ansässig gewesenen Seilerei benannt worden sei. Um welches Unternehmen es sich hierbei handeln könnte, war nicht ausfindig zu machen. In Adresbüchern von 1862 bis 1905 werden als Seilereien nur die Firmen Wohlleben und Hohenstein aufgeführt, die aber beide ihren Sitz in der Altstadt hatten.  

Silcherstraße

Die Silcherstraße verbindet die Mozart- mit der Richard-Wagner-Straße und gehört zu der zwischen 1927 und 1930 errichteten „Einschornsteinsiedlung“ (s. unter Gabrielstraße). Ihr Name wurde in der Sitzung des Städtischen Tiefbauausschusses vom 2. Juli 1928 festgelegt.

Friedrich Silcher (Schnait b. Schorndorf/Krs. Waiblingen 27.6.1789 - 26.8.1860 Tübingen), seit 1818 Universitätsmusikdirektor in Tübingen, komponierte viele volkstümliche Lieder, wie z. B. „Ännchen von Tharau“, „Ich weiß nicht, was soll es bedeuten“. 

St.-Anna-Weg

Durch Beschluss der Bezirksvertretung Innenstadt vom 7. Oktober 1977 wurde das Endstück der Gneisenaustraße zwischen Geibel- und Mülheimer Straße in St.-Anna-Weg umbenannt.

Diese nur fußläufige Verbindung führt an der 1953 erbauten katholischen Pfarrkirche St. Anna vorbei, woher sie den Namen hat.  

Steinbruchstraße

Südlich der von Hochfeld kommenden und nach Mülheim-Speldorf führenden Eisenbahnlinie zweigt die Steinbruchstraße ostwärts ab, führt unter der Nord-Süd-Eisenbahn von Oberhausen nach Wedau hindurch und trifft auf die Lotharstraße, die dort in unmittelbarer Nähe der Autobahn A 3 verläuft. Sie nimmt damit genau Richtung auf den in Luftlinie etwa 500 m entfernten so genannten Steinbruch im Duisburger Stadtwald.

Im Adressbuch von 1879 steht zum ersten Mal, dass die Steinbruchstraße „von der Coloniestraße bis zum Steinbruch“ führe. Zwei Jahre später, 1881, wird im Adressbuch das erste Haus mit der Nummer 34 erwähnt, in dem die beiden Tagelöhner Wilhelm Büschken und Wilhelm Fuchs wohnen. Erst um die Mitte der neunziger Jahre des vorigen Jahrhunderts kommen einige neue Häuser hinzu.

Dieser Steinbruch erscheint bereits im Jahre 1129 in der ältesten im Stadtarchiv Duisburg vorhandenen Urkunde, in der vor dem Gericht König Lothars III. ein Streit zwischen den Einwohnern Duisburgs und dem Verwalter des königlichen Forstes, dem Herzog Walram von Limburg, geschlichtet und entschieden wird, dass die Duisburger Bürger nach Belieben dort entsprechend ihrem Bedarf Steine brechen könnten, „soviel sie zu ihren Häusern und sonstigen Anlagen nötig hätten“. 

Steinbruchweg

Der Steinbruchweg schlängelt sich, vom Rehweg (s. d.) ausgehend, im Norden um den Weiher des Steinbruchs im Duisburger Wald herum, führt etwas nördlich davon unter dem Bahngeleise hindurch, das die beiden Eisenbahnlinien Oberhausen-Wedau und Hochfeld-Speldorf in einem Bogen verbindet, und gabelt sich nordwestlich des so genannten Forellenteiches in den nach Nordwesten verlaufenden Krähenweg und den nach Norden führenden Finkenpfad.

Wann dieser Weg seinen Namen bekommen hat, war nicht zu ermitteln, möglicherweise in den dreißiger oder 40erJahren. Auf einer Waldkarte, die vor 1936 zu datieren ist, fehlt eine Kennzeichnung.

Zum Namen selbst siehe unter Steinbruchstraße. 

 

Sternbuschweg

Der Sternbuschweg verläuft (als Teil der Bundesstraße 8) in Verlängerung der Schweizer Straße von der Mülheimer Straße in südwestlicher Richtung bis zur Düsseldorfer Straße, auf die er am Grunewald stößt.

Bereits auf Katasterkarten von 1824 ist die Straße eingezeichnet. Der Name erscheint erstmals im Adressbuch von 1879, und zwar führte dieser Weg damals „von der Mülheimer Straße durch die Kolonie, am Kirchhof vorbei zur Kastanienallee“. Das Reststück der Kastanienallee zwischen Kalkweg und Düsseldorfer Straße ging in den Zwanzigerjahren im Sternbuschweg auf.

