Akazienstraße
Zusammen mit
der etwas südlich von ihr verlaufenden Karl-Lehr-Straße trifft die
Akazienstraße, von der L 237 oder Grabenstraße ausgehend, am
Sternbuschweg auf die Waldstraße.
In Akten des
Stadtarchivs Duisburg kommt der Name zum erste Mal am 12. Mai 1898
vor, während in einer gleichzeitigen Zeichnung von ihr noch als von
einer projektierten Straße von 12 m Breite gesprochen wird und wobei
auch zu erkennen ist, dass das letzte Stück der heutigen
Karl-Lehr-Straße (zwischen Grabenstraße und Sternbuschweg) damals
noch ein Teil der Waldstraße war.
Während die
Duisburger Adressbücher bis 1902 die Straße als unbebaut ausweisen,
wird 1903 dort als erstes Haus das mit der Nummer 41 genannt.
Da noch bei
Anlage einer großen Zahl von Straßen, vor allem im Gebiet von
Neudorf, der Wald bis an das Bahngelände reichte, sind, wie der
Heimatforscher Wilhelm Meyer-Markau noch 1907 zu berichten weiß,
„mehrere Straßen nach Wald- und anderen Bäumen benannt worden.“
Die Akazie, mit
etwa 500 tropischen und halbtropischen Arten vor allem in Australien
und Afrika beheimatet, wurde als europäische Zierpflanze zuerst im
Jahre 1611 in Rom vom Fürstenhaus Farnese gezüchtet.
Aktienstraße
Die
Aktienstraße, eine der vielen Verbindungsstraßen zwischen
Grabenstraße und Lotharstraße, wurde 1890 als Privatstraße der
„Gemeinnützigen Actien-Baugesellschaft“ angelegt, die dort im Laufe
weniger Jahre Arbeiterwohnhäuser errichtete. Sie reichte zuerst nur
bis zum Sternbuschweg, wurde aber 1892 bis zur Lotharstraße
verlängert.
Durch Beschlus der Baukommission vom 19.Dezember 1890
erhielt sie den Namen„Actienstraße“. Innerhalb der nächsten zehn
Jahre setzte sich jedoch die heutige Schreibweise durch.
Ihren Namen hat
die Straße von der oben erwähnten Baugesellschaft, die 1872
gegründet wurde und heute unter dem Namen „Duisburger Gemeinnützige
Baugesellschaft“ (kurz: Gebag) firmiert.
Aktienweg
Der Aktienweg
führt - gleichsam in Verlängerung der Aktienstraße - von der
Lotharstraße aus über Walramsweg, Eisenbahnlinie und Autobahn bergan
auf den Aktienberg.
Hier wurde
1952/53 etwa auf der Hälfte des Gesamtweges auf einer der höchsten
Erhebungen des Duisburger Waldes (ca. 80 m über NN) ein großer
Wasserbehälter mit 25.000 Kubikmeter Speicherraum errichtet, in
den Trinkwasser aus den Einzugsgebieten an der Ruhr und in
(Düsseldorf-) Bockum/Wittlaer gepumpt wird.
Ein zweiter Behälter mit
37.500 Kubikmeter Fassungsvermögen wurde 1966 fertig gestellt. Um
diesen Komplex herum führt der Aktienweg in südlicher Richtung,
trifft dann wieder auf seine ursprüngliche Route und endet am
Grenzweg. Zum Namen s. unter Aktienstraße.
Alfrediplatz
Der
Alfrediplatz liegt am Schnittpunkt von Kalkweg und Kruppstraße und
somit am Eingang zu den Wedau-Sportanlagen.
Ursprünglich
hieß eine kurze Straße, die vom Kalkweg auf das Stadion zuführte,
Alfredistraße. Da sie nicht bebaut wurde, sondern nur eine
Stadionzufahrt bildete, wurde der rechteckige Platz vor dem Stadion,
der sich nach Anlage der Kruppstraße gebildet hatte, um 1939
Alfrediplatz genannt.
Namengeber war
Friedrich Alfred Krupp (Essen 17.2. 1854 - 22. 11. 1902 Essen), der
die von seinem Großvater Friedrich Krupp gegründete Gußstahlfabrik
u. a. 1897 durch die Errichtung eines modernen Hüttenwerkes in
Rheinhausen, der Friedrich-Alfred-Hütte, ausbaute (s. a.
Friedrich-Alfred-Straße, Kruppstraße).
Alte Schanze
Die Alte
Schanze verläuft von der Koloniestraße in Richtung Neudorfer Straße
und über diese hinaus als Sackgasse bis zur Kleingartenanlage
Blumenstraße e.V.
