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Neudorfer Strassennamen

Buchstaben A bis D


A - D        E - H        I - N        O - S        T - Z



Akazienstraße

Zusammen mit der etwas südlich von ihr verlaufenden Karl-Lehr-Straße trifft die Akazienstraße, von der L 237 oder Grabenstraße ausgehend, am Sternbuschweg auf die Waldstraße.

In Akten des Stadtarchivs Duisburg kommt der Name zum erste Mal am 12. Mai 1898 vor, während in einer gleichzeitigen Zeichnung von ihr noch als von einer projektierten Straße von 12 m Breite gesprochen wird und wobei auch zu erkennen ist, dass das letzte Stück der heutigen Karl-Lehr-Straße (zwischen Grabenstraße und Sternbuschweg) damals noch ein Teil der Waldstraße war.

Während die Duisburger Adressbücher bis 1902 die Straße als unbebaut ausweisen, wird 1903 dort als erstes Haus das mit der Nummer 41 genannt.

Da noch bei Anlage einer großen Zahl von Straßen, vor allem im Gebiet von Neudorf, der Wald bis an das Bahngelände reichte, sind, wie der Heimatforscher Wilhelm Meyer-Markau noch 1907 zu berichten weiß, „mehrere Straßen nach Wald- und anderen Bäumen benannt worden.“

Die Akazie, mit etwa 500 tropischen und halbtropischen Arten vor allem in Australien und Afrika beheimatet, wurde als europäische Zierpflanze zuerst im Jahre 1611 in Rom vom Fürstenhaus Farnese gezüchtet.

 

 

Aktienstraße

Die Aktienstraße, eine der vielen Verbindungsstraßen zwischen Grabenstraße und Lotharstraße, wurde 1890 als Privatstraße der „Gemeinnützigen Actien-Baugesellschaft“ angelegt, die dort im Laufe weniger Jahre Arbeiterwohnhäuser errichtete. Sie reichte zuerst nur bis zum Sternbuschweg, wurde aber 1892 bis zur Lotharstraße verlängert.

Durch Beschlus der Baukommission vom 19.Dezember 1890 erhielt sie den Namen„Actienstraße“. Innerhalb der nächsten zehn Jahre setzte sich jedoch die heutige Schreibweise durch.

Ihren Namen hat die Straße von der oben erwähnten Baugesellschaft, die 1872 gegründet wurde und heute unter dem Namen „Duisburger Gemeinnützige Baugesellschaft“ (kurz: Gebag) firmiert.

 

 

Aktienweg

Der Aktienweg führt - gleichsam in Verlängerung der Aktienstraße - von der Lotharstraße aus über Walramsweg, Eisenbahnlinie und Autobahn bergan auf den Aktienberg.

Hier wurde 1952/53 etwa auf der Hälfte des Gesamtweges auf einer der höchsten Erhebungen des Duisburger Waldes (ca. 80 m über NN) ein großer Wasserbehälter mit 25.000 Kubikmeter Speicherraum errichtet, in den Trinkwasser aus den Einzugsgebieten an der Ruhr und in (Düsseldorf-) Bockum/Wittlaer gepumpt wird.

Ein zweiter Behälter mit 37.500 Kubikmeter Fassungsvermögen wurde 1966 fertig gestellt. Um diesen Komplex herum führt der Aktienweg in südlicher Richtung, trifft dann wieder auf seine ursprüngliche Route und endet am Grenzweg. Zum Namen s. unter Aktienstraße.

 

 

Alfrediplatz

Der Alfrediplatz liegt am Schnittpunkt von Kalkweg und Kruppstraße und somit am Eingang zu den Wedau-Sportanlagen.

Ursprünglich hieß eine kurze Straße, die vom Kalkweg auf das Stadion zuführte, Alfredistraße. Da sie nicht bebaut wurde, sondern nur eine Stadionzufahrt bildete, wurde der rechteckige Platz vor dem Stadion, der sich nach Anlage der Kruppstraße gebildet hatte, um 1939 Alfrediplatz genannt.

Namengeber war Friedrich Alfred Krupp (Essen 17.2. 1854 - 22. 11. 1902 Essen), der die von seinem Großvater Friedrich Krupp gegründete Gußstahlfabrik u. a. 1897 durch die Errichtung eines modernen Hüttenwerkes in Rheinhausen, der Friedrich-Alfred-Hütte, ausbaute (s. a. Friedrich-Alfred-Straße, Kruppstraße).

