Eichendorffstraße
Die
Eichendorffstraße verläuft von der Kammerstraße über die
Nettelbeckstraße hinaus bis zur Klöckner-(Ost-)Straße.
Die Benennung
erfolgte durch die Städtische Baukommission am 7. Oktober 1912.
Gleichzeitig wurden die Schenkendorf-, Hardenberg- und
Gustav-Freytag-Straße benannt. Anfang der dreißiger Jahre wurde mit
der Bebauung und dem Ausbau der Eichendorffstraße begonnen.
Joseph Freiherr
von Eichendorff wurde am 10. März 1788 auf Schlos Lubowitz bei
Ratibor (Oberschlesien) geboren und verstarb am 26. November 1857 in
Neiße (Oberschlesien). An den Freiheitskriegen nahm er als
Lützowscher Jäger und als Leutnant des schlesischen
Landwehrregimentes teil. Von 1817 bis 1844 war er Beamter im
preußischen Staatsdienst. Er wird als bedeutendster Spätromantiker
bezeichnet, dessen „musikalische Lyrik der Sehnsucht volksliedhafte
Gedichte einschließt“ (man denke an „O Täler weit, o Höhen“; „Wer
hat dich, du schöner Wald“; „In einem kühlen Grunde“). Die
Vorstellungen von romantischer Landschaft sind im wesentlichen durch
seine Dichtungen bestimmt worden. Von seinen Novellen ist die 1826
erschienene „Aus dem Leben eines Taugenichts“ wohl am
bekanntesten.
Eichenweg
Der seit 1962 so
auf den Stadtplänen genannte Weg beginnt an der
Friedrich-Alfred-Straße und führt als Wald- und Wanderweg durch den
Sportpark Wedau etwa parallel zur Regattabahn. Er endet am
Dickelsbach, der hier das Wald-und Sportgebiet vom Ortsteil Wedau
und der Bebauung an der Allensteiner Straße trennt. Er ist benannt
nach den hier noch zahlreich vorhandenen Eichen.
Eselsbruchweg
Gleich östlich
hinter der Autobahn A 3 zweigt der Eselsbruchweg im Duisburger
Stadtwald vom Forsthausweg (s. dort) ab und führt im wesentlichen
nach Nordosten und Norden, am Drachensteig vorbei, schneidet den
Wolfsburgweg sowie den so genannten Rundweg westlich vom Wolfsberg
und trifft unmittelbar östlich der Zu- und Abfahrten der Carl Straße
auf die Mülheimer Straße.
Als unbewohnter
Waldweg erscheint er nicht in den Duisburger Adressbüchern..
Auf einer
Waldkarte von 1891 und einer vom Verkehrsverein der Stadt Duisburg
herausgegebenen „Wanderkarte durch den Duisburger Stadtwald und das
benachbarte Gebiet“, die zeitlich etwa um 1910 anzusetzen ist, ist
der „Eselsbruch“ als Waldflur eingezeichnet.
Woher der
Flurname stammt, ist nicht nachzuweisen. Die einfachste (aber
richtige?) Erklärung wäre, daß es sich hier um einen Weg handelt,
der (ehemals) durch eine Bruch (d. h. sumpfige) Landschaft führte,
in der sich vermutlich (Wild-)Esel aufhielten.
Eulenpfad
Der Eulenpfad
ist nur ein kleiner, etwa 400 m langer Weg im Duisburger Stadtwald,
der in ungefähr nordsüdlicher Richtung die Verbindung zwischen
Eselsbruchweg und Forsthausweg herstellt, wobei er im Norden des
städtischen Wasserbehälters endet.
Als unbewohnter
Waldweg erscheint er nicht in den Duisburger Adressbüchern.
Während der Weg
noch auf dem Duisburger Stadtplan von 1973 nur angedeutet wird und
keinen Namen trägt, ist er 1977 ausgebaut und heißt bereits
Eulenpfad, wodurch eine nähere Kennzeichnung der Duisburger
Waldparzellen in den letzten Jahrzehnten fortgeführt wurde. Der Name
des in früheren Zeiten auch in unserem Gebiet weit verbreiteten
Nachtvogels schien dazu gut geeignet.
Finkenpfad
An der Nordseite
des nördlich vom Nachtigallental im Duisburger Stadtwald gelegenen
Forellenteichs bildet der Finkenpfad gleichsam die Fortsetzung des
Steinbruchweges. Er führt in leichtem Bogen nach Norden, überquert
den Waldweg „Berg und Tal“, danach westlich vom Heiligen Brunnen den
Kammerweg und mündet kurz darauf an der Polizeistation im Walde auf
den Forsthausweg bzw. Rundweg.
Auf einer
zeitlich vor 1936 einzuordnenden Waldkarte ist dieser lediglich der
Orientierung dienende Weg zum ersten Mal eingezeichnet.
Der in vielen
Arten fast über alle Erdteile verbreitete Fink aus der Familie der
Singvögel ist den meisten Menschen wenigstens als Buchfink,
Distelfink oder Dompfaff bekannt.
Finkenstraße
In Verlängerung
der Flurstraße verbindet die Finkenstraße den Sternbuschweg mit der
Lotharstraße.
Die
Baufluchtlinien der Straße wurden durch Beschluß der Stadt
verordneten vom 15.0ktober 1889 festgelegt, schlug als Namen
Fennstraße vor (Fenn = Moor). In der Sitzung der Städtischen
Baukommission vom 4. November 1889 wählte man jedoch die Bezeichnung
Finkenstraße. Bereits 1891 stand das erste Haus in dieser Straße,
deren Ausbau sich jedoch bis 1935 hinzog. 1908 forderten die
Anwohner eine Umbenennung der Straße, da sie angeblich von früheren
Bewohnern her einen schlechten Ruf habe und die Wohnungen sich nur
sehr schlecht vermieten ließen, ein Wunsch, der jedoch abgelehnt
wurde.
Die Finken
gehören zur Familie der Singvögel und werden in dieser Gegend am
Waldrand wohl zahlreich vertreten gewesen sein. Zu den Finken zählen
u. a. beispielsweise Buchfink, Bergfink, Kernbeißer, Grünling und
Gimpel (oder Dompfaff).