1898 wurden die
Baufluchtlinien der ursprünglich zwischen Gustav-Adolf- und
Koloniestraße geplanten Straße festgelegt. 1911 wurde das erste Haus
bezogen und die Straße in der Folgezeit bis zu der um 1925
angelegten, aber nie weiterentwickelten Feldherrenstraße ausgebaut,
die eine Verbindung zwischen Blumenstraße und dem Neudorfer Markt
herstellte und deren Terrain heute zum Kleingartengelände gehört.
Bis Anfang 1939
hieß die Alte Schanze noch Markgrafenstraße, wohl als Reminiszenz an
die Markgrafen Kurfürsten von Brandenburg, die seit 1609/1666
Duisburger Landesherren gewesen waren. Wegen einer Straße gleichen
Namens in Obermarxloh erfolgte dann die Umbenennung in Alte Schanze
nach einer alten Flurbezeichnung, die schon 1733 auf einer
Übersichtskarte vom Amt Duisburg vorkommt. Als Schanzen bezeichnete
man geschlossene Verteidigungsanlagen in Feldbefestigungen.
Am Knickert
Es handelt sich
hierbei um einen etwa 650 m langen Weg im Duisburger Wald, der vom
Worringer Weg, der nördlichen Begrenzung des Ortsteils Bissingheim
aus nach Nordwesten führt, wobei er den so genannten Rundweg
schneidet und dann nach knapp 250 m im rechten Winkel auf einen
nicht bezeichneten kurzen Waldweg unweit der Bissingheimer Straße
stößt.
Als unbewohnter
Waldweg erscheint er nicht in den Duisburger Adressbüchern.
In
unmittelbarer Nähe der Worringer Straße ist noch auf dem Stadtplan
von 1973 die Flurbezeichnung Knickert aufgeführt, die offenbar kurz
darauf dem ganzen Weg den Namen gegeben hat.
Der Flurname
Knickert deutet auf ein Gelände hin, in dem sich mehrere Knicke
(Biegungen oder Absenkungen) befinden.
Amselsteig
Ganz
unregelmäßig verlaufend, führt der Amselsteig vom Nachtigallental
unmittelbar östlich der Autobahn A3 im Duisburger Stadtwald nach
Norden, schneidet dabei den Weg „Berg und Tal“ und trifft wenige
Meter vor dem Kammerweg auf den südlichenTeil des Krähenweges (s.
d.).
Als unbewohnter
Waldweg erscheint er nicht in den Duisburger Adressbüchern. Die oben
beschriebene Führung des Weges findet sich erstmalig auf dem
Duisburger Stadtplan von 1977, davor, z. B. 1973, ist im Bereich des
Amselsteiges der Krähenweg geradewegs bis zum Nachtigallental
durchgeführt.
Zur näheren
Kennzeichnung der Waldparzellen wurde dieser Name nach einem der
häufigsten im Stadtbereich noch vorkommenden Vögel also erst in
jüngster Zeit verwendet.
Am Waldessaum
Im
Sommer 1936 hatte in dieser bevorzugten Wohnlage am westlichen Rand
des Duisburger Stadtwaldes als erster der Hafenbaudirektor Dr.-Ing.
Max Schinkel ein Wohnhaus errichtet, das er im September dieses
Jahres bezog. Es hatte die Nr.3. Aus seiner Korrespondenz mit der
Stadtverwaltung geht hervor, dass die Anlage der Straße im Mai 1934
beschlossen worden war.
Diese neue von
Norden nach Süden führende Straße, die von der Mülheimer Straße aus
geht, begrenzte im Osten die Tennis- und Sportplätze, u. a. des
Clubs Raffelberg, die im Westen bis zur Lotharstraße reichten. Auf
diesen Plätzen befinden sich heute teilweise die Bauten der
Duisburger Universität/Gesamthochschule.
Während die
Straße Am Waldessaum 1936 noch unmittelbar im Waldgelände auslief,
wurde sie in der Folgezeit als ein ausgebauter Weg bis zur
Forsthausstraße durchgeführt. So findet man sie z. B. auf dem
Stadtplan von 1954 und noch 1977. Im Zuge der Veränderungen durch
die Universitätsbauten und der damit verbundenen verkehrstechnischen
Neuanlagen im Bereich der Autobahn A 3 findet die Straße Am
Waldessaum heute - so z. B. auf dem Stadtplan von 1986 - ihre
südliche Begrenzung durch den Brehmsweg.