Das Doppelhaus Sternbuschweg 99/101 ragte bei der Verbreiterung der Straße in die Baufluchtlinie und wurde deshalb am 26. April 1927 um ca. 8 m zurückgesetzt. Die spektakuläre technische Durchführung fand bei einem Tempo von 1 m je 20-25 Minuten statt und war für die Stadt rund 60 Prozent billiger als ein Abbruch und Wiederaufbau an neuer Stelle.

Seinen Namen hat der Sternbuschweg von dem so genannten Sternbusch oder Sternenwäldchen, von dem strahlenförmig Wege ausgingen, wie der Dichter und Pfarrer Johann Heinrich Christian Nonne es 1808 in seinen „Wanderungen durch Duisburgs Fluren“so beschreibt: 

„Im Hintergrund erhebt ein neu Gebüsch

Von mächt‘gen Bäumen feierlich umkränzt

Sich malerisch; in seiner Mitte steht

Ein kleiner Baum, um den ein Rasen ruht.

Nach Ost und Nord, nach Süd und Westen hin,

Nach allen Seiten windet sich ein Pfad

In grader Richtung fort. So glänzt ein Stern

Am heitern Blau des Himmels; rings umher

Verbreitet er sein zitternd Strahlenlicht;

Und darum heißt der kleine Fichtenhain

Mit dem Gebüsch in seinem Hintergrund

Das Sternenwäldchen.“  

Straußplatz

Südöstlich von der Straußstraße (s. dort) in Richtung auf die Eisenbahnlinie liegt der Straußplatz, von der Straußstraße durch einen Fußweg zu erreichen.

Die ersten Überlegungen zur Anlage und Ausgestaltung dieses Platzes gehen in das Frühjahr 1910 zurück, als es um den Erwerb des hierfür notwendigen Geländes ging, das der in Duisburg bekannten Familie Curtius gehörte, die es dann auch unentgeltlich der Stadt zur Verfügung stellte. Zeichnungen vom April und August 1910 lassen die Gestaltung des Platzes erkennen, der jedoch erst im Juli 1926 seinen Namen bekam und im Adressbuch von 1928 als mit den Häusern 3 und 4 bebaut erscheint.

Der Name wurde in Anlehnung an den der Straußstraße gewählt. 

Straußstraße

Die letzte Verbindung von der Waldstraße zur Koloniestraße in Richtung auf die von Duisburg-Hochfeld-Süd zum Güterbahnhof Oberhausen-West führende alte (Rheinische) Eisenbahnlinie ist die Straußstraße, die in Anlehnung an die anderen im näheren Bereich liegenden Straßen ihren Namen nach der Komponistenfamilie Strauß, speziell nach den Komponisten Johann Strauß (Vater) (Wien 14.3.1804 - 25.9.1849 Wien) und Johann Strauß (Sohn) (Wien 25.10.1825 - 3.6.1899 Wien) bekam.

Vater Strauß, der 1835 in Wien Hofballmusikdirektor wurde, ist - neben Joseph Lanner - als Begründer und Repräsentant der Wiener Tanzmusik, besonders des Wiener Walzers bekannt. Der Sohn, ebenfalls später Hofballmusikdirektor, trat vor allem als Komponist von Operetten wie der „Fledermaus“ (1874) und des „Zigeunerbarons“ (1885) hervor.

Bereits durch Stadtverordnetenbeschluss vom 4. September 1906 wurden die Baufluchtlinien für die Anlage von Straßen in diesem Bereich festgelegt. Auf einem diesbezüglichen Plan vom 28. November 1906 taucht der Name Straußstraße bereits auf. Im Duisburger Adressbuch von 1908 erscheint die Straße dann erstmalig als „unbebaut“. So bleibt es in den Adressbüchern bis zu dem des Jahres 1928, in dem dann bereits alle 25 Häuser dieser Straße als eine Arbeitersiedlung ausgewiesen sind. Als Eigentümer der Häuser ist die Stadt Duisburg genannt. 

In dieser Spalte stehen wichtige Hinweise und Links, doch Ihr Browser kann diese Informationen leider nicht anzeigen! Dies kann an zu stark einschränkenden Sicherheitseinstellungen in Ihrem Browser liegen. Ändern Sie die Sicherheitseinstellungen Ihres Browsers (z.B. von "hoch" auf "mittel"). Wenn dies nicht hilft, ist Ihr Browser wahrscheinlich nicht aktuell genug, um diese Spalte anzeigen zu können. Bitte installieren Sie dann einen aktuellen Browser, z.B. Mozilla, Firefox oder Internet Explorer 6.