Flurstraße
In Verlängerung
der Lerchenstraße verbindet die Flurstraße die Grabenstraße mit dem
Sternbuschweg und geht dort in die Finkenstraße über.
Die
Straßenfluchtlinien wurden 1898 festgelegt. Im selben Jahr stand
dort bereits das erste Haus, ein von der Stadt erbautes
Arbeiterwohnhaus.
Da die Straße
bis dahin noch keinen Namen hatte, gab die Städtische Baukommission
ihr am 12. November 1898 die Bezeichnung Flurstraße. Der nicht
gewählte Vorschlag Heimstraße bezog sich wohl auf das Städtische
Asyl für Obdachlose, das 1886 am Sternbuschweg errichtet worden war
und 1900 abgerissen wurde, weil es dem weiteren Ausbau der
Flurstraße im Wege stand.
Die Stadt baute
bis 1918 an der Flurstraße elf Doppelhäuser für Arbeiter. Den
Abschluß bildeten 1919-1921 fünf Häuser an der Ecke Sternbuschweg,
wobei die Flurstraße bogenförmig überspannt wurde.
Flur ist die
altgermanische Bezeichnung für die zu einem Ort gehörige
landwirtschaftliche Nutzfläche, auch Feldgemarkung genannt.
Forsthausweg
Der Forsthausweg
führt in Verlängerung der Holteistraße von der Lotharstraße in den
Duisburger Wald hinein, wo er am Wasserbehälter auf den Rundweg
trifft.
Das zwischen
1869 und 1873 erbaute städtische Forsthaus lag etwa gegenüber der
heutigen Universitätsbibliothek. Es musste 1974 den Bauarbeiten für
die Duisburger Gesamthochschule weichen.
Ein genaues
Datum für die Benennung des Weges existiert nicht. Das Forsthaus
zählte postalisch zur Lotharstraße, aber bereits 1925 erscheint auf
einem Stadtplan die Bezeichnung Forsthausweg. Erst 1962 wird der
Forsthausweg im Adressbuch aufgeführt, als man die Anschrift des
Forsthauses von Lotharstraße in Forsthausweg ändert.
Fraunhoferstraße
Die
Fraunhoferstraße beginnt am südlichen Ende der Wegnerstraße,
verläuft parallel zum Stembuschweg auf dessen Nordseite, macht etwa
60 m nördlich der Hertzstraße eine Wendung um 90° nach Nordwesten
und trifft dann nach 200 m auf das Nordende der Wegnerstraße, so
dass sie mit dieser zusammen eine Art Ring bildet. Dieser letzte
Teil der heutigen Fraunhoferstraße hieß bis 1938/39 Kapellenstraße,
benannt nach der Kapelle auf dem Friedhof am Sternbuschweg, zu der
sie von der Karl-Lehr-Straße führen sollte.
Die Straße
gehört - wie beispielsweise die Bunsenstraße - in das seit 1924
erschlossene Siedlungsgebiet der„Duisburger Gemeinnützigen
Bau-Gesellschaft AG.“(Gebag), auf dem auch der Reichsbund der
Kinderreichen 1931 baute.
Den Namen
erhielt die Straße am 25. Januar 1925 nach Joseph Fraunhofer
(Straubing 6.3. 1787 -7.6. 1826 München), 1824 geadelt. Als
Glasschleifer gelang es ihm, in dem von ihm geleiteten optischen
Betrieb in Benediktbeuren infolge verbesserter Schleifmaschinen
Linsen für astronomische Fernrohre in bisher unbekannter Güte
herzustellen, mit denen er die dunklen, nach ihm benannten
Fraunhoferschen Linien (Absorptionslinien) im Sonnenspektrum
entdeckte.
Zusammen mit der
Bunsen-, Gauß- und Hertzstraße ist hier ein Straßenviertel mit Namen
berühmter Naturwissenschaftler entstanden.
Friedrich-Alfred-Straße
Die
Friedrich-Alfred-Straße verläuft vom Kalkweg zur Bertaallee. Hier
befinden sich die Trainingsstätten des Landessportbundes
Nordrhein-Westfalen, Sportschule und Verwaltung des Westdeutschen
Fußballbundes sowie die Wasserski-Anlage auf dem Margaretensee.
Als die Straße
1928 angelegt worden war, wurde vorgeschlagen, sie in Würdigung der
großen Verdienste des Krupp-Direktors Klönne um die Schaffung der
Sportanlagen „Friedrich Klönne-Straße“ zu nennen. Klönne bat jedoch,
von dieser Benennung abzusehen. Diese Namengebung hätte auch
Schwierigkeiten verursacht, da „die Übernahme von Namen noch
lebender Personen für Straßenbezeichnungen nicht gewünscht“ wird,
wie es in den Richtlinien hieß. Friedrich Klönne schlug seinerseits
„Friedrich-Alfred-Straße“ vor. Am 1. Oktober 1928 stimmte der
städtische Tiefbauausschuss zu, obwohl sich in unmittelbarer Nähe
schon die unbebaute Alfredistraße befand. Da jedoch die weiteren
Planungen vorsahen, diese nicht auszubauen, stand der Benennung in
Friedrich-Alfred-Straße nichts im Wege (s. a. Alfrediplatz).
Friedrich Alfred
Krupp (Essen 17.2.1854 - 22.11.1902 Essen) vergrößerte das von
seinem Vater Alfred Krupp zur größten Gussstahlfabrik ausgebaute
Unternehmen u. a. durch die Übernahme des Grusonwerkes Magdeburg und
der Germaniawerft Kiel. 1897 gründete er auf freiem Feld am Rhein,
im späteren Rheinhausen, die „Friedrich-Alfred-Hütte“(s. a.
Kruppstraße).
Friedrichsruher
Weg
Der
Friedrichsruher Weg ist eine kleine Stichstraße (in Richtung auf die
Pappenstraße), die mit der Schönhauser Straße Verbindung hat.