Die genannte
Randlage am Wald bedingte den Namen dieser Straße, dessen Verwendung
am 11. Mai 1936 offiziell bekannt gemacht wurde.
Andersenstraße
Sie führt von
der Klöcknerstraße (ehemals Oststraße) in nördlicher Richtung, in
etwa parallel zur Lotharstraße, und stößt im rechten Winkel auf die
von Westen kommende Heinestraße.
Um 1907 wurde
sie in ihrem Verlauf von der Aktienstraße bis zur Kammerstraße
konzipiert und der Name in der Sitzung der Baukommission vom 1.
Februar 1907 mit Grimmstraße (nach den Märchendichtern Gebrüder
Grimm) festgesetzt. Mit Stadtverordnetenbeschluss vom 14. April 1908
wurde die projektierte Straße zwischen Aktien- und Bürgerstraße
aufgehoben. Durch den neuen Bebauungsplan von 1911 fiel auch der
Teil südlich der heutigen Klöcknerstraße fort, gleichzeitig wurde
die restliche Straße etwas weiter östlich verlegt. Die Grimmstraße
erscheint erstmals im Adressbuch von 1911. Ab 1914 ist sie durch den
Beamtenwohnungsverein bebaut worden.
Zur Vermeidung
doppelter Straßennamen im Stadtgebiet nach der Eingemeindung
Hamborns 1929 wurde die Grimmstraße 1939 in Andersenstraße
umbenannt.
Der dänische
Dichter Hans Christian Andersen (Odense 2.4. 1805 - 4.8. 1875
Kopenhagen) wurde bekannt durch seine Märchen wie z. B. „Des Kaisers
neue Kleider“, „Die Prinzessin auf der Erbse“, „Das häßliche
Entlein“.
Ankerstraße
Die Ankerstraße
verläuft von der Memel- zur Carstanjenstraße und damit durch das
Terrain der ehemaligen Duisburger Maschinenbau-AG (seit 1910 DEMAG).
In diesem Bereich hatten August Bechem (1838-1873) und Theodor
Keetman (1836-1907) 1862 ihre Firma Bechem&Keetman gegründet, die
1872 in eine Aktiengesellschaft mit dem Namen „Duisburger
Maschinenbau-Aktien-Gesellschaft vorm. Bechem & Keetman“ umgewandelt
wurde.
1912 erscheint
die Straße zum ersten Mal im Straßenverzeichnis, 1926 wird hier das
erste Haus gebaut.
Der Name der
Straße hängt offenbar mit der hier erfolgten Produktion von
Ankerketten durch die Duisburger Maschinenbau-AG zusammen, die ein
Spezialgebiet der Firma darstellte.
Armer
Siepenberg
Der schmale
Waldweg führt vom Nachtigallental verhältnismäßig steil bergauf zu
dem Rundweg, der auf den Kammerweg bzw. auf den Aktienberg zuläuft.
Zur
Namenerklärung ist zu sagen, dass der Begriff „siepen“ auf langsam
abfließendes Wasser hindeutet. Da der Armensiepenberg - wie wohl
seine ursprüngliche Bezeichnung lautet - eine sandige Erhöhung ist,
fließt hier in dem sonst wasserreichen Duisburger Wald nur ein
kleines Bächlein. Vermutlich deutet die Namensbildung mit „arm“ auf
die Bedeutungslosigkeit dieses Gewässers hin.
Der Weg ist
bereits auf einer Jagdkarte von 1891 (allerdings ohne Bezeichnung)
eingezeichnet.
Berg und Tal
Dieser
abwechslungsreiche Waldweg beginnt an der Kreuzung von Krähen- und
Lerchenpfad und endet am Grenzweg.
Er ist (ohne
Bezeichnung) in seinem Verlauf bereits auf einer Karte von 1891 zu
erkennen. Der Name deutet auf seine Beschaffenheit hin: er führt
tatsächlich in ständigem Wechsel hinauf und hinunter.
Bertaallee
Die Bertaallee
beginnt an der Kruppstraße hinter dem Stadion und verläuft zwischen
Berta- und Margaretensee. Hinter der Kreuzung mit der
Friedrich-Alfred-Straße führt sie als Fuß- und Wanderweg an der
Regattabahn vorbei bis zur Wedauer Straße.
Sie ist mit
Wirkung vom 23. August 1937 benannt worden nach Berta Krupp (Essen
29.3. 1886-21. 9. 1957 Essen), der ältesten Tochter Friedrich Alfred
Krupps, die 1906 Gustav von Bohlen und Halbach geheiratet hatte (s.
a. Kruppstraße).
