Hinweis: Neudorfer Straßennamen mit "I" und "J" existieren nicht; deshalb geht es hier gleich mit "K" los.
Kalkweg
Der Kalkweg in
seiner heutigen Gestalt ist eine Hauptverkehrsstraße, die sich vom
Stadtteil Neudorf an Wanheimerort vorbei bis nach Wedau hinzieht.
Verfolgt man diese Streckenführung vom innerstädtischen Bereich in
die Außenbezirke, so beginnt sie am Südende des Sternbuschwegs im
Bereich der weiträumigen Eisenbahnüberführungen nahe der diese noch
überquerenden Stadtautobahn A59.
Im weiteren Verlauf bildet sie von der Kruppstraße an bis zum
Tilsiter Ufer, wo der Stadtteil Wedau beginnt, die Westgrenze der
Stadion- und Wedauer Sport-Anlagen. Sodann teilt sie den Wedauer
Wohnbereich ziemlich in der Mitte und führt mitten in das
Erholungsgebiet der Sechsseenplatte zwischen Masuren- und Wambachsee
hindurch, wo sie zum Fußweg wird, der etwa 100 m hinter der schmalen
Straße im Kneippgrund auf einem Querpfad endet.
Im großen und
ganzen entspricht die heutige Straßenführung noch immer dem Verlauf
eines jahrhundertealten Weges mit gleicher Bezeichnung. Doch lässt
die auf der Westseite des Kalkweges (gegenüber der Kruppstraße)
verlaufende kurze, noch bis zu den genannten Eisenbahnüberführungen
reichende Straße „Alter Kalkweg“ in ihrem nördlichen Teil die
Richtung erkennen, die der Kalkweg ursprünglich, fortgesetzt durch
die Heerstraße und die Musfeldstraße über das Marientor in den Kern
der alten Stadt Duisburg hinein, genommen hat, wobei seine Ursprünge
vielleicht bis in fränkische Zeit zurückgehen.
Der Name des
Kalkweges bezieht sich auf die Kalkfuhren, die aus der Ratinger
Gegend Kalk nach Duisburg brachten. 1404 erfahren wird, daß die
Abtei Werden ihren Kalkofen in der Drucht - Reste sind noch erhalten
- verpachtet. Daß dieser Ofen auch „Kalkofen in Lintorf“ genannt
wurde, hängt mit der Nähe zur Siedlung Lintorf zusammen. Über diesen
Kalkofen gibt es zahlreiche Nachrichten bis in die neueste Zeit. Aus
dem Gebiet von Eggerscheidt und Ratingen ziehen sich Kalkformationen
in die Gegend von Lintorf, besonders nördlich davon und bis zur
heutigen Duisburger Stadtgrenze.
Der für Duisburg
bestimmte Kalk gelangte zur Lagerung in den „Großen“ und „Kleinen
Kalkhof“ (vgl. hierzu Duisburger Straßennamen, T. 1, in: Duisburger
Forschungen, Band 31, 1982, S. 284).
Kammerstraße
Auf älteste
Ursprünge im Hinblick auf die Namengebung geht die Bezeichnung der
Kammerstraße zurück, die gegenüber dem Ostausgang des Duisburger
Hauptbahnhofs beginnt, von dort in südöstlicher Richtung durch den
Ortsteil Neudorf verläuft, unter der Autobahn A 3 hindurchführt, auf
deren Ostseite dann als Kammerweg in den Duisburger Wald aufsteigt
und in der Nähe des „Heiligen Brunnens“ sich in andere Waldwege
verzweigt.
Der Name
Kammerweg taucht in der Form des „Kammersen Weges“ 1631 schon auf,
während die Kammerstraße unter dieser Bezeichnung zum ersten Mal im
Duisburger Adressbuch von 1879 vorkommt, wobei gesagt wird, dass sie
„von dem Rheinischen Bahnhofe hinter der katholischen Schule über
die Neudorfer Straße nach der Kammer im Walde“ führe. Im letzten
Teil deckt sich diese Straßenführung offenbar mit der im Bereich des
„Heiligen Brunnens“.
Am Ende der
Strecke, die heute noch den Namen „Kammerweg“ trägt (s. o.), hat
jener Teil des Waldes gelegen, der bis in neuere Zeit - nachweisbar
noch auf einer Zeichnung von 1897 - den Namen „Kammer“ (=
Kammerwald) führte und ein Rest landesherrlichen Besitzes war,
dessen Einkünfte der staatlichen Finanzverwaltung, nämlich der so
genannten „Kammer“ zuflossen. (Ursprünglich war der gesamte Wald
Königsforst oder Reichswald gewesen.)
Kammerweg
Zum Kammerweg s.
die Angaben bei der Kammerstraße.
Karl-Lehr-Straße
Die
Karl-Lehr-Straße, die heute von der Düsseldorfer Straße unter dem
Bahngelände hindurch zum Sternbuschweg verläuft, hatte früher eine
etwas andere Linienführung, weiter nördlich in Richtung auf die
Bismarckstraße zu. Zwischen 1879 und 1904 hieß die Karl-Lehr-Straße
auch Bismarckstraße, vorher wurde das Gelände einfach „an der
Bicherouxschen Fabrik“ genannt, weil die Straße zwischen dem
Walzwerk der Gebrüder Bicheroux und der Duisburger
Aktiengesellschaft für Gießerei durchführte.
Nachdem zwischen
1883 und 1886 der Duisburger Hauptbahnhof neu gebaut wurde, musste
ein Teil dieser alten Bismarckstraße nach Süden verlegt werden und
führte nun von der Düsseldorfer zur Grabenstraße. Im Oktober 1904
wurde dieses Straßenstück in Karl-Lehr-Straße umbenannt, die ein
Teil der vorgesehenen Ringstraße vom Außenhafen bis zur
Duissernstraße (s. bei Karl-Jarres-Straße) war. Erst 1939 wurde sie
bis zum Sternbuschweg verlängert, indem ihr ein Teil der Waldstraße
zugeschlagen wurde.
Karl Lehr
(Meschede 1842 - 1919 Duisburg) war von 1879 bis zu seiner
Pensionierung im Jahr 1914 Bürgermeister von Duisburg und bekam 1881
den Titel Oberbürgermeister verliehen. Vorher war er als Richter in
Kirchhundem und Duisburg tätig gewesen. 1904 wurde er zum Geheimen
Regierungsrat und 1912 anlässlich seines 70. Geburtstages zum
Ehrenbürger der Stadt Duisburg ernannt.
Kettenstraße
Die Kettenstraße
führt von der Ludgeristraße zur Memelstraße. Ihre Benennung ergab
sich daraus, dass sie an der Kettenschmiede der Firma „Duisburger
Maschinenbau AG., vorm. Bechem & Keetman“ vorbeiführte. Die
Kettenfabrikation dieser von August Bechem und Theodor Keetman 1862
gegründeten Firma war ein bedeutender Produktionszweig. U. a. wurde
hier die größte je in Deutschland geschmiedete Kette, die 300 Meter
lange Ankerstegkette des Schlachtschiffs „Fürst Bismarck“ mit
Gliedern von 102 mm Durchmesser geschmiedet. Der Ausbau der Straße
begann im Jahre 1898.
Kiefernweg
Der Kiefernweg
verläuft als unbebauter Wald- und Wanderweg durch den Sportpark
Wedau vom Kalkweg bis zur Regattabahn.
1962 war er mit
Namen erstmals auf den Stadtplänen aufgeführt, obwohl es im
Stadtteil Duissern bereits einen Kiefernweg gab (s. d.).