Zusammen mit der
Schönhauser Straße (s. dort) wurde am 7. Oktober 1912 durch die
Städtische Baukommission der Name Friedrichsruher Straße festgelegt,
der bis zum Duisburger Adreßbuch von 1927 mit dem Vermerk „unbebaut“
wiederkehrt. Das Adressbuch von 1928 bringt zum ersten Mal den für
die Folgezeit gültigen Namen Friedrichsruher Weg und weist die
ersten sieben auf einer Seite liegenden Häuser des Gemeinnützigen
Bauvereins Essen aus.
Wie bei der
Schönhauser Straße ist auch hier der Zusammenhang mit dem
Namensgeber für die nahe gelegene Bismarckstraße gewahrt. Das
Jagdschloß Friedrichsruh, 1763 im Sachsenwald (Krs. Herzogtum
Lauenburg, Schleswig-Holstein) erbaut, war seit 1871 Besitz des
Fürsten Otto von Bismarck, der hier von 1890 bis zu seinem Tode 1898
wohnte. 1945 wurde das zerstörte Schloss verändert wieder aufgebaut.
Fuchspfad
Dieser Waldweg geht von der Uhlenhorststraße aus, führt hinunter in
das Nachtigallental, ein altes Durchbruchstal der Ruhr, und endet
auf einem Weg, der ungefähr parallel zur Eisenbahnlinie
Speldorf-Hochfeld-Ürdingen verläuft.
Der Weg ist
schon auf einer Jagdkarte aus dem Jahre 1891 eingezeichnet; im
Duisburger Stadtplan von 1925 findet sich schon die Bezeichnung
Fuchspfad.
Zur besonderen
Kennzeichnung und Unterscheidung der Waldwege wurde er nach einem
der damals noch häufigen Wildtiere im Duisburger Wald benannt.
Gabrielkirchplatz
Der
Gabrielkirchplatz liegt am Schnittpunkt von Gabriel- und
Gneisenaustraße vor der St.-Gabriel-Kirche.
Die
Baufluchtlinien des Platzes wurden am 31. August 1910 und der Name
durch Beschluss der Baukommission vom 23. September 1910 festgesetzt.
Das Gelände gehörte seit 1899 der St. -Ludgeri-Pfarre, die hier
zwischen 1910 und 1912 die St.-Gabriel-Kirche erbaute, nach der der
Platz benannt wurde.
Gabrielstraße
Beginnend am
Sternbuschweg, nimmt die Gabrielstraße Richtung auf die St.-Gabriel
Kirche, schneidet den Gabrielkirchplatz, führt östlich um die Kirche
herum und dann wieder in gerader Linie auf die Richard-Wagner-Straße
zu.
Die
Baufluchtlinien der Nassestraße, wie die Gabrielstraße zuerst hieß,
wurden durch Ratsbeschluss vom 4. September 1906 festgelegt.
Ursprünglich sollte sie bis zur Mozartstraße reichen. Ausgebaut
wurde sie zunächst nur bis zur Wildstraße auf Kosten der St.-Ludgeri
Pfarre, über deren Gelände sie führte und die hier 1910-1912 die St.
Gabriel-Kirche erbaute.
Die Nassestraße
wurde durch Beschluss der Baukommission vom 24. Juli 1909 in „von-Nasse-Straße“
umbenannt, um die Beziehung zu ihrem Namensgeber Bertold von Nasse
(Oberpräsident der Rheinprovinz von 1890 bis 1905) klarer zu machen.
Durch Beschluss des Tiefbauausschusses vom 7. Dezember 1925 wurde sie
schließlich in Gabrielstraße umbenannt.
Die
Gabrielstraße blieb unbebaut, bis der Gemeinnützige Bauverein in
Essen hier 1927-1930 die so genannte „Einschornsteinsiedlung“
erbaute. Weitere Straßen der Siedlung sind die Kortum-, Kreutzer-,
Mozart-, Richard-Dehmel-, Richard-Wagner-, Silcher-, Uthmann- und
Wildstraße. Diese Siedlung ist eine Kombination mehrgeschossiger
Häuser mit Einfamilienhäusern, deren zentrales Heizwerk mit Kamin
der Siedlung den Namen gab. Neu angelegt wurden die Kreutzer-,
Richard-Dehmel-, Silcher- und Uthmannstraße, die ihren Namen nach
„verstorbenen Tonkünstlern“ erhalten sollten (s. bei den einzelnen
Straßen).
Gaußstraße
Die Gaußstraße
ist neben der Hertzstraße eine der beiden kurzen Verbindungsstraßen
zwischen Fraunhoferstraße und Sternbuschweg.
Die Straße, die
lange Zeit hindurch als Privatstraße angesehen wurde, weil sie durch
reichsbahneigenes Gelände führte, erhielt ihren Namen am 25. Januar
1925 nach dem Mathematiker und Astronomen Carl Friedrich Gauß
(Braunschweig 30.4.1777 - 23.2.1855 Göttigen), dem Direktor der
Sternwarte in Göttingen, Professor und Mitglied der Göttinger
Akademie der Wissenschaften. Außer durch zahlreiche neue
mathematische und astronomische Erkenntnisse wurde Gauß weithin
bekannt durch die in Zusammenarbeit mit dem Physiker Wilhelm Weber
(1804-1891) im Jahre 1833 gemachte Erfindung des elektromagnetischen
Telegrafen.
Zusammen mit der
Bunsen-, Fraunhofer- und Hertzstraße ist hier ein Straßenviertel mit
Namen berühmter Naturwissenschaftler entstanden.
Geibelstraße
Die Geibelstraße
verbindet die Grabenstraße mit der Lotharstraße.
Die
Straßenfluchtlinien wurden 1898 unter dem Namen Schillerstraße
festgesetzt. Durch Beschluß der Stadtverordnetenversammlung vom 14.
April 1908 erhielt sie zur Beseitigung von gleichlautenden
Straßennamen den Namen Geibelstraße. Mit der Bebauung wurde erst um
1914 begonnen, und der Straßenausbau war erst in den dreißiger
Jahren beendet.