Bismarckstraße
Die
Bismarckstraße beginnt an der Nordwestseite des Neudorfer Marktes,
wo sie mit der Hebbelstraße zusammentrifft, und führt sodann in
schnurgerader Richtung nach Nordosten bis zur Mülheimer Straße.
Im Adreßbuch
von 1879 heißt es zum erstenmal von der Bismarckstraße, sie sei
projektiert und verbinde die Mülheimer Chaussee mit der Düsseldorfer
Chaussee „und geht bis zur Parlamentsstraße in Hochfeld“, unter der
die heutige Karl-Jarres-Straße zu verstehen ist.
Erste
Ausbaumaßnahmen begannen um 1885. Nachdem dann durch Beschluss der
Städt. Baukommission vom 4. Oktober1904 die Bismarckstraße zwischen
der Düsseldorfer Straße und der Eisenbahnunterführung sowie ein Teil
der Waldstraße die Bezeichnung Karl-Lehr-Straße (nach dem
derzeitigen Oberbürgermeister Karl Lehr, 1879-1914) erhalten hatte,
blieb wegen veränderter Baumaßnahmen im Bereich zwischen Graben-,
Kolonie- und Kommandantenstraße für die – seit 1906 nachzuweisende –
endgültige Linienführung der Bismarckstraße die heute noch
bestehende, oben erwähnte Strecke vom Neudorfer Markt bis zur
Mülheimer Straße übrig.
Namenspatron
der Straße ist Fürst Otto von Bismarck(-Schönhausen), der Gründer
und erste Kanzler des Deutschen Reiches von 1871 (Schönhausen 1. 4.
1815 – 30. 7. 1898 Friedrichsruh). Seit 1862 war Bismarck bereits
Preußischer Ministerpräsident. In seine Amtszeit fallen die
schließlich zur Einigung des Reiches im kleindeutschen Sinne (bei
Ausschluss Österreichs) führenden Kriege von 1864 (gegen Dänemark),
1866 (gegen Österreich) und 1870/71 (gegen Frankreich).
Bissingheimer
Straße
Die auf den
Stadtteil Bissingheim zuführende Straße beginnt an der Kreuzung von
Kolonie- und Uhlenhorststraße. Sie verläuft parallel zur
Eisenbahnstrecke an Bissingheim und dem Erholungsgebiet Entenfang
vorbei bis zur Stadtgrenze mit Ratingen-Lintorf.
Dem Ausbau der
im März 1937 benannten Straße kam im Zuge der Anlage der
Reichsautobahn besondere Bedeutung zu, so dass zunächst in den Jahren
1936/37 das Teilstück von der Koloniestraße bis zum Bahnhof Wedau
fertig gestellt wurde; 1939 existierte die Straße bis zum südlichen
Ortsausgang von Bissingheim.
Der
Namen gebende Ortsteil Bissingheim, der bis 1929 zum Landkreis
Angermund gehört hatte, entstand, nachdem auf Initiative des
Generalobersten von Bissing (Bellmannsdorf/ Schlesien 30. 1. 1844
-18.4. l917 Trois Fontaines b. Brüssel) 1916 ein »Verein
Mustersiedlung für Kriegsbeschädigte“ gegründet worden war, aus dem
am 11. Februar 1918 die Rheinisch-Bissingheim-Siedlungsgesellschaft
mbH. mit einem Gesellschafterkapital von 100.000 Mark hervorging,
deren ursprünglicher Zweck es war, Heimstätten für
Kriegsbeschädigte, Kriegshinterbliebene und Kinderreiche zu
schaffen. Zu Ehren des Generals war diese Siedlung (Rheinisch-)Bissingheim
genannt worden.
Blumenstraße
Die
Blumenstraße beginnt an der Klöckner-(Ost-)Straße, läuft auf die
Kammerstraße zu, endet aber für den Autoverkehr zunächst vor dem
großen Wohnkomplex zwischen Blumen-, Heinrich-Lersch- und
Kammerstraße, wo sie nur als Durchgang für Fußgänger durch die
Häuser weitergeführt wird. Danach führt die Fortsetzung der
Blumenstraße von dem durch Kammer-, Tulpen-, Gustav-Adolf- und
Blumenstraße gebildeten Platz bis zur Neudorfer Straße. Von hier aus
bis zur Koloniestraße ist die Blumenstraße ein Fußweg, der an
Wohnhäusern mit Rasen- und Spielplatzanlagen entlangführt.