Klöcknerstraße
Wer selbst heute
- nach zwei Jahrzehnten - von der„Klöcknerstraße“ spricht, die lt.
Ratsbeschluss vom 20. Februar 1969 ihren Namen erhielt, handelt sich
bei alteingesessenen Anwohnern noch Ärger ein. Denn diese hängen an
dem bis dahin offiziell gültigen und derzeit noch inoffiziell
verwendeten Namen „Oststraße“.
Diese
Bezeichnung der heute an der Neudorfer Straße gegenüber dem
Ostausgang des Hauptbahnhofes ihren Anfang nehmenden, zunächst bis
zum Ludgeriplatz in östlicher und von dort aus bis zur Lotharstraße
in südöstlicher Richtung führenden und die großen Neudorfer Straßen
wie Gneisenau- und Grabenstraße sowie Stembuschweg rechtwinklig
schneidenden Geschäftsstraße gibt lediglich die Grundrichtung an,
die ein uralter Feldweg nahm.
Im Jahre 1879
erhielt dieser zur Fahrstraße erweiterte Feldweg, der seinerzeit nur
bis über den heutigen Ludgeriplatz hinaus an die damalige Zeche
Neu-Duisburg (zwischen Hammer- und Kettenstraße) führte, seinen
Namen Oststraße, mit dem er zum ersten Mal im Adressbuch erscheint.
In den folgenden Jahrzehnten erhielt die Straße im Rahmen
fortschreitender Besiedlung Neudorfs ihre heutige Gestalt und Länge.
Die Umbenennung
der Oststraße in Klöcknerstraße war als Ehrung des für Duisburg so
bedeutenden Unternehmers Peter Klöckner (Koblenz 8.11.1863 -
5.10.1940 Duisburg), seiner industriellen Leistungen und des gerade
für Duisburg immer stark engagierten Mäzenatentums der Leitung der
Klöckner-Werke gedacht.
Mit der
Übernahme eines Stahlwerks in Haspe (bei Hagen) im Jahre 1898 und
der 1900 folgenden Leitung des seit 1918 Lothringer Hütten- und
Bergwerksverein genannten Unternehmens begann der wirtschaftliche
Aufstieg Peter Klöckners, der 1923 auf Grund der durch das Ende des
I. Weltkriegs veränderten Gesamtsituation die industriellen
Beteiligungen zur Klöckner-Werke AG. zusammen fasste, die ihren Sitz
zunächst in Castrop-Rauxel und seit 1938 in Duisburg bekam. Weitere
wirtschaftliche Änderungen und Einschnitte erfolgten nach dem II.
Weltkrieg.
Klöcknerweg
Erst auf neueren
Stadtplänen, so z.B. dem von 1977, findet sich die Namensbezeichnung
Klöcknerweg für diesen von der Mülheimer Straße, besser gesagt: von
dem großen Parkplatz- Gelände südlich davon nach Süden verlaufenden
Weg, der nach etwa 300 m beim Rundweg einmündet, sich von dort um
den Wolfsberg herum nach Osten wendet und nach knapp 250 m auf den
die Duisburg-Mülheimer Stadtgrenze kennzeichnenden Grenzweg trifft.
Als unbewohnter
Weg im Duisburger Stadtwald findet er sich in keinem Adressbuch,
sondern dürfte seinen Namen im Rahmen forstamtlicher Wünsche zur
eindeutigen Kennzeichnung der Waldwege erhalten haben.
Der Hinweis auf
das für Duisburg so bedeutsame Unternehmen der Firma Klöckner taucht
hier auf, weil der Weg an Waldparzellen dieser Familie vorbeiführt,
die sich bis zu der schon auf Mülheimer Gebiet liegenden
„Wolfsburg“, der 1960 entstandenen Katholischen Akademie des Bistums
Essen, hinzogen.
Koloniestraße
Heute beginnt
die Koloniestraße am Verteiler Mercatorstraße, führt durch den
Tunnel unter den Eisenbahngeleisen des Hauptbahnhofs durch und in
südöstlicher Richtung auf den Duisburger Wald zu, wo sie an der
Kreuzung mit der Bissingheimer und der Uhlenhorststraße endet.
Ihr ungefährer
Verlauf ist bereits auf der ersten Katasterkarte von 1733
verzeichnet. Auf der Katasterkarte von 1824 wird der Teil nördlich
der Grabenstraße als Heidschen Weg oder Holzweg bezeichnet, im
Adressbuch von 1867 mit „hinterm Bahnhof bis zur Windmühle“. Der
südliche Teil heißt 1867 ganz einfach „Colonie Neudorf“.
Der Name „Coloniestraße“
erscheint erstmals im Adressbuch von 1879 als Verbindung der
Neudorfer mit der Steinbruchstraße und 1880 unter der Kennzeichnung
„von der Friedhofstraße (heute verkürzte Otto-Keller-Straße) bis zur
Colonie und längs derselben weiter bis zum Walde“. Diesen Verlauf
behielt sie bei, bis Mitte der dreißiger Jahre im Norden ein Tunnel
als weiterer Zugang von Neudorf zur Innenstadt angelegt und sie im
Süden von der Steinbruchstraße ab als Zubringer zur neu erbauten
Autobahn verlängert wurde.
Der Name der
Koloniestraße, dessen heutige Schreibweise sich um 1905 durchsetzte,
erinnert an die Gründung des Stadtteils Neudorf, der hier seinen
Anfang nahm. Im Jahre 1770 erhielten 12 Familien aus
Hessen-Darmstadt, die man Kolonisten nannte, von Friedrich dem
Großen die Erlaubnis, sich auf der Duisburger Heide anzusiedeln, um
auf unkultiviertem Boden Bauernstellen anzulegen. Sie errichteten
ihre Häuser auf dem Teilstück der Koloniestraße zwischen Graben- und
Wildstraße.
Kommandantenstraße
Sie verbindet,
zunächst in leichtem Bogen, dann parallel der Eisenbahn von Norden
nach Süden verlaufend und im letzten Stück sich nach Südosten
wendend, die Koloniestraße mit der Karl-Lehr-Straße. Dort trifft sie
auf die aus nordöstlicher Richtung kommende Grabenstraße (L 237).
Noch bis zum Jahre 1965 hatte einTeil der Straße, der zwischen
Kolonie- und Grabenstraße liegt, zur Wegnerstraße gehört.
Nachweislich
seit 1893 befand sich diese Straße (zunächst noch mit C geschrieben)
in der Planung. Erstmals wird sie im Adressbuch von 1903 erwähnt,
und zwar stand dort nur das Haus mit der Nummer 97, das der
Tabakfabrik A. F. Carstanjen Söhne gehörte und in dem der
Werkmeister Carl Ebbinghaus wohnte.
Über die
Herkunft des offensichtlich Anfang der neunziger Jahre des 19.
Jahrhunderts festgelegten Straßennamens konnte nichts ermittelt
werden.
Kortumstraße
Sie führt heute
vom Sternbuschweg bis zur Kreuzung der Mozartstraße mit der
Lotharstraße. Das Teilstück bis zur Wildstraße wurde um 1909
angelegt. Ursprünglich sollte die Straße an der Grabenstraße
beginnen, dieser Plan wurde jedoch endgültig 1931 fallengelassen.
Die Bebauung der
Kortumstraße setzte erst mit der Anlage der „Einschornsteinsiedlung“
ein (s. unter Gabrielstraße).