 

 

Alte Schanze

Die Alte Schanze verläuft von der Koloniestraße in Richtung Neudorfer Straße und über diese hinaus als Sackgasse bis zur Kleingartenanlage Blumenstraße e.V.

1898 wurden die Baufluchtlinien der ursprünglich zwischen Gustav-Adolf- und Koloniestraße geplanten Straße festgelegt. 1911 wurde das erste Haus bezogen und die Straße in der Folgezeit bis zu der um 1925 angelegten, aber nie weiterentwickelten Feldherrenstraße ausgebaut, die eine Verbindung zwischen Blumenstraße und dem Neudorfer Markt herstellte und deren Terrain heute zum Kleingartengelände gehört.


Bis Anfang 1939 hieß die Alte Schanze noch Markgrafenstraße, wohl als Reminiszenz an die Markgrafen Kurfürsten von Brandenburg, die seit 1609/1666 Duisburger Landesherren gewesen waren. Wegen einer Straße gleichen Namens in Obermarxloh erfolgte dann die Umbenennung in Alte Schanze nach einer alten Flurbezeichnung, die schon 1733 auf einer Übersichtskarte vom Amt Duisburg vorkommt. Als Schanzen bezeichnete man geschlossene Verteidigungsanlagen in Feldbefestigungen.

 

 

Am Knickert

Es handelt sich hierbei um einen etwa 650 m langen Weg im Duisburger Wald, der vom Worringer Weg, der nördlichen Begrenzung des Ortsteils Bissingheim aus nach Nordwesten führt, wobei er den so genannten Rundweg schneidet und dann nach knapp 250 m im rechten Winkel auf einen nicht bezeichneten kurzen Waldweg unweit der Bissingheimer Straße stößt.

Als unbewohnter Waldweg erscheint er nicht in den Duisburger Adressbüchern.

In unmittelbarer Nähe der Worringer Straße ist noch auf dem Stadtplan von 1973 die Flurbezeichnung Knickert aufgeführt, die offenbar kurz darauf dem ganzen Weg den Namen gegeben hat.

Der Flurname Knickert deutet auf ein Gelände hin, in dem sich mehrere Knicke (Biegungen oder Absenkungen) befinden.

 

 

Amselsteig

Ganz unregelmäßig verlaufend, führt der Amselsteig vom Nachtigallental unmittelbar östlich der Autobahn A3 im Duisburger Stadtwald nach Norden, schneidet dabei den Weg „Berg und Tal“ und trifft wenige Meter vor dem Kammerweg auf den südlichenTeil des Krähenweges (s. d.).

Als unbewohnter Waldweg erscheint er nicht in den Duisburger Adressbüchern. Die oben beschriebene Führung des Weges findet sich erstmalig auf dem Duisburger Stadtplan von 1977, davor, z. B. 1973, ist im Bereich des Amselsteiges der Krähenweg geradewegs bis zum Nachtigallental durchgeführt.

Zur näheren Kennzeichnung der Waldparzellen wurde dieser Name nach einem der häufigsten im Stadtbereich noch vorkommenden Vögel also erst in jüngster Zeit verwendet.

 

 

Am Waldessaum
Im Sommer 1936 hatte in dieser bevorzugten Wohnlage am westlichen Rand des Duisburger Stadtwaldes als erster der Hafenbaudirektor Dr.-Ing. Max Schinkel ein Wohnhaus errichtet, das er im September dieses Jahres bezog. Es hatte die Nr.3. Aus seiner Korrespondenz mit der Stadtverwaltung geht hervor, dass die Anlage der Straße im Mai 1934 beschlossen worden war.

Diese neue von Norden nach Süden führende Straße, die von der Mülheimer Straße aus geht, begrenzte im Osten die Tennis- und Sportplätze, u. a. des Clubs Raffelberg, die im Westen bis zur Lotharstraße reichten. Auf diesen Plätzen befinden sich heute teilweise die Bauten der Duisburger Universität/Gesamthochschule.

Während die Straße Am Waldessaum 1936 noch unmittelbar im Waldgelände auslief, wurde sie in der Folgezeit als ein ausgebauter Weg bis zur Forsthausstraße durchgeführt. So findet man sie z. B. auf dem Stadtplan von 1954 und noch 1977. Im Zuge der Veränderungen durch die Universitätsbauten und der damit verbundenen verkehrstechnischen Neuanlagen im Bereich der Autobahn A 3 findet die Straße Am Waldessaum heute - so z. B. auf dem Stadtplan von 1986 - ihre südliche Begrenzung durch den Brehmsweg.