In der Sitzung
der Städtischen Baukommission vom 24. April 1894 hat der Straßenzug
den Namen Blumenstraße erhalten. Die Bebauung erfolgte in den
kommenden Jahren zunächst zwischen Ost- und Kammerstraße. In den
1950er Jahren wurden die Häuser zwischen der Neudorfer und der
Koloniestraße, die bereits 1929 geplant waren, durch die
Julius-Baumgart KG. erbaut.
Brehmsweg
Im Zuge der
baulichen Erschließung des an die Mülheimer Straße von Süden her
vorstoßenden und noch stark durch den Duisburger Stadtwald
bestimmten Nordzipfels des Stadtteils Neudorf in den Dreißigerjahren
wurde auch der Brebmsweg angelegt.
Er begrenzt im
Süden die Straße Am Waldessaum, führt dann etwa 150 m von Südwesten
nach Nordosten, um dann im rechten Winkel nach Nordwesten
umzubiegen, worauf er nach knapp 50 m die Mülheimer Straße erreicht.
(Dieses letztgenannte Stück war ursprünglich ein selbständiger Weg
gewesen, wie z.B. auf den Stadtplänen von 1954 und 1973 noch gut zu
erkennen ist, der von der Mülheimer Straße aus nach Süden in das
Waldgebiet führte und dessen Rest - noch weiter nach Süden hin bis
kurz vor die Eisenbahnlinie Oberhausen-Wedau - immer noch vorhanden
ist.)
Durch
Verkündung in den „Amtlichen Mitteilungen“ der Stadtverwaltung vom
10. September 1937 erhielt die Straße offiziell ihren Namen, durch
den hier in geeigneter Weise das Andenken an den großen Zoologen
Alfred Edmund Brehm (Renthendorf b. Neustadt/Orla 2.2. 1829-11. 11.
1884 ebd.) bewahrt wird, der nach zahlreichen Forschungsreisen 1863
Direktor des Zoologischen Gartens in Hamburg wurde und in weitesten
Kreisen der Bevölkerung durch sein mehrbändiges Werk „Tierleben“
bekannt wurde.
Genau genommen
ist die Schreibung mit s falsch. Richtig müsste es Brehmweg,
allenfalls Brehms Weg heißen!
Bürgerstraße
Im
Jahre 1906 war die Straße zunächst unter dem Namen Adlerstraße
geplant worden. Durch Beschluss der Städtischen Baukommission vom 1.
Februar 1907 erhielt sie den Namen Bürgerstraße. Sie verband, wie
heute, den Sternbuschweg mit der Lotharstraße. 1908 wurde die
Mündung in die Lotharstraße etwas nördlich verlegt,
Die
Bürgerstraße erscheint zuerst im Adressbuch von 1908 als unbebaute
Straße, 1911 wurden die ersten Häuser errichtet. Der Ausbau der
Straße zog sich noch bis in die fünfziger Jahre hin.
Der Dichter
Gottfried August Bürger (Molmerswende/Unterharz 31. 12. 1747 -8. 6.
1794 Göttingen) studierte Theologie, klassische Philologie und Jura.
Er war seit 1789 Professor an der Universität Göttingen und schrieb
u. a. die bekannte Ballade „Lenore“ (1773) und zahlreiche
Liebesgedichte. Die „Wunderbaren Reisen des Freiherrn von
Münchhausen übersetzte er nach einer ins Englische übertragenen
Vorlage (mit Erweiterungen) ins Deutsche zurück. Nach privaten
Schicksalsschlägen und verbittert über Schillers Kritik an seinen
Gedichten starb er vereinsamt an der Schwindsucht.
Brucknerstraße
Die
Brucknerstraße verbindet die Wild- mit der Lotharstraße, nördlich
der Kortumstraße.
Der Name wurde
in der Sitzung des Tiefbauausschusses vom 19. Mai 1930 festgesetzt.
Die Straße erscheint erstmals im Adressbuch von 1933 mit drei
Häusern.
Da es in ihrer
Nähe schon Straßen mit Komponistennamen gab, hat man sich hier für
einen weiteren Komponisten entschieden. Anton Bruckner(Ansfelden/0berösterreich
4. 9.1824- 11. 10. 1896 Wien) war Domorganist in Linz, Professor am
Konservatorium in Wien und ist unter allen bekannten Komponisten der
einzige, der erst mit 40 Jahren die ihm eigentümliche Ausdruckweise
gefunden hat: mit der unter dem Eindruck von Wagners Tannhäuser
geschriebenen d-Moll-Messe (1864). Aus seinem Schaffen sind vor
allem mehrere Symphonien sowie zahlreiche kirchenmusikalische Werke
zu nennen.