Sie trägt ihren
Namen nach dem Arzt und Schriftsteller Karl Arnold Kortum (Mülheim
5.7.1745 - 15.8.1824 Bochum). Nach seinem Studium der Medizin in
Duisburg von 1763 bis 1767 war er als Arzt in Mülheim und Bochum
tätig. Daneben verfasste er grotesk-komische Heldengedichte in
Knittelversen. Am bekanntesten ist die „Jobsiade“, die
Lebensbeschreibung eines verbummelten Theologiekandidaten als Satire
auf deutsches Spießertum und Studentenleben.
Krähenpfad
In Verlängerung
des Lerchenpfades verbindet der Krähenpfad im Duisburger Stadtwald
den Waldweg Berg und Tal mit dem Amselsteig.
Auf einem
Stadtplan von 1936 ist der Weg bereits eingezeichnet, und 1980
erscheint erstmals der Name Krähenpfad auf dem Stadtplan.
Krähen sind die
kleineren Verwandten des Kolkraben. In Europa lebt die Saatkrähe. Da
sie überwiegend Engerlinge frißt, ist sie für die Landwirtschaft
besonders nützlich.
Krähenweg
Der Krähenweg
führt im Duisburger Stadtwald vom Forsthausweg in gerader Linie nach
Süden, wobei er den Aktienweg überquert. Vom Kammerweg an wird er
als schmaler Weg in südöstlicher Richtung bis zum Finkenpfad
weitergeführt.
Die
Streckenführung dieses Waldweges wurde im Lauf der Jahrzehnte
verändert. 1878 begann er am Forsthausweg und endete hinter dem
Aktienweg im Wald. 1891 war er in gerader Linie vom Aktienweg bis
zum Nachtigallental durchgeführt. Im Jahre 1925 erscheint der Name
Krähenweg erstmalig auf einem Stadtplan, und Anfang der siebziger
Jahre erhielt er seinen heutigen Verlauf.Namenserklärung s.
Krähenpfad.
Krautstraße
Am 24. November
1896 stellte der Architekt und Bauunternehmer Heinrich Wilhelm Vogt,
Mülheimer Straße 19, den Antrag, die Baufluchtlinie eines Feldweges
festzulegen, da er beabsichtigte, am Sternbuschweg
Arbeiterwohnhäuser zu errichten. Dieser Feldweg führte von der
Grabenstraße bis zum Sternbuschweg. Im Mai 1898 wurde in der
Städtischen Baukommission der Vorschlag gemacht, diesen zur Straße
auszubauenden Feldweg Kohl- oder Krautstraße zu benennen. Am 13.
Juli 1898 entschloss man sich zu dem Namen Krautstraße.
Diese
Überlegungen wegen der Namensgebung lassen erkennen, dass, wie der
Heimatforscher Wilhelm Meyer-Markau 1907 noch aus eigener Kenntnis
sagt, die Krautstraße über früheres Ackerland führte.
Im Adressbuch
von 1899 wird die Krautstraße noch als unbebaut ausgewiesen. Ein
Jahr später werden die drei Häuser Nr. 24, 26 und 28 aufgeführt, in
denen Arbeiterfamilien wohnen, deren Eigentümer aber ebenfalls
Arbeiter sind. Das Adressbuch von 1902 lässt erkennen, dass nunmehr
die Krautstraße auch über den Sternbuschweg bis zur Wildstraße
durchgeführt wurde.
Wie aus den
Amtlichen Mitteilungen der Stadtverwaltung Duisburg vom 21. August
1923 hervorgeht, wurde „der Straßenzug zwischen Rheinbaben- und
Grabenstraße mit Krautstraße“ benannt. Diese Benennung hat in den
Duisburger Adressbüchern keinen Niederschlag gefunden. Nach
Stadtplänen vor dem II. Weltkrieg ergibt sich, dass damals eine
Fußgängerverbindung in Verlängerung der Krautstraße auf die
seinerzeit wesentlich längere und auf die Wegner-/Kommandantenstraße
zulaufende Rheinbabenstraße hin geschaffen worden war.
Durch
Kriegszerstörungen und hieraus resultierende Neubaumaßnahmen ist
dieses seit 1923 bestehende Straßenstück wieder weggefallen und die
- seit 1901/02 bestehende - Verbindung von Wild- und Grabenstraße
ist demgemäß auch die heutige Krautstraße.
Kreutzerstraße
Die
Kreutzerstraße verbindet die Mozart- mit der Richard-Wagner-Straße
und gehört zu der zwischen 1927 und 1930 errichteten
„Einschornsteinsiedlung“ (s. unter Gabrielstraße).
Ihr Name wurde in der Sitzung des Städtischen Tiefbauausschusses
vom 2. Juli 1928 festgelegt, die Fluchtlinien am 1. Oktober 1928.
Welcher Künstler
der Straße seinen Namen gegeben hat, ließ sich nicht sicher
feststellen. In Frage kommen Konradin Kreutzer (Meßkirch/Baden
22.11.1780 - 14.12.1849 Riga), Komponist, Kapellmeister und u. a.
Musikdirektor in Köln 1840-1842, der u. a. durch die Vertonung von
Uhlands Balladen und Liedern bekannt wurde, und der Franzose
Rodolphe Kreutzer (1766-1831), Dirigent, Geiger und Musikpädagoge in
Paris, dem Ludwig van Beethoven 1803 seine Violinsonate op. 47,
A-Dur, widmete, die so genannte „Kreutzersonate“.
Kruppstraße
Am 19. September
1921 erhielt die Zufahrtsstraße vom Kalkweg zum Stadion den Namen
„Kruppstraße“. Im gleichen Jahr wurde die Straße bis zum
„Verbindungsweg entlang dem Bahndamm in der Wedau“ (der späteren
Masurenallee) fertiggestellt.
1937 war die
ganze Straße bis zur Koloniestraße voll ausgebaut. Im April dieses
Jahres wurde die Endhaltestelle der Linie 3E von der Koloniestraße
in die Kruppstraße verlegt, da die Koloniestraße als Zufahrt zur
Reichsautobahn damit nicht belastet werden sollte.
Im Jahre 1919
hatte die Firma Krupp ein etwa 100 Hektar großes Waldgelände in
Wedau, auf dem durch Ausbaggerung von Sand und Kies in den
vorangegangenen Jahrzehnten drei Seen mit einer Fläche von etwa 50
Hektar entstanden waren, der Stadt Duisburg überlassen. In einem
zwischen Oberbürgermeister Dr. Karl Jarres und den
Vorstandsmitgliedern der Friedrich Krupp AG. Essen, Heinrich
Vielhaber und Friedrich Klönne, unterzeichneten Vertrag vom 31. Juli
1919 vermietete die Firma Krupp auf die Dauer von dreißig Jahren für
einen symbolischen Mietzins von 100 Mark das Wedau-Gelände an die
Stadt.
„Die Stadt
Duisburg beabsichtigt, für das Erholungsbedürfnis ihrer Einwohner in
der bei der Stadt gelegenen Wedau größere Anlagen, darunter
insbesondere ein Stadion und ein Strandbad zu schaffen. Die
Friedrich Krupp AG in Essen, der ein großes Gelände in der Wedau
gehört, ist bereit, die Stadt in diesen Bestrebungen zu
unterstützen.“
1931 ging das
gesamte „gemietete“ Gelände in städtischen Besitz über.
Bei der
Benennung der anzulegenden Straßen sowie der Seen griff man auf
Namen der Familie Krupp zurück. Der Margaretensee nach der Ehefrau
Friedrich Alfred Krupps, Berta- und Barbarasee wurden nach seinen
beiden Töchtern benannt.