Die genannte Randlage am Wald bedingte den Namen dieser Straße, dessen Verwendung am 11. Mai 1936 offiziell bekannt gemacht wurde.

 

 

Andersenstraße

Sie führt von der Klöcknerstraße (ehemals Oststraße) in nördlicher Richtung, in etwa parallel zur Lotharstraße, und stößt im rechten Winkel auf die von Westen kommende Heinestraße.

Um 1907 wurde sie in ihrem Verlauf von der Aktienstraße bis zur Kammerstraße konzipiert und der Name in der Sitzung der Baukommission vom 1. Februar 1907 mit Grimmstraße (nach den Märchendichtern Gebrüder Grimm) festgesetzt. Mit Stadtverordnetenbeschluss vom 14. April 1908 wurde die projektierte Straße zwischen Aktien- und Bürgerstraße aufgehoben. Durch den neuen Bebauungsplan von 1911 fiel auch der Teil südlich der heutigen Klöcknerstraße fort, gleichzeitig wurde die restliche Straße etwas weiter östlich verlegt. Die Grimmstraße erscheint erstmals im Adressbuch von 1911. Ab 1914 ist sie durch den Beamtenwohnungsverein bebaut worden.

Zur Vermeidung doppelter Straßennamen im Stadtgebiet nach der Eingemeindung Hamborns 1929 wurde die Grimmstraße 1939 in Andersenstraße umbenannt.

Der dänische Dichter Hans Christian Andersen (Odense 2.4. 1805 - 4.8. 1875 Kopenhagen) wurde bekannt durch seine Märchen wie z. B. „Des Kaisers neue Kleider“, „Die Prinzessin auf der Erbse“, „Das häßliche Entlein“.

 

 

Ankerstraße

Die Ankerstraße verläuft von der Memel- zur Carstanjenstraße und damit durch das Terrain der ehemaligen Duisburger Maschinenbau-AG (seit 1910 DEMAG). In diesem Bereich hatten August Bechem (1838-1873) und Theodor Keetman (1836-1907) 1862 ihre Firma Bechem&Keetman gegründet, die 1872 in eine Aktiengesellschaft mit dem Namen „Duisburger Maschinenbau-Aktien-Gesellschaft vorm. Bechem & Keetman“ umgewandelt wurde.

1912 erscheint die Straße zum ersten Mal im Straßenverzeichnis, 1926 wird hier das erste Haus gebaut.

Der Name der Straße hängt offenbar mit der hier erfolgten Produktion von Ankerketten durch die Duisburger Maschinenbau-AG zusammen, die ein Spezialgebiet der Firma darstellte.

 

 

Armer Siepenberg

Der schmale Waldweg führt vom Nachtigallental verhältnismäßig steil bergauf zu dem Rundweg, der auf den Kammerweg bzw. auf den Aktienberg zuläuft.

Zur Namenerklärung ist zu sagen, dass der Begriff „siepen“ auf langsam abfließendes Wasser hindeutet. Da der Armensiepenberg - wie wohl seine ursprüngliche Bezeichnung lautet - eine sandige Erhöhung ist, fließt hier in dem sonst wasserreichen Duisburger Wald nur ein kleines Bächlein. Vermutlich deutet die Namensbildung mit „arm“ auf die Bedeutungslosigkeit dieses Gewässers hin.

Der Weg ist bereits auf einer Jagdkarte von 1891 (allerdings ohne Bezeichnung) eingezeichnet.

 

Berg und Tal

Dieser abwechslungsreiche Waldweg beginnt an der Kreuzung von Krähen- und Lerchenpfad und endet am Grenzweg.

Er ist (ohne Bezeichnung) in seinem Verlauf bereits auf einer Karte von 1891 zu erkennen. Der Name deutet auf seine Beschaffenheit hin: er führt tatsächlich in ständigem Wechsel hinauf und hinunter.

 

 

Bertaallee

Die Bertaallee beginnt an der Kruppstraße hinter dem Stadion und verläuft zwischen Berta- und Margaretensee. Hinter der Kreuzung mit der Friedrich-Alfred-Straße führt sie als Fuß- und Wanderweg an der Regattabahn vorbei bis zur Wedauer Straße.

Sie ist mit Wirkung vom 23. August 1937 benannt worden nach Berta Krupp (Essen 29.3. 1886-21. 9. 1957 Essen), der ältesten Tochter Friedrich Alfred Krupps, die 1906 Gustav von Bohlen und Halbach geheiratet hatte (s. a. Kruppstraße).