Bunsenplatz
Im Südosten grenzt der Bunsenplatz an die Fraunhofer-, im Südwesten
an die Bunsenstraße, die dort auf die Fraunhoferstraße trifft. Die
anderen Seiten des Bunsenplatzes sind bebaut.
Wie die
Bunsenstraße erhielt auch der Bunsenplatz am 25. Januar 1925 seine
Benennung. Zusammen mit ihr erscheint er zum ersten Mal 1927 im
Duisburger Adressbuch.
Zur
Persönlichkeit des Namengebers Robert Wilhelm Bunsen s.
Bunsenstraße.
Bunsenstraße
Die
Bunsenstraße ist die Verbindung zwischen der Wegnerstraße und der
Fraunhoferstraße.
Eine Bebauung
im dortigen Straßenbereich mit Siedlungshäusern der „Duisburger
Gemeinnützigen Bau-Gesellschaft AG.“ (Gebag); die auch als Siedlung
am (heute dort nicht mehr sichtbaren) Pootbach bezeichnet wird,
beginnt bereits im Jahre 1924.
Am 25. Januar
1925 wurde die Benennung der Straße als Bunsenstraße öffentlich
bekannt gegeben.
Robert Wilhelm
Bunsen (Göttingen 30. 3. 1811 - 16.8. 1899 Heidelberg), seit 1836
Professor der Chemie in Kassel, Marburg, Breslau und später
Heidelberg, gehört zu den bedeutendsten Naturforschern des 19.
Jahrhunderts. In der Allgemeinheit besonders bekannt geworden ist
Bunsen durch den nach ihm benannten Bunsenbrenner, einen auf dem
Prinzip der regulierten Luftzufuhr entwickelten Gasbrenner, der vor
allem in chemischen Laboratorien als Heizquelle und Flamme
Verwendung findet.
Zusammen mit
der Fraunhofer-, Gauß- und Hertzstraße ist hier ein Straßenviertel
mit Namen berühmter Naturwissenschaftler entstanden.
Carl-Benz-Straße
Als L(Landstraße)
131 ausgewiesen, führt die Carl-Benz-Straße von der Ruhrorter Straße
mit Auf- und Abfahrtmöglichkeiten zur A 430 im Bereich des
Autobahnkreuzes Duisburg-Kaiserberg über die Autobahn hinweg in
südlicher Richtung am Zoo vorüber unter der Mülheimer Straße
hindurch, jedoch mit Anschluss auch an diese Straße, wendet sich
kurz darauf nach Westen, überquert die Autobahn A 3 und endet im
Parkplatzgelände der Universität Duisburg.
Im Zusammenhang
mit den hier seit 1937 durchgeführten Maßnahmen beim
Reichsautobahnbau führte diese auf einem ursprünglich vom Schafsweg
abzweigenden Waldweg angelegte und in ihrer endgültigen Gestalt 1968
nachzuweisende Straße seit dem 2. August (bekannt gegeben am 26.
August) 1938 den Namen Karl-Benz-Straße (erst 1972 berichtigt als
Carl-Benz-Straße).
Namenspatron war
der am 25. November 1844 in Karlsruhe geborene und am 4. April 1929
in Ladenburg gestorbene Ingenieur Carl Benz. Als Konstrukteur von
Gas- und später Benzinmotoren schuf er 1886 „das erste
entwicklungsfähige Kraftfahrzeug als Einheit von Fahrgestell und
Motor“. Seine 1883 gegründete Firma Benz & Cie. schloss sich 1926
mit der Daimler-Motoren-Gesellschaft zur Daimler-Benz AG.
zusammen.
Carstanjenstraße
Die
Carstanjenstraße führt von der Mülheimer Straße zur Ankerstraße: Bei
den ersten Planungen in den Jahren 1908ff. war noch vorgesehen, sie
im Laufe der Zeit bis zur Bismarckstraße durchzulegen. Dieses
Vorhaben wurde erst nach dem II. Weltkrieg aufgegeben. Im übrigen
ist die kurze Straße nie bebaut worden.
In der Sitzung
der Städtischen Baukommission vom 7. Oktober 1912 wurde die
Namengebung beschlossen. Julius Carstanjen (1887-1972), späterer
Inhaber der 1854 von seinem Großvater gegründeten Dachpappenfabrik
(vgl. a. Pappenstraße) richtete daraufhin am 28. Oktober 1912
folgende Worte an den Duisburger Oberbürgermeister: Ich „habe von
der Benennung der neuen, mein Grundstück durchschneidenden
Straßenzüge Vormerkung genommen. Für die mit der Carstanjenstraße
mir und der Familie Carstanjen bezeugte sinnige Aufmerksamkeit
spreche ich hiermit meinen verbindlichsten Dank aus“.