Lenaustraße
In Fortsetzung
der Wildstraße, die, von Südwesten kommend, auf die Kammerstraße
stößt, verbindet die Lenaustraße die Kammerstraße mit der parallel
zu ihr nördlich verlaufenden Nettelbeckstraße.
Wie noch aus dem
Duisburger Adressbuch von 1931 ersichtlich, war Ende der zwanziger
Jahre geplant gewesen, im Bereich der Neumühler Straße (Obermeiderich)
eine Lenaustraße auszubauen, die damals noch als „unbebaut“
bezeichnet wird.
Da bereits am 8. Mai 1929 in Neudorf im Anschluss an
die dort schon vorhandenen, nach Dichtern und Schriftstellern
benannten Straßen die Lenaustraße ihren Namen erhalten hatte, deren
erstes Haus (Nr. 45) 1930 bereits stand, wurde im Mai 1931 durch den
Wohnungs-Verein zu Duisburg als Eigentümer dieses Hauses mit Erfolg
der Antrag gestellt, die gleiche Benennung für die Meidericher
Lenaustraße fallen zu lassen. Das folgende Adressbuch von 1933
bringt dann nur - und zum ersten Mal - den Namen Lenaustraße für
Neudorf.
Nikolaus Lenau,
eigentlich Nikolaus Niembsch Edler von Strehlenau (Csatád/Ungarn
13.8.1802 - 20.8.1850 Oberdöbling bei Wien) war der bedeutendste
österreichische Lyriker des 19. Jahrhunderts. Als politischer
Dichter trat er für Fortschritt, politische und religiöse Freiheit
ein. Seine Lyrik ist stark geprägt von den Themen Einsamkeit,
Schwermut und Vergänglichkeit. Besonders bekannt geworden sind „Der
Postillion“ und seine „Waldlieder“.
Lerchenpfad
Der Lerchenpfad
gehört noch zu den Wegebezeichnungen des Duisburger Stadtwaldes.
Dort zieht er sich auf der Ostseite der Autobahn A3 in deren
unmittelbarer Nähe und parallel zu ihr von Süden nach Norden hin. Im
Süden beginnt er bei dem von Westen nach Osten führenden Waldweg
„Berg und Tal“ - dort setzt ihn der Krähenpfad nach Süden fort - und
läuft im Norden westlich vom Eselsbruch an der Brücke aus, die als
Fortsetzung des Wolfsburgweges über die Autobahn führt.
Über das genaue
Alter des Namens dieses Pfades ist nichts bekannt. Auf einer
undatierten, zeitlich vor 1936 einzuordnenden Karte des Duisburger
Waldes kommt er bereits vor, allerdings in der Schreibung mit ä als
Lärchenpfad, wodurch an diese besondere Gattung von zur Familie der
Kiefem gehörigen Nadelhölzern erinnert werden sollte. Wann -
vielleicht in Anlehnung an die Lerchenstraße (s. dort) aus dem ä ein
e wurde, ist unbekannt. In Adressbüchern kommt der Weg, da unbebaut
und nur der Ortsbestimmung im Duisburger Wald dienend, nicht vor.
Lerchenstraße
Die
Lerchenstraße beginnt an der Mülheimer Straße (zwischen Manteuffel-
und Gustav-Freytag-Straße), schneidet die Bismarckstraße und stößt
gegenüber der Flurstraße auf die Grabenstraße.
Aus einer kurzen
Notiz in den Akten des Stadtarchivs Duisburg geht hervor, dass erste
Baufluchtlinien für die Lerchenstraße am 6. September 1898
festgelegt wurden. Doch zogen sich die Verhandlungen über den
beabsichtigten Verlauf der Straße noch bis zum 6. April 1909 hin,
als die Stadtverordneten-Versammlung abschließend die Fluchtlinien
endgültig festlegte.
Somit konnten
die Bauarbeiten beginnen, und die Straße erscheint folgerichtig zum
erste Mmal im Duisburger Adressbuch von 1910, als das erste Haus,
die Nr.4, steht. Im darauf folgenden Adressbuch finden sich dann
schon die Häuser 4, 6, 8 und 10 sowie die Nr. 9.
Der
Heimatforscher Wilhelm Meyer-Markau kannte das frühere Gelände,
durch das die Straße sich nun hinzog, noch aus eigener Anschauung
und beschrieb es als das, „wo früher auf Feld und Heide die Lerche
sang“.
Es ist
anzunehmen, dass es damals von diesem bekannten Singvogel dort
mindestens noch die drei als Feld-, Heide- und Haubenlerche
bekannten Arten gegeben hat.
Liliencronstraße
Zwischen
Stembuschweg und Grabenstraße stellt die Liliencronstraße die
Verbindung her und mündet dort mit leichter Verschiebung in die
Haroldstraße. Erst seit der Bekanntmachung vom 9. April 1939 in der
National-Zeitung besteht der Name Liliencronstraße. Vorher, und zwar
seit einem Beschluss der Stadtverordneten vom 14. April 1908, hatte
sie Freiligrathstraße (nach dem Dichter Ferdinand Freiligrath,
1810-1876) geheißen, und es war sogar geplant gewesen, sie über den
Sternbuschweg hinaus bis zur Gneisenaustraße zu führen, was jedoch
unterblieb. Die Umbenennung erfolgte im Zuge der Beseitigung von
mehreren gleichen Namen im Stadtgebiet.
Der Dichter und
Schriftsteller Detlev Fahr. von Liliencron (Kiel 3.6.1844 -
22.7.1909 Alt-Rahlstedt bei Hamburg) ist durch seine Lyrik bekannt
geworden, die, durch den Zeitgeist geprägt, Themen aus dem Bereich
Schlacht und Soldatenleben, Seefahrt und Jagd, Adel und Liebe in
impressionistischer Weise behandelt, wobei ein gewisser Sinn für
Humor nicht verloren geht.
Lortzingstraße
In dem rechts
und links der Koloniestraße entstandenen Musiker- oder
Komponistenviertel hat auch die Lortzingstraße ihren Platz.
Im Zuge der
Beseitigung gleicher Straßennamen in verschiedenen Stadtteilen der
1905 aus den Städten Duisburg, Ruhrort und Meiderich
zusammengewachsenen Großstadt Duisburg wurde die Verbindung der
Koloniestraße zu der parallel am Alten Friedhof vorbeiführenden
Waldstraße, die Kastanienallee hieß, im Jahre 1909 in
Mendelssohnstraße umbenannt, vermutlich nach dem Komponisten Felix
Mendelssohn-Bartholdy (1809-1847).
Seit dem 5.
Oktober 1935, als während des Dritten Reiches auch Straßennamen
„arisiert“ wurden, heißt die Straße Lortzingstraße.
Der Komponist
Albert Lortzing (Berlin 23.10.1801 - 21.1.1851 Berlin) war u. a.
1846 bis 1848 als Kapellmeister in Wien und von da an in Berlin
tätig. Er war ein Meister der volkstümlichen deutschen Spieloper,
dem die Werke „Zar und Zimmermann“, „Wildschütz“ und „Undine“ zu
verdanken sind.
Lotharstraße
Die Lotharstraße
führt von der Mülheimer Straße in südlicher Richtung am Waldrand
entlang zur Koloniestraße, auf die sie in Höhe der Bahnlinie
Speldorf-Lintorf trifft. Bis in die dreißiger Jahre endete sie an
dieser Bahnunterführung und wurde auf der anderen Seite vom Rehweg
fortgesetzt.