Der Dichter
Emmanuel Geibel (Lübeck 17.10.1815 - 6.4.1884 Lübeck), besonders als
Lyriker gefeiert, war ab 1852 Professor der Ästhetik in München, und
wurde dort das Haupt der Tafelrunde des bayerischen Königs
Maximilian II. (Münchener Dichterkreis).
Gellertstraße
Westlich des
Sternbuschweges und parallel dazu, verbindet die kurze Gellertstraße
die Holteistraße mit der nördlicher gelegenen Geibelstraße.
Am 17. Oktober
1912 erhielt sie als neu angelegte Straße ihren Namen nach dem
Schriftsteller Christian Fürchtegott Gellert (Hainichen/Sachsen
4.7.1715 - 13.12.1769 Leipzig), der zunächst Theologie studiert
hatte, sich dann aber speziell Themen der Aufklärung zuwandte. Neben
Lustspielen und umfangreichem literarischen Briefwechsel haben ihn
seine Fabeln bekannt gemacht, die ihn zum „Lehrer und Bildner der
deutschen bürgerlichen Aufklärung“ werden ließen.
Gneisenaustraße
Die Fluchtlinien
der Gneisenaustraße wurden um 1895 festgelegt und danach mehrfach
geändert. Ursprünglich sollte sie an der Mülheimer Straße beginnen
und bis zur Gabrielkirche führen. Das Teilstück von dort bis zur
Koloniestraße, wo sie heute als Sackgasse endet gehörte zur
Derfflingerstraße.
Im Adressbuch
erscheint die Gneisenaustraße erst 1911 mit einem Haus, mit dem ihr
weiterer Ausbau begann. In der Mitte der beiden Fahrbahnen war ein
Promenadenweg vorgesehen mit Bäumen, Fuß- und Reitweg. 1914 wurde
der Reitweg ab Kammerstraße durch diese zur Lotharstraße und weiter
bis zur Mülheimer Straße verlegt. Der Ausbau der Straße kam nur
schrittweise voran. Auch lange nach dem II. Weltkrieg war z. B. das
Stück zwischen Aktienstraße und Bürgerstraße nur als Fußgängerweg
vorhanden. Erst in den siebziger Jahren wurde der Ausbau
abgeschlossen, wobei man darauf verzichtete, das Stück zwischen
Mülheimer Straße und Geibelstraße zu erweitern. Dieses wurde 1977 in
St.-Anna-Weg umbenannt (s. dort).
August Wilhelm
Anton Graf Neidhardt von Gneisenau (Schildau bei Torgau 27.10.1760 -
23.8. 1831 Posen) war seit 1786 preußischer Offizier. Er wurde
bekannt, als er 1807 an der Seite Nettelbecks (s. Nettelbeckstraße)
die Festung Kolberg in Pommern gegen die Franzosen verteidigte. In
den Freiheitskriegen wurde er Generalstabschef des Marschalls
Blücher und war maßgebend an der endgültigen Niederwerfung Napoleons
beteiligt. Er wurde 1825 zum Generalfeldmarschall ernannt. 1831
starb er an der Cholera.
Grabenstraße
Im Duisburger
Adressbuch von 1879, dem ersten, das Angaben über Namen von Straßen
macht, die allmählich an die Stelle der Häusernummerierungen in
einzelnen Sektionen treten heißt es zu der damals bereits bewohnten
Grabenstraße, dass sie „von der Mülheimer Straße an der ersten
Ziegelei vorbei durch die Kolonie zum Grunewald“ führe, d. h. die
Grabenstraße verlief wie heute von der Mülheimer Straße nach
Südwesten (parallel zum Sternbuschweg), hörte jedoch nicht, wie es
gegenwärtig der Fall ist, an der Kommandanten- bzw. Karl-
Lehr-Straße auf, sondern führte zunächst in gleicher Richtung weiter
und endete, kurz darauf leicht nach Westen biegend und die Eisenbahn
unterquerend, etwa in Höhe der heute noch im Namen des Hotels „Grunewald“
steckenden gleichnamigen Flur.
Unter der Kolonie war das damalige
Neudorf zu verstehen, auf dessen nördlichem, der Mülheimer Straße
zugewandtem Teil sich die vor allem in Duissern vertretenen
Ziegeleien vereinzelt fortsetzten. Die Besiedlung im Bereich
zwischen Karl-Lehr-Straße, Eisenbahn und Sternbuschweg, die
vornehmlich in den ersten Jahrzehnten dieses Jahrhunderts um sich
griff, hat die Grabenstraße auf die heutige Länge verkürzt.
Die genaueste
Erklärung für den Namen dieser Straße gibt der Heimatforscher
Wilhelm Meyer-Markau 1907, wenn er sagt, dass die „Grabenstraße nach
dem Graben neben der Landwehr“ benannt sei, „einem breiten Wall mit
Buschwerk“, an das die Heckenstraße erinnert.
Die Anlage
sollte das im Besitz des Herzogs von Berg befindliche und von den
Grafen von Spee beaufsichtigte Gestüt der wilden, d. h. verwilderten
Pferde, das bis 1814 bestand, vom Einbruch in die benachbarten
Ansiedlungen abhalten.
Noch zur
Jahrhundertwende war die Grabenstraße vielerorts nicht besser als
ein Feldweg und oft in einem nahezu unpassierbaren Zustand.
Grenzweg
Der Grenzweg
führt, von der Mülheimer Straße im Bereich der Monning kommend,
entlang der Duisburg-Mülheimer Stadtgrenze, vorbei an der dem Bistum
Essen gehörenden Bildungsstätte Wolfsburg (die 1906 als Kurhotel und
Ausflugslokal gebaut worden war) bis zum Rundweg, auf den er kurz
vor dem Nachtigallental trifft.
Das alten
Duisburgern bekannte Eisenbahnerhäuschen am Ende des Weges wurde
Mitte der achtziger Jahre abgerissen.
Der Name des
Weges ergibt sich aus seiner Lage zwischen den beiden Städten
Duisburg und Mülheim.