In der Tat galt
diese Ehrung nicht nur ihm und seinem Vater Viktor Carstanjen
(18581933) der 1892 die „Cementfabrik Carstanjen & Cie.“ errichtet
hatte, sondern auch ganz sicherlich den mit der Tabakfabrikation und
Seifenherstellung befassten Zweigen dieser großen Familie, die seit
der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts die wirtschaftliche und
kulturelle Entwicklung Duisburgs entscheidend beeinflusst hatte.
Neben Wilhelm
Carstanjen(1801-1878) der zusammen mit seinem Bruder Karl die von
ihrem Vater Peter C. (1765-1849) begonnene Rauchtabakfabrikation neu
begründet hatte, ist Conrad Jacob C. (1763-1840), Arzt und Professor
der Medizin an der Duisburger Universität besonders zu nennen. Durch
Spenden zu seinem Doktorjubiläum im Jahre 1835 konnte 1842 die
Günther-Carstanjensche-Krankenstiftung gegründet werden, die bis
1890 bestand.
Carstanjens
Garten
Im Jahre 1950
bot Julius Carstanjen (1887-1972) Inhaber der gleichnamigen
Dachpappenfabrik (vgl. a. Pappenstraße) (später auch: Fabrik für
wasserdichte Verpackungsstoffe), der Stadt Duisburg sein an der
Mülheimer Straße zwischen Pappen- und Carstanjenstraße gelegenes
Grundstück zum Kauf an, da er Finanzmittel für den Wiederaufbau der
an der Pappenstraße gelegenen Firma benötigte.
In dem nach dem
Ende des II. Weltkrieges aufgestellten Neuordnungsplan war das
Grundstück als Frei- bzw. Grünfläche vorgesehen, hinter dem die
Ankerstraße (siehe dort) bis zur Pappenstraße durchgelegt werden
sollte. Nach dem erfolgten Ankauf im Jahre 1951 änderte die Stadt
ihre Pläne, verzichtete auf die Verlängerung der Ankerstraße und
wies das ganze Grundstück als Grünfläche mit (kürzlich neu
gestaltetem) Kinderspielplatz aus.
Die Benennung
erfolgte am 14. Dezember 1951. Ob mit dieser Namengebung bewußt eine
Verbindung zu dem ehemaligen Carstanjenschen Garten an der
Königstraße, auf dessen Gelände in den Jahren 1886/87 die Tonhalle
errichtet wurde, geschaffen werden sollte, läßt sich aus den
vorliegenden Unterlagen nicht belegen.
Dachsweg
Zu den
lediglich der Orientierung im Duisburger Wald dienenden
Wegebezeichnungen gehört der Dachsweg, der an der gleichen Stelle
beginnt, wo der Steinbruchweg südwestlich des Steinbruch-Weihers auf
den Rehweg (s. d.) trifft. Von dort führt der Dachsweg in östlicher
Richtung zur Uhlenhorststraße, setzt sich auf deren südlicher Seite
fort, überquert den Hombergweg und trifft etwa 120 m westlich der
Mülheimer Stadtgrenze wieder auf die Uhlenhorststraße.
Auf einer
zeitlich vor 1936 einzuordnenden Karte des Duisburger Stadtwaldes
ist dieser Weg zum erstenmal eingezeichnet.
Der über ganz
Europa verteilte, zur Raubtierfamilie der Marder gehörende Dachs,
für den der weiße Kopf mit jederseits einem schwarzen Längsstreifen
über Augen und Ohren charakteristisch ist, lebt auch heute noch im
Duisburger Wald, wo ihn der Schöpfer des Duisburger Stadtplanes von
1566, Johannes Corputius, bereits vorfand.
Danziger Straße
Die Anfänge der
Danziger Straße gehen auf ein Baugesuch von Carl Grasshoff, Inhaber
eines Baugeschäftes und einer Baumaterialienhandlung, aus dem Jahre
1888 zurück, der in diesem Bereich mehrere Häuser errichten wollte.
Die Baugenehmigung wurde mit der Auflage verbunden, dass Grasshoff
auf eigene Kosten eine Privatstraße anlegen solle, da die Häuser von
der Mülheimer Straße aus nur schlecht zugänglich sein würden.