Ihr Verlauf ist
bereits auf der Katasterkarte von 1824 eingezeichnet. Sie wird im
Adressbuch von 1867 als „Weg am Duisburger Wald vom Freischütz zur
Colonie“ und 1872 als „Weg von der Mülheimer Chaussee längs dem
Walde zum Schimkes-Wege“ (heutige Kammerstraße) bezeichnet. Der Name
erscheint erstmals im Adressbuch von 1879. Damals führte die
Lotharstraße von der Mülheimer Straße zum Speldorf-Lintorfer
Bahndamm.
Der Name der
Straße erinnert an den deutschen König Lothar lll. (1125-1137), der
1129 in Duisburg weilte und einen Streit zwischen den Einwohnern
Duisburgs und dem Verwalter des königlichen Forstes, Herzog Walram
von Limburg, vor seinem Gericht in Duisburg beendete. Den Duisburger
Bürgern wurde erlaubt, im Wald nach ihrem Bedarf Steine zu brechen.
Die hierüber ausgestellte Urkunde ist die älteste, die im
Stadtarchiv Duisburg vorhanden ist.
Ludgeriplatz
Allen Duisburger
Stadtplänen, besonders denen der letzten Jahrzehnte, ist gemeinsam,
dass die Klöckner-(Ost-)Straße im Bereich westlich der Ludgerikirche
und der ebendort liegende Ludgeriplatz nicht eindeutig gegeneinander
abgegrenzt sind, sondern, wie auch in der Wirklichkeit, ineinander
übergehen.
Im Zusammenhang
mit dem Wunsch, den die katholische Kirchengemeinde am 24. März 1888
wegen des Namens der Ludgeristraße geäußert hatte, war auch zum
Ausdruck gebracht worden, daß der Platz um die Kirche selbst
Ludgeriplatz genannt werde (s. u. Ludgeristraße).
Hinsichtlich des
gesamten freien Platzes, speziell nach Westen, auf die Oststraße zu,
auf dem die Stadt schon damals einen Markt plante, kam es wegen des
Ankaufs einzelner Parzellen zu keiner Einigung mit der
Kirchengemeinde. Deren Areal um die Ludgenkirche herum, im
wesentlichen in der Verlängerung der Ludgeristraße gelegen, erhielt
den Namen Ludgeri-Kirchplatz und erscheint mit umbauten Häusern
unter dieser Bezeichnung erstmalig im Duisburger Adressbuch von
1896.
Die der Stadt gehörigen Grundstücke von der Oststraße an (dort, wo
sie nach Südosten abknickt) bis zum Ludgenplatz scheint zunächst als
unbebautes Gelände namenlos geblieben und als Anhängsel an die
Oststraße betrachtet worden zu sein. Doch mit Beginn von
Baumaßnahmen im Jahre 1901 musten auch diese Parzellen einen Namen
erhalten. Und so erscheinen sie im Adressbuch von 1902 erstmalig als
Ostplatz, wo sich damals als erstes das Haus Nr. 13 befand.
In den folgenden
Jahren ergaben sich bei Zunahme der Bebauung des Ostplatzes mit
Bezug auf den benachbarten Ludgerikirchplatz „zahlreiche
Verwechslungen“, bei denen „selbst die Briefträger“ sich zuweilen
irrten. Hierauf wies am 8. November1909 der Kaufmann Siegmund
Amberg, Inhaber der bedeutenden Getreidefirma Amberg & Klestadt hin,
der am Ostplatz 15 wohnte. Da nur 4 Häuser eine andere Straßen- und
Nummernbezeichnung bekommen mussten, kam die Duisburger
Stadtverwaltung dem Wunsche Ambergs nach, indem die Städtische
Baukommission in ihrer Sitzung vom 14. Februar 1910 dem Ostplatz und
dem Ludgerikirchplatz den gemeinsamen Namen Ludgeriplatz gab. Zur
Herkunft des Namens Ludgeriplatz s. unter Ludgeristraße.
Ludgeristraße
Die
Ludgeristraße beginnt an der Mülheimer Straße und führt - etwas
westlich versetzt gegenüber der nördlich dort einmündenden
Hansastraße - auf die Ludgenkirche zu, die sie im Osten umschließt,
während im Westen die Klöckner-(Ost-)Straße mit Ludgeriplatz an die
Kirche stößt.
Mit Schreiben
vom 24. März 1888 an Oberbürgermeister Karl Lehr bekundete die
katholische Kirchengemeinde ihre Absicht, „in Neudorf eine neue
Kirche zu errichten“. Dabei legte sie Wert darauf, dass die auch
heutzutage noch so heißende Ludgeristraße diese Bezeichnung mit
Hinblick auf den Namen der neuen Kirche erhalten solle. „Der Platz
um dieselbe“ werde „also naturnothwendig Ludgeri-Platz heißen“
müssen. Am 21. Juli 1988 stimmte die Stadt dem Vorschlag zu, die
„von der Mülheimer Straße direkt auf die neue Kirche hinführende
Straße“ Ludgeristraße zu nennen.
Zum Ludgeriplatz
und seiner Gestaltung s. dort.
1889/90 entstand
die Ludgerikirche zunächst als Notkirche, an deren Stelle 1898 die
heutige Kirche trat, eine neugotische dreischiffige Basilika.
Der Heilige
Ludger oder Liudger (Friesland um 744 - 26.3.809 Billerbeck/Westf.)
war der erste Bischof von Münster. Seine Bedeutung liegt in der
Missionierung Frieslands und der Gründung des Klosters, der späteren
Reichsabtei, Werden (heute zu Essen).
Lützowstraße
Die zunächst
Jägerstraße genannte Lützowstraße verbindet die Mülheimer mit der
Kettenstraße. Seit 1896 wurden Verhandlungen von Vertretern der
Zeche Neu-Duisburg und anderen Unternehmern mit der Stadt Duisburg
wegen der Erschließung des Geländes geführt. Die Offenlegung der
Pläne und der Ausbau der 156 Meter langen Straße erfolgten seit
1898. In demselben Jahr kommt auch erstmals die Bezeichnung
Jägerstraße vor, ohne dass erklärt wird, was zu dieser Namengebung
geführt hat.
Im Zuge der
Umbenennungen nach dem Zusammenschluss der Städte Duisburg,
Meiderich und Ruhrort 1905 erhielt sie nach 1908 den Namen
Lützowstraße, da es in Meiderich ebenfalls eine Jägerstraße gab.
Adolf Freiherr
von Lützow (Berlin 18.5.1782 - 6.12.1834 Berlin) war preußischer
Reiteroffizier und Freischarführer in den Freiheitskriegen. Im
Februar 1813 bildete er aus nichtpreußischen Freiwilligen das
Lützowsche Freikorps (Schwarze Schar), in das u. a. Theodor Körner,
Ludwig Jahn, Josef von Eichendorff und viele Studenten begeistert
eintraten. Am 17. Juni 1813 wurde das Korps von den Franzosen in
Kitzen (in der Nähe von Leipzig) aufgerieben.
Manteuffelstraße
Die 1891
gegründete „Duisburger Buntweberei Kohlstadt & Crone“ beantragte im
Jahre 1903 die Errichtung einer neuen Straße, um eine Verbindung
ihrer Produktionsstätte an der Bismarckstraße mit der Mülheimer
Straße herzustellen. Für Anlegung und Ausbau dieser Straße stellte
das Unternehmen der Stadt Duisburg die Summe von 25.000 Mark „zum
sukzessiven Abruf“ nach Bedarf zur Verfügung.