 

 

Bismarckstraße

Die Bismarckstraße beginnt an der Nordwestseite des Neudorfer Marktes, wo sie mit der Hebbelstraße zusammentrifft, und führt sodann in schnurgerader Richtung nach Nordosten bis zur Mülheimer Straße.

Im Adreßbuch von 1879 heißt es zum erstenmal von der Bismarckstraße, sie sei projektiert und verbinde die Mülheimer Chaussee mit der Düsseldorfer Chaussee „und geht bis zur Parlamentsstraße in Hochfeld“, unter der die heutige Karl-Jarres-Straße zu verstehen ist.

Erste Ausbaumaßnahmen begannen um 1885. Nachdem dann durch Beschluss der Städt. Baukommission vom 4. Oktober1904 die Bismarckstraße zwischen der Düsseldorfer Straße und der Eisenbahnunterführung sowie ein Teil der Waldstraße die Bezeichnung Karl-Lehr-Straße (nach dem derzeitigen Oberbürgermeister Karl Lehr, 1879-1914) erhalten hatte, blieb wegen veränderter Baumaßnahmen im Bereich zwischen Graben-, Kolonie- und Kommandantenstraße für die – seit 1906 nachzuweisende – endgültige Linienführung der Bismarckstraße die heute noch bestehende, oben erwähnte Strecke vom Neudorfer Markt bis zur Mülheimer Straße übrig.
 

Namenspatron der Straße ist Fürst Otto von Bismarck(-Schönhausen), der Gründer und erste Kanzler des Deutschen Reiches von 1871 (Schönhausen 1. 4. 1815 – 30. 7. 1898 Friedrichsruh). Seit 1862 war Bismarck bereits Preußischer Ministerpräsident. In seine Amtszeit fallen die schließlich zur Einigung des Reiches im kleindeutschen Sinne (bei Ausschluss Österreichs) führenden Kriege von 1864 (gegen Dänemark), 1866 (gegen Österreich) und 1870/71 (gegen Frankreich).

 

 

Bissingheimer Straße
 

Die auf den Stadtteil Bissingheim zuführende Straße beginnt an der Kreuzung von Kolonie- und Uhlenhorststraße. Sie verläuft parallel zur Eisenbahnstrecke an Bissingheim und dem Erholungsgebiet Entenfang vorbei bis zur Stadtgrenze mit Ratingen-Lintorf.

Dem Ausbau der im März 1937 benannten Straße kam im Zuge der Anlage der Reichsautobahn besondere Bedeutung zu, so dass zunächst in den Jahren 1936/37 das Teilstück von der Koloniestraße bis zum Bahnhof Wedau fertig gestellt wurde; 1939 existierte die Straße bis zum südlichen Ortsausgang von Bissingheim.

Der Namen gebende Ortsteil Bissingheim, der bis 1929 zum Landkreis Angermund gehört hatte, entstand, nachdem auf Initiative des Generalobersten von Bissing (Bellmannsdorf/ Schlesien 30. 1. 1844 -18.4. l917 Trois Fontaines b. Brüssel) 1916 ein »Verein Mustersiedlung für Kriegsbeschädigte“ gegründet worden war, aus dem am 11. Februar 1918 die Rheinisch-Bissingheim-Siedlungsgesellschaft mbH. mit einem Gesellschafterkapital von 100.000 Mark hervorging, deren ursprünglicher Zweck es war, Heimstätten für Kriegsbeschädigte, Kriegshinterbliebene und Kinderreiche zu schaffen. Zu Ehren des Generals war diese Siedlung (Rheinisch-)Bissingheim genannt worden.

 

 

Blumenstraße
 

Die Blumenstraße beginnt an der Klöckner-(Ost-)Straße, läuft auf die Kammerstraße zu, endet aber für den Autoverkehr zunächst vor dem großen Wohnkomplex zwischen Blumen-, Heinrich-Lersch- und Kammerstraße, wo sie nur als Durchgang für Fußgänger durch die Häuser weitergeführt wird. Danach führt die Fortsetzung der Blumenstraße von dem durch Kammer-, Tulpen-, Gustav-Adolf- und Blumenstraße gebildeten Platz bis zur Neudorfer Straße. Von hier aus bis zur Koloniestraße ist die Blumenstraße ein Fußweg, der an Wohnhäusern mit Rasen- und Spielplatzanlagen entlangführt.