Grüner Weg
Dieser 1962 auf
einem Stadtplan von 1962 erstmals mit Namen aufgeführte Wander- und
Waldweg verläuft vom Kalkweg, vorbei an verschiedenen Sportanlagen,
zur Regattabahn.
Auf dem
Stadtplan von 1973 ist seine ursprüngliche Ausdehnung noch zu sehen.
Er begann an der Straßenkreuzung Wedauer Straße/Sternstraße - hier
liegt heute noch ein Stein mit der Aufschrift „Grüner Weg“ - und
führte durch das Eichwäldchen genannte Waldgebiet zum Kalkweg und
von dort aus zur Regattabahn. Nach der Umgestaltung des Bereiches am
Kalkweg durch den Bau der Städtischen Kliniken in den siebziger
Jahren endet der „alte“ Grüne Weg nun vor dem Krankenhaus am dort
vorbei fließenden Dickelsbach. Eine Verbindung ist nicht mehr
gegeben.
Gustav-Adolf-Straße
Die
Gustav-Adolf-Straße verbindet die Blumenstraße mit der Grabenstraße
in südöstlicher Richtung, wobei sie die Bismarckstraße schneidet und
danach auf der Ostseite der Seilerstraße vorbeiführt.
Im Jahre 1898
befasste sich die Stadtverwaltung mit der Festsetzung von
Straßenzügen zwischen Kammer-, Graben-, Neudorfer- und Blumenstraße.
Ein am 10. August 1898 angefertigter Lageplan zeigt auch den Verlauf
der projektierten und dann auch tatsächlich angelegten Straße, wobei
anzumerken ist, dass das Teilstück von der Seiler- bis zur
Grabenstraße erst 1908 ausgebaut wurde.
Hinsichtlich des
Namens hieß es allerdings noch am 3. Oktober 1900: „Wegen Benennung
der Straße vor dem projektierten Neudorfer Kirchplatz soll die
evangelische Gemeindevertretung gehört werden.“
Das geschah auch
am 16. Oktober 1900, und zwar deshalb, weil die Straße durch Gelände
der evangelischen Gemeinde Neudorf hindurchgeführt wurde, auf dem
dann zwischen 1905 und 1908 die Christuskirche erbaut worden ist.
Mit Schreiben
vom 19. November 1900 schlug die Evangelische Gemeinde zu Duisburg
dem Stadtbauamt den Namen Gustav-Adolf-Straße vor, der seitdem
Gültigkeit hat.
König Gustav II.
Adolf von Schweden aus dem Hause Wasa, der am 9. Dezember 1594 in
Stockholm geboren wurde, bestieg im Jahre 1611 den Thron. Sowohl
durch das Vordringen der habsburgischen Macht bis an die Ostsee im
Dreißigjährigen Kriege, und zwar speziell während des
niedersächsisch-dänischen Krieges (1623-1630) veranlasst, als auch
aus Sorge um die Zukunft des deutschen Protestantismus rüstete
Gustav Adolf zum Kriege gegen die katholische Liga. Er landete am 4.
Juli 1630 in Pommern, verbündete sich mit Frankreich, besiegte
überall die Wallensteinschen Truppen und fiel am 16. November 1632
in der Schlacht bei Lützen (südwestlich von Leipzig).
Gustav-Freytag-Straße
Von Süden her
stoßen Bismarckstraße und Gustav-Freytag-Straße im spitzen Winkel
gegenüber der von Norden kommenden Moltkestraße auf die Mülheimer
Straße. Die Gustav-Freytag-Straße stellt dabei die Verbindung
zwischen Mülheimer und Grabenstraße her, wo sie auf die Holteistraße
trifft.
Obwohl seit Ende
der achtziger Jahre des vorigen Jahrhunderts die Anlage
verschiedener Straßen zwischen Grabenstraße und damals bereits
projektierter Bismarckstraße beabsichtigt war, taucht am 19. Juli
1898 in der Linienführung der heutigen Gustav-Freytag-Straße der
Name Uhlandstraße auf, der dann auch weiter offiziell für diese
Straße verwendet wird und zum ersten Mal im Adressbuch von 1902 mit
den beiden einzigen damals bestehenden Gebäuden Nr. 1 und Nr. 21
erscheint. Die Straße war nach dem Dichter und Germanisten Ludwig
Uhland (1787-1862) benannt worden.
Im Zuge der
Beseitigung gleicher Straßennamen im Duisburger Stadtgebiet wurde
die Uhlandstraße durch Bekanntmachung vom 9. April 1939 in der
National-Zeitung in Gustav-Freytag-Straße umbenannt.
Gustav Freytag
(Kreuzburg/Schlesien 13.7.1816 - 30.4.1895 Wiesbaden) war
nationalliberaler Politiker, Schriftsteller und Kulturhistoriker,
der den demokratischen Radikalismus der Jungdeutschen wie
romantisierende Flucht aus der Gegenwart gleichermaßen ablehnte.
1848-61 und 1867-70 war er Mitredakteur des einflussreichsten Organs
des liberalen Besitzbürgertums „Die Grenzboten“. Seinen politischen
Zielen dienten auch seine literarischen Werke, deren bekannteste der
deutsche Kaufmannsroman „Soll und Haben“ und der Romanzyklus „Die
Ahnen“ sind.
Händelstraße
Die Händelstraße
ist die einzige Straße zwischen Sternbuschweg und Gneisenaustraße,
die diese beiden Straßen nicht im rechten Winkel, sondern in der
Diagonale verbindet. Damit weist sie auf eine Fluchtlinienplanung
aus den neunziger Jahren des vorigen Jahrhunderts hin, die an der
Kreuzung von Klöckner- (ehemals Ost-) und Gneisenaustraße einen
Platz vorsah, auf den acht Straßen sternförmig zulaufen sollten. Die
anderen diagonalen Straßen wurden nicht angelegt, ebenso wenig wie
der Anfang der Händelstraße, die noch bis 1924 als Verlängerung der
Pappenstraße geplant war.
Ihren Namen
erhielt die Straße durch Beschluss der Städtischen Baukommission vom
1. Februar 1907, nachdem zuerst auch der Name Bunsenstraße im
Gespräch gewesen war.