Nach Vorstellung
der Firma sollte die nur 145 m lange Straße mit Vorgärten (um ein
„villen-straßenartiges Aussehen zu erreichen“) und 52 Rotdorn-Bäumen
ausgestattet werden und den Namen Roonstraße erhalten. Am 4. Oktober
1904 stimmte die Städtische Baukommission diesem Vorschlag zu.
Nach dem
Zusammenschluss der Städte Duisburg, Ruhrort und Meiderich im Jahre
1905 erfolgte nach 1908 wegen der in Meiderich ebenfalls vorhandenen
Roonstraße die Umbenennung in Manteuffelstraße.
Damit wurde anstelle des preußischen Generalfeldmarschalls Graf Albrecht
von Roon (1803 - 1879) des Freiherrn Edwin von Manteuffel (Dresden
24.2.1809 - 17 6.1885 Karlsbad) gedacht, ebenfalls eines preußischen
Generalfeldmarschalls, der seit 1857 Chef des preußischen
Militär-Kabinetts und nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/71
erster Statthalter im Reichsland Elsaß-Lothringen war.
Margaretenstraße
Die
Margaretenstraße führt von der Kruppstraße an Stadion,
Schwimmstadion und Eissporthalle vorbei zur Friedrich-Alfred-Straße.
Seit Ende der
achtziger Jahre wird hier die Sportschule Duisburg-Wedau/Landes- und
Bundesleistungszentrum gebaut.
Die seit 1926
bestehende Straße wurde benannt nach der Ehefrau Friedrich Alfred
Krupps, Margaret(h)e Krupp geb. Freiin v. Ende (geb. 15.3.1854,
gest. 24.2.1931).
1912 ernannte
die Stadt Essen sie zur Ehrenbürgerin. Sichtbarstes Zeichen ihres
Wirkens sind verschiedene Stiftungen, mit deren Hilfe am Westrand
von Essen-Rüttenscheid der Stadtteil Margarethenhöhe entstanden ist
(s. a. Kruppstraße).
Masurenallee
Die
früher„Schwarzer Weg“ genannte Straße führt von der Kruppstraße aus
an Barbarasee, Regattabahn, Bundesbahnausbesserungswerk Wedau und
Wedauer Brücke sodann als einseitig bebaute Straße am Stadtteil
Wedau vorbei, verläuft dann parallel zu Eisenbahnlinie und
Masurensee und endet hinter dem Haltepunkt Duisburg-Wedau-Entenfang
an der Straße Lintorfer Waldweg in der Heltorfer Mark.
Im Dezember 1930
beschloss die Stadtverwaltung, diesen Weg, der zu dieser Zeit von
der Eisenbahnwerkstätte (wie das Bundesbahnausbesserungswerk damals
hieß) zur Kruppstraße führte, durch „Wohlfahrtserwerbslose“ mit
Material von den Ausbaggerungen an der Regattabahn anschütten zu
lassen. 1932 wurde der Weg befestigt und im August war der Ausbau
des „Schwarzen Weges“ beendet.
Als Zufahrt zur
Reichsautobahn gewann der Teil des Weges zwischen Ausbesserungswerk
und Wedauer Straße an Bedeutung. Hier wurden Ende der dreißiger
Jahre Rad- und Fußwege angelegt.
Im September
1939 legte der Bauverein Wedau Anträge auf Kanalisierung für im Bau
befindliche Häuser an der Masurenallee zwischen Wedauer und
Speldorfer Straße (heute Am See) vor. Bei den Neubauten handelte es
sich laut Angaben des Bauvereins „um Vierjahresplanbauten, die aus
Gründen der Landesverteidigung fertig gestellt werden müssen“.
Die im März 1937
erfolgte Umbenennung in Masurenallee soll darauf zurückzuführen
sein, dssß dieses wald- und seenreiche Gebiet Duisburgs an die
ostpreußische Landschaft Masuren erinnert.
Diese Landschaft
Masuren mit gleichnamiger Urbevölkerung wurde seit dem 14.
Jahrhundert durch den Deutschen Orden und die preußischen Herzöge
kolonisiert. Im I. Weltkrieg wurden hier unter Generalfeldmarschall
Paul von Hindenburg zwei Schlachten gegen die eingedrungene
russische Armee siegreich entschieden.
Auch die Erinnerung daran hat damals offensichtlich zur Benennung
der Straße beigetragen. 1920 hatte sich übrigens die masurische
Bevölkerung zu 97,5 Prozent für den Verbleib beim Deutschen Reich
ausgesprochen. Seit Ende des II. Weltkrieges gehört Masuren zu
Polen.
Max-Reger-Straße
Die
Max-Reger-Straße verbindet die Gneisenaustraße mit der Lotharstraße,
parallel zur nördlich davon verlaufenden Finkenstraße.
Auf Vorschlag
der Max-Reger-Gesellschaft in Leipzig sollte anlässlich des 6.
deutschen Reger-Festes in Duisburg im Juni 1928 eine Straße nach Max
Reger benannt werden. Sie fand sich in der 1928/29 erbauten Siedlung
des Gemeinnützigen Bauvereins Duisburger Kriegsbeschädigter. Durch
Beschluss des Städtischen Tiefbauausschusses vom 2. Juli 1928
erhielt die Straße ihren Namen.
Der Komponist
Max Reger (Brand/Fichtelgebirge 19.3.1873 - 11.5.1916 Leipzig) war
von 1901 bis 1907 Theorielehrer in München, ab 1907
Universitätsmusikdirektor und Kompositionslehrer in Leipzig, ab 1911
war er gleichzeitig Hofkapellmeister in Meiningen. Max Reger hat der
Orgel- und Kammermusik in Deutschland zu neuem Ansehen verholfen.
Von 1907 bis 1915 war Reger mehrfach in Duisburg aufgetreten.
Memelstraße
Die Memelstraße
ist eine der Verbindungen von der Mülheimer zur Grabenstraße. Nach
Norden ist ihre Verlängerung die Bechemstraße, im Süden endet sie an
der Grabenstraße etwas nördlich der Hessenstraße.
Unter dem Namen
Zechenstraße führte sie, erstmals im Duisburger Adressbuch von 1880
nachgewiesen, zunächst von der Mülheimer Straße bis zur
Bismarckstraße. Schon um 1907 wurde der Ausbau der Zechenstraße bis
zur Grabenstraße beabsichtigt, der offenbar um 1924 beendet war,
denn erst im Adressbuch von 1925/26 wird die Zechenstraße in dieser
Gesamtlänge aufgeführt.
Bei der ersten
Nennung des Straßennamens 1880 wird die Lage der Straße beschrieben
als „längs der Zeche Neu-Duisburg“. Damit wird an die in diesem
Bereich ab 1854 konsolidierte Steinkohlenzeche erinnert, deren
Förderung jedoch über wiederholte Anfänge nicht hinausgekommen war.
Nachdem -
vermutlich schon seit längerer Zeit - von den Anwohnern der
Zechenstraße, wie es in einem Schreiben vom 12. Februar 1935 heißt,
„mehrfach der Wunsch der Beseitigung dieser Bezeichnung geäußert“
worden war, da in der Öffentlichkeit ein falscher Eindruck über ihr
Wohngebiet und sein Umfeld entstehen konnte, nahm man die Anregung
des Memellandbundes, Gruppe Rheinland-Westfalen, auf und benannte
die Zechenstraße mit Wirkung vom 11. März 1935 in Memelstraße um,
wodurch die Erinnerung an den östlichsten Teil des Deutschen Reiches
wach gehalten werden sollte, der laut Versailler Friedensdiktat von
Deutschland abgetrennt, 1923 von Litauen besetzt, am 22. März 1939
an das Reich zurückgegeben wurde und nach dem II. Weltkrieg an die
Litauische Sowjetrepublik kam.