In der Sitzung der Städtischen Baukommission vom 24. April 1894 hat der Straßenzug den Namen Blumenstraße erhalten. Die Bebauung erfolgte in den kommenden Jahren zunächst zwischen Ost- und Kammerstraße. In den 1950er Jahren wurden die Häuser zwischen der Neudorfer und der Koloniestraße, die bereits 1929 geplant waren, durch die Julius-Baumgart KG. erbaut.

 

 

Brehmsweg

 

Im Zuge der baulichen Erschließung des an die Mülheimer Straße von Süden her vorstoßenden und noch stark durch den Duisburger Stadtwald bestimmten Nordzipfels des Stadtteils Neudorf in den Dreißigerjahren wurde auch der Brebmsweg angelegt.

Er begrenzt im Süden die Straße Am Waldessaum, führt dann etwa 150 m von Südwesten nach Nordosten, um dann im rechten Winkel nach Nordwesten umzubiegen, worauf er nach knapp 50 m die Mülheimer Straße erreicht. (Dieses letztgenannte Stück war ursprünglich ein selbständiger Weg gewesen, wie z.B. auf den Stadtplänen von 1954 und 1973 noch gut zu erkennen ist, der von der Mülheimer Straße aus nach Süden in das Waldgebiet führte und dessen Rest - noch weiter nach Süden hin bis kurz vor die Eisenbahnlinie Oberhausen-Wedau - immer noch vorhanden ist.)

Durch Verkündung in den „Amtlichen Mitteilungen“ der Stadtverwaltung vom 10. September 1937 erhielt die Straße offiziell ihren Namen, durch den hier in geeigneter Weise das Andenken an den großen Zoologen Alfred Edmund Brehm (Renthendorf b. Neustadt/Orla 2.2. 1829-11. 11. 1884 ebd.) bewahrt wird, der nach zahlreichen Forschungsreisen 1863 Direktor des Zoologischen Gartens in Hamburg wurde und in weitesten Kreisen der Bevölkerung durch sein mehrbändiges Werk „Tierleben“ bekannt wurde.

Genau genommen ist die Schreibung mit s falsch. Richtig müsste es Brehmweg, allenfalls Brehms Weg heißen!

 

 

Bürgerstraße
Im Jahre 1906 war die Straße zunächst unter dem Namen Adlerstraße geplant worden. Durch Beschluss der Städtischen Baukommission vom 1. Februar 1907 erhielt sie den Namen Bürgerstraße. Sie verband, wie heute, den Sternbuschweg mit der Lotharstraße. 1908 wurde die Mündung in die Lotharstraße etwas nördlich verlegt,

Die Bürgerstraße erscheint zuerst im Adressbuch von 1908 als unbebaute Straße, 1911 wurden die ersten Häuser errichtet. Der Ausbau der Straße zog sich noch bis in die fünfziger Jahre hin.


Der Dichter Gottfried August Bürger (Molmerswende/Unterharz 31. 12. 1747 -8. 6. 1794 Göttingen) studierte Theologie, klassische Philologie und Jura. Er war seit 1789 Professor an der Universität Göttingen und schrieb u. a. die bekannte Ballade „Lenore“ (1773) und zahlreiche Liebesgedichte. Die „Wunderbaren Reisen des Freiherrn von Münchhausen übersetzte er nach einer ins Englische übertragenen Vorlage (mit Erweiterungen) ins Deutsche zurück. Nach privaten Schicksalsschlägen und verbittert über Schillers Kritik an seinen Gedichten starb er vereinsamt an der Schwindsucht.

 

 

Brucknerstraße

 

Die Brucknerstraße verbindet die Wild- mit der Lotharstraße, nördlich der Kortumstraße.

Der Name wurde in der Sitzung des Tiefbauausschusses vom 19. Mai 1930 festgesetzt. Die Straße erscheint erstmals im Adressbuch von 1933 mit drei Häusern.

Da es in ihrer Nähe schon Straßen mit Komponistennamen gab, hat man sich hier für einen weiteren Komponisten entschieden. Anton Bruckner(Ansfelden/0berösterreich 4. 9.1824- 11. 10. 1896 Wien) war Domorganist in Linz, Professor am Konservatorium in Wien und ist unter allen bekannten Komponisten der einzige, der erst mit 40 Jahren die ihm eigentümliche Ausdruckweise gefunden hat: mit der unter dem Eindruck von Wagners Tannhäuser geschriebenen d-Moll-Messe (1864). Aus seinem Schaffen sind vor allem mehrere Symphonien sowie zahlreiche kirchenmusikalische Werke zu nennen.