Der Komponist
Georg Friedrich Händel (Halle/Saale 23.2.1685-14.4. 1759 London)
studierte zuerst Jura und wandte sich 1703 der Musik zu. Von
Hannover aus, wo er seit 1710 Hofkapellmeister war, besuchte er
London und lebte ab 1712 fast nur dort. Von seinen Opern, Sonaten,
Oratorien, Concerti grossi und anderen musikalischen Werken sind
besonders bekannt der „Messias“ sowie die „Wassermusik“ und die
„Feuerwerksmusik“.
Hammerstraße
Die Hammerstraße
stellt eine Verbindung der Lützowstraße mit der Memelstraße her.
Im Bereich
dieses Straßenzuges hatte die 1854 gegründete Zeche Neu-Duisburg
gelegen. Nachdem man 1859 in einer Tiefe von 165 Metern auf
Magerkohle gestoßen war, mußten die 1861 in größerem Umfang
begonnenen Förderungen im gleichen Jahr wieder eingestellt werden,
weil die Wassereinbrüche nicht zu bezwingen waren. 1898 beantragte
die Zeche, auf ihrem Gelände Straßen anzulegen, deren Ausbau von der
Zechenverwaltung übernommen werden sollte. Die Stadt Duisburg machte
die Auflage, die Gebäude der Zeche abzureißen und den alten
Bergschacht abzumauern und doppelt zu überwölben. Der Schacht sollte
als Notauslass für die Entwässerung in Neudorf benutzt werden. 1899
erteilte die Stadtverwaltung die Bauerlaubnis für das erste Haus an
der Hammerstraße, seit 1905 übernahm die Stadt die Unterhaltung der
Straße.
Die Benennung
ergab sich daraus, dass die Straße auf die beiden Dampfhämmer der
Firma „Duisburger Maschinenbau-AG vorm. Bechem & Keetman“ zulief.
Hans-Pfitzner-Straße
Der im Laufe der
Zeit in Neudorf durch Straßenverbindungen zwischen Wald- und
Koloniestraße entstandene Teil des „Komponisten-Viertels“ beginnt -
von Nordwesten her - mit der Hans-Pfitzner-Straße, deren Benennung
in der Ratssitzung vom 14. Januar 1957 beschlossen wurde, nachdem
dieses südliche Teilstück der bisherigen Richard-Wagner-Straße auch
in Zukunft über die Koloniestraße hinaus keine Verbindung zum
nördlichen Teil haben sollte. (Der Vorschlag „Beethovenstraße“ wurde
nicht angenommen, da eine so kurze Straße nach Meinung einiger
Ratsherren des Genies Beethovens „nicht würdig genug“ war.) Die
ersten Häuser mit den Nummern 28, 30 und 31 erscheinen in dem
nächsten, auf das oben genannte Datum folgenden Adressbuch von 1959.
Der Komponist
und Musikschriftsteller Hans Pfitzner (Moskau 5. 5. 1869 - 22. 5.
1949 Salzburg), von 1908 bis 1910 Dirigent und Opernleiter in
Straßburg, war anschließend bis 1929 an der Akademie der Künste in
Berlin, danach als Professor an der Akademie der Tonkunst in München
tätig. Von Schumann und Wagner beeinflusst, hat sein Hauptwerk „Pale
strina“ (1912/15) jedoch einen eigenen, selbständigen Charakter.
Hardenbergstraße
Sie ist die
Verbindungsstraße, die, zwischen Nettelbeck- und Kammerstraße
gelegen, die Lenaustraße mit der Schenkendorfstraße verbindet.
Wie die
Schenkendorfstraße (s. dort) kommt die Hardenbergstraße ebenfalls
als neu benannt in einem Straßenverzeichnis vom 17. Oktober 1912
vor. Auch hier kam es zur Neufestsetzung der Fluchtlinie. Ausgebaut
wurde die Straße erst im Jahre 1930. Die im Adressbuch von 1931
aufgeführten, zu beiden Seiten der Straße errichteten 31 Häuser (der
Nummern 1-36) gehörten dem Wohnungsverein Duisburg und waren im
wesentlichen Beamtenwohnungen.
Im Hinblick auf
die benachbarte Schenkendorf- und Lenaustraße kann davon ausgegangen
werden, dass die Straße ihren Namen nicht nach dem preußischen
Staatskanzler Fürst Karl August von Hardenberg (1750 - 1822),
sondern nach dem Freiherrn Friedrich von Hardenberg (Wiederstedt b.
Mansfeld 2.5. 1772 - 25. 3. 1801 Weißenfels) bekommen hat, der den
Dichternamen Novalis führte. Er gilt als der bedeutendste Dichter
der Frühromantik, der tiefsinnige philosophische Spekulation mit
ungebrochener christlicher Frömmigkeit verband.
Haroldstraße
Dieser ehemalige
Feldweg, der gegen Ende des vorigen Jahrhunderts zur Bebauung
vorgesehen war, wird zum ersten Mal in den Akten des Stadtarchivs
Duisburg am 17. Mai 1898 als Haroldstraße bezeichnet. Es handelte
sich, wie heute, um die Verbindung der Bismarckstraße mit der
Grabenstraße (zwischen den parallel laufenden Verbindungsstraßen
Schemkesweg im Norden und Kammerstraße im Süden).
Es wurde damals
die Frage erörtert, ob man diese neue Straße über die Bismarckstraße
hinaus bis zur Blumenstraße verlängern solle, wozu es jedoch nicht
kam. Weshalb der männliche Vorname Harold gewählt wurde, war nicht
festzustellen.Im Jahre 1899 hatte der Duisburger Spar- und Bauverein
dort die ersten 4 Häuser errichtet.
Hebbelstraße
Von der Stelle,
wo die Bismarckstraße am Neudorfer Markt aus ihrem bisherigen
Verlauf von Nordosten nach Südwesten ein wenig mehr nach Westen
abknickt, führt die Hebbelstraße an der Ostseite des Neudorfer
Marktes vorbei nach Süden über die Seilerstraße hinaus und trifft -
im letzten Stück als Fußweg - auf die Grabenstraße.