Mörikestraße
Durch den
Bebauungsplan von 1911 wurde die Mörikestraße, die von der
Gneisenaustraße in östlicher Richtung verläuft und im rechten Winkel
auf die von Süden kommende Andersenstraße stößt, festgelegt. Als
Name wurde in der Sitzung der Städtischen Baukommission vom 7.
Oktober 1912 zunächst auf Vorschlag des Beamtenwohnungsvereins
Sachsenweg gewählt (nach Lothar von Sachsen, dem als Lothar III.
bekannten Kaiser, s. a. Lotharstraße).
Um Verwechslungen mit der Sachsenstraße in Ruhrort zu vermeiden, beschloss
die Baukommission in ihrer Sitzung vom 25. August 1916, sie in
Heinestraße umzubenennen. Die Vorschläge des Beamtenwohnungsvereins,
Nettelbeck- oder Martastraße, wurden verworfen. Da man kurze Zeit
später aber feststellte, dass es in Meiderich bereits eine unbebaute
Heinestraße gab, erfolgte am 12. September 1916 die Umbenennung in
Mörikestraße. Erst 1922/23 wurde mit der Bebauung durch den
Beamtenwohnungsverein begonnen.
Der Dichter
Eduard Mörike (Ludwigsburg 8.9.1804 - 4.6.1875 Stuttgart) war bis
1843 Pfarrer und von 1851 bis 1866 Literaturlehrer am Stuttgarter
Katharineum. Er wurde bekannt durch seine Gedichte, Romane, Märchen
und Novellen.
Mozartstraße
Die Mozartstraße
verbindet die Kolonie- mit der Lotharstraße.
Ihre
Baufluchtlinien wurden in der Ratssitzung vom 1. März 1904
festgelegt. Ihren Namen erhielt sie in der Sitzung der Städtischen
Baukommission vom 4. Oktober 1904. Die Straße blieb unbebaut, bis
der Gemeinnützige Bauverein in Essen hier die
„Einschornsteinsiedlung“ erbaute (s. Gabrielstraße).
Wolfgang Amadeus
Mozart (Salzburg 27.1.1756 - 5.12.1791 Wien) schuf als Komponist
Werke sämtlicher Gattungen: Serenaden, Kammermusik, Sinfonien,
Konzerte, Kirchenmusik und Opern wie z. B. „Die Entführung aus dem
Serail“ (1781/1782), „Figaros Hochzeit“ (1786), „Die Zauberflöte“
(1791).
Mülheimer Straße
Ihrem Namen
entsprechend führt diese Straße von der Mülheimer Stadtgrenze im
Osten (an der Monningstraße) nach Westen und stößt nördlich des
Duisburger Hauptbahnhofes unter den Bahngeleisen auf die
Königstraße.
Die heutige
Mülheimer Straße, zeitweilig in ihrem Verlauf vom Anfang des
Duisburger Waldes bis zur Speldorfer Grenze als Mülheimer Chaussee
bezeichnet, ist nicht von altersher vorhanden gewesen, sondern sie
wurde erst 1834 nach dem Abbruch des Kuhtors angelegt. Erste
Anregungen aus der Bürgerschaft von Duisburg und Essen zur
Herstellung einer zweckdienlicheren Verbindung als der bisherigen
zwischen den beiden Städten werden im Jahre 1815 erkennbar.
Ursprünglich
hieß die gesamte Straßenverbindung vom Duisburger Kuhtor in Richtung
Mülheim Speldorfer oder auch Mülheimer Straße, wobei der
„Buchenbaum“ mit einbezogen war. Auf dem Stadtplan des Johannes
Corputius von 1566 wird der erste Teil, der 1850 zur Königstraße
wird, ganz allgemein der „Weg nach Essen“ genannt.
Die in früherer
Zeit am meisten benutzte Straße nach Mülheim ging nicht vom Kuhtor
aus. Sie begann vielmehr am Stapeltor und führte im Zuge der
heutigen Kardinal-Galen-Straße durch den Wald am Schnabelhuck vorbei
nach Schloß Broich.
Als 1834 die
neue Verbindung nach Mülheim (unter Einbeziehung der heutigen
Königstraße) geschaffen worden war, wurde die Straße Am Buchenbaum
zur Nebenstraße. Die Mülheimer Straße selbst wurde um die Mitte des
vorigen Jahrhunderts mit Ulmen bepflanzt und entwickelte sich zu
einem vornehmen Villenviertel.
Verwaltungsmäßig
trennt die Mülheimer Straße die Stadtteile Duissern (im Norden) und
Neudorf (im Süden).
Nachtigallental
Der Waldweg
Nachtigallental liegt nördlich der Eisenbahnstrecke nach Mülheim und
folgt ihr von der Autobahn A3 bis zum Grenzweg an der Stadtgrenze
nach Mülheim.
Er ist bereits
auf einem Stadtplan von 1878 verzeichnet, aber erst 1925 erscheint
der Name erstmals auf einem Stadtplan.
Die Nachtigall
ist ein Singvogel, der zur Drosselgruppe der „Erdsänger“ gehört. Ihr
Winterquartier ist das tropische Afrika.
Nettelbeckstraße
Die
Nettelbeckstraße ist die Verbindung vom Sternbuschweg zur
Lotharstraße über die Gneisenaustraße hinweg, an den von Süden
kommenden Straßen Schenkendorf- und Lenaustraße vorüber, wobei
zuletzt die Eichendorffstraße durchquert wird. Die Fortsetzung der
Nettelbeckstraße (nach Nordwesten) über den Sternbuschweg hinaus ist
der Schemkesweg.
Die Straße
entstand je nach der Bebauung in verschiedenen Abschnitten.
In den Akten
taucht der Name der Straße zum ersten Mal am 18. Januar 1929 im
Zusammenhang mit beabsichtigten Baumaßnahmen des Duisburger
Wohnungsbauvereins auf. Die erste Erwähnung im Adressbuch findet
sich 1930 mit einigen - noch namenlosen - Neubauten. 1931 werden
dort die ersten 7 bewohnten Häuser genannt, deren Eigentümer der
Wohnungsbauverein Duisburg, Sitz Akazienhof, ist.
Zur gleichen
Zeit gibt es in Hamborn-Schmidthorst eine Nettelbeckstraße.
Joachim
Nettelbeck (Kolberg/Pommern 20.9.1738 - 29.1.1824 Kolberg), zunächst
Seemann, dann Brauer, der sich schon 1761 bei der Belagerung
Kolbergs durch die Russen ausgezeichnet hatte, verteidigte seine
Vaterstadt als Bürgeradjutant zusammen mit dem preußischen
Heerführer von Gneisenau (s. Gneisenaustraße) 1807 erfolgreich gegen
die Franzosen. Für seine Verdienste erhielt er verschiedene Ehrungen
durch den preußischen König.
Neudorfer Markt
An der Ostseite
der Neudorfer Straße, nördlich von der Bismarckstraße, südlich von
der Seilerstraße und im Osten, gegenüber der Christus-Kirche, von
der Hebbelstraße begrenzt, liegt der Neudorfer Markt.
Die Anlage
dieses (neuen) Marktes wurde am 14. Juli 1891 in der Duisburger
Stadtverordneten-Versammlung beschlossen. Ein Ausbau des
Marktplatzes konnte erst im Jahre 1893 beginnen, nachdem
gerichtliche Entscheidungen wegen Grundstückseinsprüchen einzelner
alteingesessener Neudorfer Bürger erreicht worden waren.