 

 

Bunsenplatz


Im Südosten grenzt der Bunsenplatz an die Fraunhofer-, im Südwesten an die Bunsenstraße, die dort auf die Fraunhoferstraße trifft. Die anderen Seiten des Bunsenplatzes sind bebaut.

Wie die Bunsenstraße erhielt auch der Bunsenplatz am 25. Januar 1925 seine Benennung. Zusammen mit ihr erscheint er zum ersten Mal 1927 im Duisburger Adressbuch.

Zur Persönlichkeit des Namengebers Robert Wilhelm Bunsen s. Bunsenstraße.

 

 

Bunsenstraße
 

Die Bunsenstraße ist die Verbindung zwischen der Wegnerstraße und der Fraunhoferstraße.

Eine Bebauung im dortigen Straßenbereich mit Siedlungshäusern der „Duisburger Gemeinnützigen Bau-Gesellschaft AG.“ (Gebag); die auch als Siedlung am (heute dort nicht mehr sichtbaren) Pootbach bezeichnet wird, beginnt bereits im Jahre 1924.

Am 25. Januar 1925 wurde die Benennung der Straße als Bunsenstraße öffentlich bekannt gegeben.

Robert Wilhelm Bunsen (Göttingen 30. 3. 1811 - 16.8. 1899 Heidelberg), seit 1836 Professor der Chemie in Kassel, Marburg, Breslau und später Heidelberg, gehört zu den bedeutendsten Naturforschern des 19. Jahrhunderts. In der Allgemeinheit besonders bekannt geworden ist Bunsen durch den nach ihm benannten Bunsenbrenner, einen auf dem Prinzip der regulierten Luftzufuhr entwickelten Gasbrenner, der vor allem in chemischen Laboratorien als Heizquelle und Flamme Verwendung findet.

Zusammen mit der Fraunhofer-, Gauß- und Hertzstraße ist hier ein Straßenviertel mit Namen berühmter Naturwissenschaftler entstanden.

 

Carl-Benz-Straße

Als L(Landstraße) 131 ausgewiesen, führt die Carl-Benz-Straße von der Ruhrorter Straße mit Auf- und Abfahrtmöglichkeiten zur A 430 im Bereich des Autobahnkreuzes Duisburg-Kaiserberg über die Autobahn hinweg in südlicher Richtung am Zoo vorüber unter der Mülheimer Straße hindurch, jedoch mit Anschluss auch an diese Straße, wendet sich kurz darauf nach Westen, überquert die Autobahn A 3 und endet im Parkplatzgelände der Universität Duisburg.

Im Zusammenhang mit den hier seit 1937 durchgeführten Maßnahmen beim Reichsautobahnbau führte diese auf einem ursprünglich vom Schafsweg abzweigenden Waldweg angelegte und in ihrer endgültigen Gestalt 1968 nachzuweisende Straße seit dem 2. August (bekannt gegeben am 26. August) 1938 den Namen Karl-Benz-Straße (erst 1972 berichtigt als Carl-Benz-Straße).

Namenspatron war der am 25. November 1844 in Karlsruhe geborene und am 4. April 1929 in Ladenburg gestorbene Ingenieur Carl Benz. Als Konstrukteur von Gas- und später Benzinmotoren schuf er 1886 „das erste entwicklungsfähige Kraftfahrzeug als Einheit von Fahrgestell und Motor“. Seine 1883 gegründete Firma Benz & Cie. schloss sich 1926 mit der Daimler-Motoren-Gesellschaft zur Daimler-Benz AG. zusammen.  

Carstanjenstraße

Die Carstanjenstraße führt von der Mülheimer Straße zur Ankerstraße: Bei den ersten Planungen in den Jahren 1908ff. war noch vorgesehen, sie im Laufe der Zeit bis zur Bismarckstraße durchzulegen. Dieses Vorhaben wurde erst nach dem II. Weltkrieg aufgegeben. Im übrigen ist die kurze Straße nie bebaut worden.

In der Sitzung der Städtischen Baukommission vom 7. Oktober 1912 wurde die Namengebung beschlossen. Julius Carstanjen (1887-1972), späterer Inhaber der 1854 von seinem Großvater gegründeten Dachpappenfabrik (vgl. a. Pappenstraße) richtete daraufhin am 28. Oktober 1912 folgende Worte an den Duisburger Oberbürgermeister: Ich „habe von der Benennung der neuen, mein Grundstück durchschneidenden Straßenzüge Vormerkung genommen. Für die mit der Carstanjenstraße mir und der Familie Carstanjen bezeugte sinnige Aufmerksamkeit spreche ich hiermit meinen verbindlichsten Dank aus“.