Grasshoff erklärte sich 1889 bereit, einen Weg zu seinen Häusern
anzulegen, den er auch beleuchten und bewässern muste, und bat,
diesen „Elisabethstraße“ zu nennen. Nach mehreren Eingaben erklärte
sich die Baukommission mit diesem Vorschlag einverstanden. Da die
älteste Tochter Carl Grasshoffs Elisabeth hieß, ist anzunehmen, dass
dies der Grund für den Namenswunsch war. 1902 trat Grasshoff, der in
der Folgezeit hier die meisten Häuser hatte errichten lassen, die
Straße an die Stadt Duisburg ab, wodurch sie nun dem Verkehr
vollständig übergeben werden konnte.
Weil es in
Marxloh ebenfalls eine Elisabethstraße gab, erfolgte um 1939 die
Umbenennung in Danziger Straße. Danzig, Hafenstadt an der Ostsee im
Mündungsgebiet der Weichsel, 997 erstmals erwähnt, seit 1454 unter
polnischer Oberhoheit mit wirtschaftlicher und politischer
Eigenständigkeit, 1793 bzw. 1814 preußisch geworden, wurde durch den
Versailler Vertrag 1920 „Freie Stadt“ unter dem Schutz des
Völkerbundes und gehörte zum polnischen Zollbereich. Diese das
Deutsche Reich in keiner Weise befriedigende Regelung, deren
Änderung gerade im Dritten Reich heftig propagiert und die u. a.
Anlass zum Ausbruch des II. Weltkrieges wurde, war offensichtlich
der Grund für die Straßenbenennung. Danzig wurde 1945 nach
Vertreibung der deutschen Bevölkerung als Gdansk dem polnischen
Staat eingegliedert.
Heute wird die
Danziger Straße, die eine Verbindung zwischen der Mülheimer Straße
und dem Ludgeriplatz ist, durch das Verwaltungsgebäude der Klöckner
Werke AG. beherrscht.
Derfflingerstraße
Sie verbindet
die an der Nordseite des Alten Friedhofes verlaufende Waldstraße mit
der Koloniestraße, wo sie auf die in nordöstlicher Richtung
weiterführende Gneisenaustraße trifft.
Durch
Stadtverordnetenbeschluss vom 4. September 1906 sollte das Gelände
zwischen Stembuschweg, Kolonie-, Wild- und Waldstraße durch
Baufluchtlinien zur Anlage einer neuen Straße abgegrenzt werden.
Diese führt zum ersten Mal am 14. Juni 1907 den Namen
Derfflingerstraße. Den Plan, sie über die Koloniestraße hinaus bis
zur Gabrielkirche durchzuführen, gab man schon nach kurzer Zeit
wieder auf.
Georg
Derfflinger (Neuhofen an der Krems 20.3.1606 - 14.2.1695 Gusow,
nördl. Seelow, am Oderbruch), 1674 in den Freiherrenstand erhoben,
stammte aus begütertem Bauerngeschlecht in Oberösterreich. 1648
verließ er den schwedischen Militärdienst als Generalmajor, nachdem
er 1646 eine kurmärkische Adelige geheiratet hatte. 1655 ernannte
ihn der Große Kurfürst von Brandenburg zum Rang ältesten
Generalwachtmeister der brandenburgischen Armee, die er weitgehend
reorganisierte. In der Schlacht bei Fehrbellin am 18. Juni 1675 trug
er maßgeblich zum Sieg der Brandenburger über die Schweden bei.
Döppelkuhl
Dieser Waldweg
verbindet nördlich des Weges Berg und Tal eine Biegung des Rundwegs.
Er erscheint erstmals auf einem Stadtplan von 1980. Über den Namen
ließ sich nichts herausfinden. Der Namensteil „-kuhl“ deutet auf
eine Vertiefung hin, vielleicht bedeutet es so viel wie „doppelte
Kuhle“.
Drachensteig
Dieser gut
ausgebaute Wanderweg führt vom Grenzweg bis zum Rundweg, nachdem er
den Oberen und den Unteren Burgweg überquert hat.
Der Bereich der
Kreuzung mit dem Unteren Burgweg ist mit einer Höhe von 81,07 Metern
der höchste Punkt der Stadt Duisburg. Hier ließ ab 1910 der
Industrielle Peter Klöckner sein hochherrschaftliches Domizil, das
Haus Hartenfels, erbauen, das - nachdem es nach dem Ende des II.
Weltkrieges völlig zu zerfallen drohte - in den letzten Jahren
zumindest in seiner Bausubstanz gesichert wurde und nun wieder ein
eindrucksvolles Bild vermittelt. Zur Namengebung des Drachensteiges
konnte nichts ermittelt werden.