Neudorfer Straße
Hinter der
Eisenbahnunterführung, gegenüber dem „Haus Königsberg“ bzw. am
Verwaltungsgebäude der Firma Klöckner, wo auch die Mülheimer Straße
ihren Anfang nimmt, beginnt die Neudorfer Straße, führt zunächst
parallel der Bahn nach Süden, wo sie auf die Neue Fruchtstraße
stößt. Dort wendet sie sich in leichtem Bogen in südöstliche
Richtung, bis sie zusammen mit der Grabenstraße auf die
Koloniestraße trifft.
Bis über die
Mitte des vorigen Jahrhunderts hinaus wurde die Neudorfer Straße der
„Weg“ oder die „Heergasse nach Neudorf“ genannt. Im Jahre 1868 wurde
dieser Weg „chausseemäßig ausgebaut“. In den folgenden Jahren kommen
die unterschiedlichsten Bezeichnungen in den Akten im Stadtarchiv
Duisburg vor, so 1870 und 1871 Heergasse nach Neudorf, 1872 Weg nach
Neudorf (Heerstraße).
Im gleichen Jahre 1872 wird im Duisburger Adressbuch zum ersten Mal
klar unterschieden zwischen der „Heergasse nach dem Grunewald“ und
der„Heergasse nach der Colonie“. Mit der ersteren war die heutige
Heerstraße, mit der letzteren die jetzige Neudorfer Straße gemeint.
So blieb es bis 1876, dann erhielt die spätere Heerstraße den Namen
Heergasse (ohne Zusatz), während die in Neudorf verlaufende Straße
weiter mit dem Zusatz „nach der Colonie“ erschien. 1877 ändert sich
bei beiden nur, dass aus der Heergasse jeweils die Heerstraße wird,
vermutlich weil beide nach Düsseldorf führenden Straßen eine
entsprechende Verbreiterung und Pflasterung erhalten hatten.
Ab 1879 können
keine Verwechslungen mehr vorkommen; denn von nun an steht der in
den Adresbüchern genannten, „vom Marientor (am Siechenhaus vorbei)
bis zum Grunewald an der Düsseldorfer Straße“ führenden Heerstraße
die nun erstmalig genannte Neudorfer Straße (als die ehemalige
Heergasse nach Neudorf) gegenüber, die hier klar ausgewiesen „von
der Mülheimer Chaussee bis zur Coloniestraße“ verläuft.
Während es in einem verbesserten (!) Nachtrag zum Adresbuch 1879
heißt, daß diese Straße „von der Wanheimer(!) Straße bis zur Colonie“
Neudorfer Straße heiße und dieser Fehler bis zum Adressbuch von 1886
mitgeschleppt wird, wird dann ab 1887 die Neudorfer Straße wieder
richtig als „von der Mülheimer Straße bis zur Kolonie“ und Anfang
dieses Jahrhunderts präziser "bis zur Grabenstraße“ verlaufend
gekennzeichnet.
Die Benennungen
Heergasse und Heerstraße weisen auf den Zweck solcher Straßen hin,
nämlich insbesondere Transporte von Truppen und Kriegsmaterial dort
vornehmen zu können; in den hier vorliegenden Fällen also in neuerer
Zeit bei Konflikten zwischen dem brandenburg-preußischen Herzogtum
Kleve und dem wittelsbachischen Herzogtum Berg.
Neue
Fruchtstraße
Die Neue
Fruchtstraße ist die kurze, östlich der Eisenbahnunterführung
beginnende nördliche Verbindung von der Koloniestraße zur Neudorfer
Straße (parallel zur Bundesbahn).
Der Name läßt
vermuten, dass es auch eine „alte“ Fruchtstraße gibt oder gegeben
hat. In der Tat bestand seit ihrer Anlage und Benennung im September
1900 bis zum Jahre 1954 eine Fruchtstraße, die zwar auch, und damals
unmittelbar an die Eisenbahnunterführung anstoßend, an der bis an
diese durchgezogenen Otto-Keller-Straße begann und, in schräger, d.
h. nordöstlicher Richtung verlaufend, an der gleichen Stelle wie
heute die Neue Fruchtstraße auf die abknickende Neudorfer Straße
stieß.
Im Zuge der
Wiederaufbaumaßnahmen nach dem II. Weltkrieg und der dadurch
gelegentlich veränderten Baufluchtlinien von Straßen genehmigte der
Rat der Stadt Duisburg in seiner Sitzung vom 17. Oktober 1952 den
Namen dieser im Bereich der ehemaligen Fruchtstraße gelegenen Neuen
Fruchtstraße.
Das erste Duisburger Nachkriegsadressbuch, das wieder ein
Straßenverzeichnis bringt, das von 1956, führt, nachdem die
Fruchtstraße am 25. Juni 1954 offiziell aufgehoben war, demnach die
Neue Fruchtstraße auf, läßt aber unter „Fruchtstraße“ erkennen, das
noch ein der Bundesbahn gehörendes Haus (die Nr. 6) im Bereich
dieser ehemaligen Straße vorhanden war, das bei Herausgabe des
nächsten Adressbuchs 1959 nicht mehr existierte.
Der Name
Fruchtstraße erklärt sich dadurch, dass sie früher als Fahrweg durch
Ackerland führte, auf dem Getreide stand, wofür der Sammelname
„Frucht“ gebräuchlich war. Außerdem gelangte man auf diesem Wege zu
der 1821 auf der Neudorfer Heide errichteten und nach einem späteren
Besitzer als Erbslöh-Mühle bezeichneten Mühle, in der noch bis zum
Ende des 1. Weltkriegs Getreide gemahlen wurde.
Diese unter Denkmalschutz gestellte und seit 1919 auf dem von der
Reichsbahn gekauften Gelände stehende Mühle, deren Rumpf noch Anfang
der vierziger Jahre vorhanden war, wurde im II. Weltkrieg fast ganz
zerstört, so dass die Reste der Ruine 1955 abgetragen worden sind.
Nibelungenstraße
Genau in der
Mitte zwischen Koloniestraße und Waldstraße und parallel hierzu
verläuft die Nibelungenstraße von der Wildstraße bis zur
Straußstraße bzw. in den Straußplatz hinein.
Im Duisburger
Adressbuch von 1908 taucht die Nibelungenstraße zum ersten Mal als
„unbebaut“ auf. Es ist daher anzunehmen, daß der Name für die
projektierte Straße 1907 festgelegt wurde. Das Gleiche gilt übrigens
für die Richard-Wagner-Straße, die damals noch - die spätere
Hans-Pfitzner-Straße miterfassend - von der Waldstraße bis zur
Lotharstraße geplant war.
Erst Mitte der
zwanziger Jahre befasste man sich mit dem Ausbau der
Nibelungenstraße, und 1928 finden sich im Adressbuch die ersten
sechs Häuser.
Einen Hinweis
darauf, weshalb man in diesem Straßenbereich nicht einen weiteren
Komponisten als Namenspatron herangezogen hat, gibt es nicht.
Vermutlich hat man beim Namen Richard Wagner an dessen allgemein
bekanntestes Werk, den „Ring des Nibelungen“ gedacht.
Das um 1200
entstandene Nibelungenlied verarbeitet in einem mittelhochdeutschen
Epos verschiedene altgermanische Sagenkreise, v.a. das
Siegfried-Brunhild-Motiv und den Untergang des - auch als Nibelungen
bezeichneten - Volksstammes der Burgunden am Hof des Hunnenkönigs
Etzel.