In der Tat galt diese Ehrung nicht nur ihm und seinem Vater Viktor Carstanjen (18581933) der 1892 die „Cementfabrik Carstanjen & Cie.“ errichtet hatte, sondern auch ganz sicherlich den mit der Tabakfabrikation und Seifenherstellung befassten Zweigen dieser großen Familie, die seit der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts die wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung Duisburgs entscheidend beeinflusst hatte.

Neben Wilhelm Carstanjen(1801-1878) der zusammen mit seinem Bruder Karl die von ihrem Vater Peter C. (1765-1849) begonnene Rauchtabakfabrikation neu begründet hatte, ist Conrad Jacob C. (1763-1840), Arzt und Professor der Medizin an der Duisburger Universität besonders zu nennen. Durch Spenden zu seinem Doktorjubiläum im Jahre 1835 konnte 1842 die Günther-Carstanjensche-Krankenstiftung gegründet werden, die bis 1890 bestand.  

Carstanjens Garten

Im Jahre 1950 bot Julius Carstanjen (1887-1972) Inhaber der gleichnamigen Dachpappenfabrik (vgl. a. Pappenstraße) (später auch: Fabrik für wasserdichte Verpackungsstoffe), der Stadt Duisburg sein an der Mülheimer Straße zwischen Pappen- und Carstanjenstraße gelegenes Grundstück zum Kauf an, da er Finanzmittel für den Wiederaufbau der an der Pappenstraße gelegenen Firma benötigte.

In dem nach dem Ende des II. Weltkrieges aufgestellten Neuordnungsplan war das Grundstück als Frei- bzw. Grünfläche vorgesehen, hinter dem die Ankerstraße (siehe dort) bis zur Pappenstraße durchgelegt werden sollte. Nach dem erfolgten Ankauf im Jahre 1951 änderte die Stadt ihre Pläne, verzichtete auf die Verlängerung der Ankerstraße und wies das ganze Grundstück als Grünfläche mit (kürzlich neu gestaltetem) Kinderspielplatz aus.

Die Benennung erfolgte am 14. Dezember 1951. Ob mit dieser Namengebung bewußt eine Verbindung zu dem ehemaligen Carstanjenschen Garten an der Königstraße, auf dessen Gelände in den Jahren 1886/87 die Tonhalle errichtet wurde, geschaffen werden sollte, läßt sich aus den vorliegenden Unterlagen nicht belegen.

Dachsweg

Zu den lediglich der Orientierung im Duisburger Wald dienenden Wegebezeichnungen gehört der Dachsweg, der an der gleichen Stelle beginnt, wo der Steinbruchweg südwestlich des Steinbruch-Weihers auf den Rehweg (s. d.) trifft. Von dort führt der Dachsweg in östlicher Richtung zur Uhlenhorststraße, setzt sich auf deren südlicher Seite fort, überquert den Hombergweg und trifft etwa 120 m westlich der Mülheimer Stadtgrenze wieder auf die Uhlenhorststraße.

Auf einer zeitlich vor 1936 einzuordnenden Karte des Duisburger Stadtwaldes ist dieser Weg zum erstenmal eingezeichnet.

Der über ganz Europa verteilte, zur Raubtierfamilie der Marder gehörende Dachs, für den der weiße Kopf mit jederseits einem schwarzen Längsstreifen über Augen und Ohren charakteristisch ist, lebt auch heute noch im Duisburger Wald, wo ihn der Schöpfer des Duisburger Stadtplanes von 1566, Johannes Corputius, bereits vorfand.  

Danziger Straße

Die Anfänge der Danziger Straße gehen auf ein Baugesuch von Carl Grasshoff, Inhaber eines Baugeschäftes und einer Baumaterialienhandlung, aus dem Jahre 1888 zurück, der in diesem Bereich mehrere Häuser errichten wollte. Die Baugenehmigung wurde mit der Auflage verbunden, dass Grasshoff auf eigene Kosten eine Privatstraße anlegen solle, da die Häuser von der Mülheimer Straße aus nur schlecht zugänglich sein würden. Grasshoff erklärte sich 1889 bereit, einen Weg zu seinen Häusern anzulegen, den er auch beleuchten und bewässern muste, und bat, diesen „Elisabethstraße“ zu nennen. Nach mehreren Eingaben erklärte sich die Baukommission mit diesem Vorschlag einverstanden. Da die älteste Tochter Carl Grasshoffs Elisabeth hieß, ist anzunehmen, dass dies der Grund für den Namenswunsch war. 1902 trat Grasshoff, der in der Folgezeit hier die meisten Häuser hatte errichten lassen, die Straße an die Stadt Duisburg ab, wodurch sie nun dem Verkehr vollständig übergeben werden konnte.