Mit der
Liliencron- und Scheffelstraße sowie mit einer Reihe von anderen,
nach Dichtern und Schriftstellern benannten Straßen gehört die
Hebbelstraße zu solchen, aus deren Namen sich ein wirkliches „Dichterviertel“
hätte schaffen lassen, die aber, da sie zwischen andere Straßennamen
„eingestreut“ sind, nur auf Ansätze zur Bildung eines so geprägten
Namensbereiches schließen lassen.
Ursprünglich war
der Name Herderstraße vorgesehen, zumindest gab es diese Benennung,
wie eine Aktennotiz im Stadtarchiv Duisburg erkennen lässt, schon im
August 1893 (Johann Gottfried Herder, 1744-1803, Theologe,
Schriftsteller und Dichter).
Obwohl die
Baufluchtlinien schon früh festgelegt worden waren, kam es zum
Ausbau der Straße erst 1908. Und als im Duisburger Adressbuch von
1910 als erstes Haus die Nr. 2 aufgeführt wurde, in dem der Kaufmann
Ernst Majert wohnte, das aber dem Maurerpolier Julius Baumgarth in
der Zirkelstraße 35 gehörte, da war gerade 1909 der Name
Herderstraße in Hebbelstraße umgewandelt worden, weil man hierdurch
die Doppelbenennung zu einer damals in Meiderich vorhandenen
Herderstraße vermeiden wollte.
„Pate“ für den
Straßennamen, wie er heute noch besteht, wurde der als Tragiker wie
auch als Lyriker hervorgetretene Dichter Friedrich Hebbel
(Wesselburen in Dithmarschen 18. 3. 1813 - 13. 12. 1863 Wien).
Bekannte Werke Hebbels „Maria Magdalene, ein bürgerliches
Trauerspiel“, „Herodes und Mariamne“ sowie „Agnes Bernauer“. Ein
Dokument der Weltliteratur wurden seine 1835 begonnenen
Tagebücher.
Heinestraße
Die Heinestraße
hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich, was ihre Namensgebung
betrifft. Ursprünglich war sie um 1906 als Arnimstraße (nach dem
Dichter Achim von Arnim, 1781-1831) von der Grabenstraße bis zur
Lotharstraße durchgehend geplant.
In der Sitzung
der Städtischen Baukommission vom 1. Februar 1907 wird jedoch der
Name Kleistraße festgelegt. (Der Dichter Heinrich von Kleist,
Frankfurt/Oder 18. 10. 1777 - 21. 11. 1811 am Wannsee bei Berlin,
schuf so bekannte Werke wie „Der zerbrochene Krug“, „Michael
Kohlhaas“, „Das Käthchen von Heilbronn“.)
Der Ausbau der
Straße begann erst 1925 mit der Bebauung durch die Gemeinnützige
Siedlungsgenossenschaft „Eigenheim“, die den Vorschlag machte, den
Teil der Straße zwischen Grabenstraße und Sternbuschweg in
„Lindenhof“ umzubenennen, da sie dort Linden pflanzen wollte. Diesem
Vorschlag folgte man aber nicht. Einem anderen Vorschlag war jedoch
1933 Erfolg beschieden. Am 30. November 1933 wurde die Kleiststraße
in Heinestraße umbenannt, nach dem SA-Truppführer Friedrich Heine
(Hannover 25.9. 1887 4.3. 1933 Duisburg), der in der Kleiststraße am
4. März 1933 bei Straßenkämpfen zwischen Rechts- und Linksradikalen
erschossen wurde. Um Verwechslungen mit dem jüdischen Dichter
Heinrich Heine vorzubeugen, benannte man die Heinestraße am 6.
August 1937 in Friedrich-Heine-Straße um.
Nach dem Krieg
wurde sie durch eine Verfügung des Oberbürgermeisters vom 9. Mai
1945 wieder in Heinestraße umgetauft, was bereits mit Beschluss des
Sonderausschusses für die Umbenennung von Straßen vom 22. September
1947 in Heinrich-HeineStraße abgeändert wurde, um Verwechslungen mit
Friedrich Heine zu vermeiden: Warum die Straße mindestens seit 1950
wiederum als Heinestraße geführt wurde, ließ sich nicht klären.
Der Dichter
Heinrich Heine (Düsseldorf 13.12.1797 - 17.2.1856 Paris) promovierte
1825 zum Dr. jur. und trat im gleichen Jahr vom jüdischen Glauben
zum Christentum über. 1831 ging er als Zeitungsberichterstatter nach
Paris. Er gehörte zu den reichsten lyrischen Begabungen im
nachgoetheschen 19. Jahrhundert, war aber auch ein Satiriker von
ätzender Schärfe. Seine literarische Wirkung in Europa war
außerordentlich. Seine Gedichte wurden in viele Sprachen
übersetzt.
Heinrich-Bertmans-Straße
Die westlich des
Ludgeriplatzes von der Klöcknerstraße nach Süden zur Kammerstraße
führende Verbindung ist die Heinrich-Bertmans-Straße. Die Benennung
dieser neu angelegten Straße wurde in der Sitzung des Rates der
Stadt Duisburg vom 9. Mai 1966 beschlossen. In einer Feierstunde
Mitte Juni 1966 wurde die Straße gleichsam „eingeweiht“.
Namenspatron ist
Heinrich Bertmans (Wachtendonk 28.9.1844 - 15.7.1932 Nieukerk [Kerken]).
Er war in den Jahren von 1890 bis 1922 erster Pfarrer von St.
Ludger, dessen Kirchenbau er anregte und förderte. 1899 erwarb er
auch das Grundstück für die 1910 fertiggestellte St.-Gabriel-Kirche.
Am 9. Oktober 1908 wurde Bertmans Stadtdechant, 1914 Ehrendomherr
von Münster. 1922 nahm er Abschied von seiner Gemeinde, „um die Tage
seines Alters in Zurückgezogenheit im stillen Nieukerk zu
verbringen“.
Heinrich-Lersch-Straße
Am 18. Dezember
1961 enthielten die Amtlichen Mitteilungen der Stadt Duisburg die
Mitteilung, dass die „zwischen der Blumen- und Oststraße geplante
neue Straße“, die diese Verbindung mit einem fast rechtwinkligen
Knick herstellt, den Namen Heinrich-Lersch-Straße tragen solle.
Die ersten
Häuser (Nr. 1,3,5) erschienen im Adressbuch von 1965. Erst in den
siebziger Jahren werden die weiteren Wohnhäuser gebaut.
Namenspatron war
der als Arbeiterdichter bekannte Schriftsteller Heinrich Lersch
(München-Gladbach [Mönchengladbach] 12.9.1889 - 18.6.1936 Remagen),
von Beruf Kesselschmied. In seiner Lyrik und seinen Erzählungen
stellte er das Schicksal und Erleben des Arbeiters in Krieg und
Frieden dar.
Er vertrat einen christlichen Sozialismus mit nationalem Pathos, was
ihn dem Nationalsozialismus genehm machte. Er bekannte sich zur
Industriewelt. 1908 kam Heinrich Lersch nach Duisburg, wo er bei
Duisburger Firmen sowie bei der Schiffswerft Ewald Berninghaus
arbeitete.
Nachzutragen ist
noch, dass es vor 1961 bereits eine Heinrich-Lersch-Straße gegeben
hat. Es war dies die frühere Dessauer Straße (benannt nach dem zum
Deutschen Reich gehörenden Fürstentum Anhalt-Dessau), die ihren
Namen Ende des vorigen Jahrhunderts erhielt. Sie war eine Verbindung
von der Pappenstraße zur Kammerstraße, die diesen Namen offenbar bis
1938 beibehielt. I
m letzten Vorkriegs-Adreßbuch von 1939 erscheint sie erstmals als
Heinrich-Lersch-Straße.Von 1899 bis zu dieser Zeit gab es dort immer
nur die beiden Wohnhäuser Nr. 115 und 133. Während des II.
Weltkrieges sorgten neue Bebauungsabsichten dafür, dass die
Heinrich-Lersch-Straße mit Bekanntgabe vom 3. Oktober 1940 als
Straßenname schon wieder fortfiel.
Die Zerstörungen im Kriege und neue Überlegungen haben dann dazu
geführt, dass das dortige Gelände anderweitig genutzt wurde
(Versuchsanstalt für Binnenschifffahrt und Institute der neuen
Universität Duisburg).
Hertzstraße
Neben der
Gaußstraße ist die Hertzstraße eine der beiden kurzen
Verbindungsstraßen zwischen Fraunhoferstraße und Sternbuschweg.
Am 25. Januar
1925 erhielt sie ihren Namen nach dem Physiker Heinrich Rudolf Hertz
(Hamburg 22.2. 1857 - 1.1.1894 Bonn), Professor der Physik in
Karlsruhe und Bonn. Er entdeckte u. a. die nach ihm benannten
Hertzschen Wellen, elektromagnetische Schwingungen, die eine der
Grundlagen der heutigen Funktechnik bilden.
Zusammen mit der
Bunsen-, Fraunhofer- und Gaußstraße ist hier ein Straßenviertel mit
Namen berühmter Naturwissenschaftler entstanden.
Hessenstraße
Die „Straße
südwestlich des vorgesehenen (inzwischen vorhandenen) Hallenbades an
der Memelstraße zwischen Bismarck- und Grabenstraße - parallel zur
Klöcknerstraße (Oststraße)“ wurde am 4. September 1972 durch den Rat
der Stadt Duisburg Hessenstraße benannt.
Es ist nicht
ersichtlich, warum man gerade auf diesen Namen, den eines deutschen
Stammes und heutigen Bundeslandes, verfallen ist. Möglicherweise war
die Lautgleichheit mit der benachbarten Memelstraße maßgebend, die
ihrerseits an eine ehemalige deutsche Landschaft erinnert.
Im Jahre 1977
stand als erstes das Haus Nr. 15, das der Duisburger Gemeinnützigen
Baugesellschaft gehört und das bis 1988 der einzige Bau geblieben
ist, zumal das Hallenbad an der Memelstraße bis weit in den Bereich
der Hessenstraße hineinreicht.
Holteistraße
In Verlängerung
der Gustav-Freytag-Straße verbindet die Holteistraße die
Grabenstraße mit der Lotharstraße und geht dort in den Forsthausweg
über.
Die Fluchtlinien
der Goethestraße, wie sie zunächst hieß, wurden 1898 festgelegt. Mit
der Bebauung wurde erst Ende der zwanziger Jahre begonnen, der
Ausbau der Straße selbst war erst um 1940 beendet.
Durch Beschluss
der Stadtverordnetenversammlung vom 14. April 1908 wurde die
Goethestraße zur Beseitigung von gleich lautenden Straßennamen im
Stadtgebiet in Holteistraße umbenannt.
Der
Schriftsteller und Schauspieler Karl von Holtei (Breslau 24.1.1798 -
12.2.1880 Breslau) war u. a. von 1837 bis 1839 Theaterdirektor in
Riga und lebte längere Zeit in Berlin, Graz und Breslau. Er hat das
so genannte Vaudeville in der Form des zwischen Singspiel und
Gesangsposse stehenden Liederspiels auf der deutschen Bühne heimisch
gemacht.
Hombergweg
Dieser schöne
Wanderweg beginnt am Rehweg in der Nähe der Kreuzung der
Eisenbahnlinie Speldorf-Hochfeld mit der Autobahn A 3, führt dann
unter den Tunnel der Eisenbahnverbindung Speldorf-Bissingheim
überquert die Uhlenhorststraße und verläuft dann bergauf zum Homberg,
mit 77,4 Meter Höhe einer der höchsten Kuppen des Duisburger Waldes,
und endet am Worringer Reitweg.
Die Bezeichnung
ist entstanden aus der Wortverbindung „hoher Berg“.
Verschiedentlich
wird in älteren Veröffentlichungen darauf hingewiesen, dass es sich
bei der früher „Hömberg“ genannten Anhöhe um eine alte Kultstätte
handeln solle.