Weil es in Marxloh ebenfalls eine Elisabethstraße gab, erfolgte um 1939 die Umbenennung in Danziger Straße. Danzig, Hafenstadt an der Ostsee im Mündungsgebiet der Weichsel, 997 erstmals erwähnt, seit 1454 unter polnischer Oberhoheit mit wirtschaftlicher und politischer Eigenständigkeit, 1793 bzw. 1814 preußisch geworden, wurde durch den Versailler Vertrag 1920 „Freie Stadt“ unter dem Schutz des Völkerbundes und gehörte zum polnischen Zollbereich. Diese das Deutsche Reich in keiner Weise befriedigende Regelung, deren Änderung gerade im Dritten Reich heftig propagiert und die u. a. Anlass zum Ausbruch des II. Weltkrieges wurde, war offensichtlich der Grund für die Straßenbenennung. Danzig wurde 1945 nach Vertreibung der deutschen Bevölkerung als Gdansk dem polnischen Staat eingegliedert.

Heute wird die Danziger Straße, die eine Verbindung zwischen der Mülheimer Straße und dem Ludgeriplatz ist, durch das Verwaltungsgebäude der Klöckner Werke AG. beherrscht. 

Derfflingerstraße

Sie verbindet die an der Nordseite des Alten Friedhofes verlaufende Waldstraße mit der Koloniestraße, wo sie auf die in nordöstlicher Richtung weiterführende Gneisenaustraße trifft.

Durch Stadtverordnetenbeschluss vom 4. September 1906 sollte das Gelände zwischen Stembuschweg, Kolonie-, Wild- und Waldstraße durch Baufluchtlinien zur Anlage einer neuen Straße abgegrenzt werden. Diese führt zum ersten Mal am 14. Juni 1907 den Namen Derfflingerstraße. Den Plan, sie über die Koloniestraße hinaus bis zur Gabrielkirche durchzuführen, gab man schon nach kurzer Zeit wieder auf.

Georg Derfflinger (Neuhofen an der Krems 20.3.1606 - 14.2.1695 Gusow, nördl. Seelow, am Oderbruch), 1674 in den Freiherrenstand erhoben, stammte aus begütertem Bauerngeschlecht in Oberösterreich. 1648 verließ er den schwedischen Militärdienst als Generalmajor, nachdem er 1646 eine kurmärkische Adelige geheiratet hatte. 1655 ernannte ihn der Große Kurfürst von Brandenburg zum Rang ältesten Generalwachtmeister der brandenburgischen Armee, die er weitgehend reorganisierte. In der Schlacht bei Fehrbellin am 18. Juni 1675 trug er maßgeblich zum Sieg der Brandenburger über die Schweden bei. 

Döppelkuhl

Dieser Waldweg verbindet nördlich des Weges Berg und Tal eine Biegung des Rundwegs. Er erscheint erstmals auf einem Stadtplan von 1980. Über den Namen ließ sich nichts herausfinden. Der Namensteil „-kuhl“ deutet auf eine Vertiefung hin, vielleicht bedeutet es so viel wie „doppelte Kuhle“.  

Drachensteig

Dieser gut ausgebaute Wanderweg führt vom Grenzweg bis zum Rundweg, nachdem er den Oberen und den Unteren Burgweg überquert hat.

Der Bereich der Kreuzung mit dem Unteren Burgweg ist mit einer Höhe von 81,07 Metern der höchste Punkt der Stadt Duisburg. Hier ließ ab 1910 der Industrielle Peter Klöckner sein hochherrschaftliches Domizil, das Haus Hartenfels, erbauen, das - nachdem es nach dem Ende des II. Weltkrieges völlig zu zerfallen drohte - in den letzten Jahren zumindest in seiner Bausubstanz gesichert wurde und nun wieder ein eindrucksvolles Bild vermittelt. Zur Namengebung des Drachensteiges konnte nichts ermittelt werden. 

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