Neudorfer Polizist
auf Achse
 

Gerhard Kamps
fährt per Rad von
Duisburg nach Denia in Spanien und wir begleiten ihn.

Die tägliche Tour mit dem Rad vom westlichen Rand Hombergs bis zur Neudorfer Polizeikaserne ist für den 48-jährigen Polizist natürlich keine Herausforderung, eher das tägliche Training für größere Touren. Eine solche steht jetzt an. Rund 1.700 Kilometer will der Hobbyradfahrer in den nächsten Tagen bewältigen, ein Urlaub der etwas besonderen Art sozusagen. Der Grund: Die Familie wird ihren Urlaub in Spanien verbringen und eine alltägliche Anreise per Flieger, Bus oder PKW kam für ihn nicht in Frage - aber sein Zweirad. Die Tour wird natürlich in Etappen absolviert, will heißen: „So rund 120 Kilometer am Tag möchte ich schon bewältigen“, schätzt der Neudorfer Bezirkspolizist, wohl wissend, dass das Wetter, die Technik oder der Verkehr immer für Unwägbarkeiten gut sind. Auch wegen der Unwägbarkeiten war er hoch erfreut, dass der 22-jährige studierende Sohn Bennett ihn begleiten würde.


 

 

Für die Strecke
benötigt ein
Autofahrer
ca. 20 Stunden
und hier sind
es 1.903 km.

Etappen

 1. Tourtag:  Der Teufel steckt im Detail

Mittwoch,
29. September
Im Regen begann alles sehr mühsam, trotzdem lag die Tagesetappe von rund 140 Kilometern im "grünen Leistungsbereich". Nicht in diesem Bereich lag die Tatsache, dass in Niedecken die Jugendherberge überfüllt war. Was nun? Ein Tankwart und dessen Wohnwagen war die Rettung für die erste "Tour-Nacht". Nicht zu retten war ein Schuh. Nicht dass er drückte, sondern das wichtige Objekt für den Fuß hatte nach dem langen Treten der Pedale Krach mit derselben bekommen und war nicht mehr zu retten. 140 Kilometer
Zielort Niedecken

2. Tourtag:  Jugendherberge war futsch

Donnerstag,
30. September
Schon wieder steckte der Fürst der Finsternis im Detail, diesmal in der Karte bzw. eben nicht. Es ging nach einer 80 Kilometer langen Berg- und Talfahrt um die Jugendherberge. Diese sollte es laut Karte in Kronenberg geben, aber sie existiert nicht mehr.
Schon wieder war guter Rat zur Nacht gefragt. Die Lösung brachte eine Pension gefunden.
80 Kilometer, Zielort Kronenberg

3. Tourtag:  Eifelsteigungen hatten es im Nebel in sich

Freitag,
1. Oktober:
Bei "dicker Suppe" waren die Steigungen in der Eifel nicht von Pappe, aber das Ende der Tagestour war diesmal erfreulich. Im luxemburgischen Echternach gab es die Jugendherberge und zudem war die mit einer fröhlichen Gruppe von Niederländern besucht. Der Abend klang so gemütlich aus. 80 Kilometer, Zielort Echternach

4. Tourtag: Über Nennig in Richtung Thionville Frankreich

Samstag,
2. Oktober
Am Samstag war Nennig an der Mosel erreicht. Der Blick voraus galt Frankreich. "Dort werde ich mit den Kollegen der Polizei über die Institution IPA, das ist eine Einrichtung, die sich "Dienen durch Freundschaft" nennt, Kontakt aufnehmen. Die offizielle Bezeichnung lautet analog zur Abkürzung "internationale Polizeivereinigung". Hier werden mir Kollegen helfen, geeignete Übernachtungsmöglichkeiten oder wenn nötig auch technische Hilfe zu finden", setzten Bennett und Gerhard Kamps auf die "Flics". Am Abend erreichte das Duo Thionville, wo in einer Jugendherberge übernachtet wurde.
 
100 Kilometer
Zielort
Thionville
5. Tourtag: Von Thionville bis Toul So. 3. Oktober
Die rund 80 Kilometer wurden zur Strapaze, da es andauernd rauf und runter ging. Als am Abend keine Bleibe für die Nacht gefunden werden konnte, wurde neben einem Maisfeld das Zelt aufgeschlagen. "Das ging alles prima und die Nacht war richtig gut"; kommentierte Gerhard Kamps die erste  Übernachtung im Zelt. 80 Kilometer
Zielort Toul
6. Tourtag: Von Toul bis Neus Chateau -Wildschweinbesuch" Mo. 4. Oktober
Die Tagesetappe von rund 100 Kilometern war wieder sehr anstrengend, "schon haarig zu nennen", meinet Gerhard Kamps. Die Berge schlauchten ganz schön und eine Übernachtungsmöglichkeit gab es auch nicht. Also musste wieder das Zelt herhalten. Diesmal wurde es in einer Waldlichtung aufgestellt. In der Nacht war sich Bennett Kamps sicher, Grunzgeräusche in unmittelbarer Nähe gehört zu haben. Waren Wildschweine neugierig auf die Zweibeiner geworden? 100 Kilometer
Zielort Neus Chateau
7. Tourtag: Neus Chateau in Richtung Dijon Di. 5. Oktober
Bei ständigem Gegenwind kam das Zweirad-Duo erstaunlich gut voran, obwohl es erneut viele Höhen zu bewältigen galt.

Die Fahr verlief sehr gut und auch die Suche nach einer Bleibe für die Nacht war von Erfolg gekrönt. In einem "CRI-Haus",  einer größeren Jugendherberge mit internationalem Flair ähnelnd, gab es die Schlafstatt für 17 Euro pro Person inklusive Frühstück.

120 Kilometer
Zielort Dijon
8. Tourtag: Zwangspause durch Dauerregen Mi. 6. Oktober
Ruhetag
9. Tourtag: Von Dijon nach Lyon - Tour-Halbzeit Do. 7. Oktober
Es war eine sehr angenehme Flachetappe, bei der es gut voran ging. Ein ständig gutes Alpenpanorama vor Augen sorgte für weitere Motivation. Der Tag endete auch prima. Auf einem Bauernhof in Sichtweite von Lyon gab es ein gutes Zimmer und am Morgen ein prima Omelett von der sehr netten Familie zum Frühstück.

Das Fazit nach zur Tour-Halbzeit fiel positiv aus: "Wir sind ohne Komplikationen und ohne fremde Hilfe gut voran gekommen, haben keinerlei Druck und unseren Rhythmus gefunden", befand ein sehr zufriedener Gerhard Kamps.

125 Kilometer
Ziel Lyon
10. Tourtag: Von Lyon nach Vienne Fr. 8. Oktober

Ein Sturz war am Ende dieser Etappe beim Senior im Dunkeln angesagt, blieb aber zum Glück ohne Folgen. Folgen hatte die überfüllte Jugendherberge (Jugendliche Skiurlauber): Ein Ehepaar lud das radelnde Paar aus Duisburg auf ihren umgestalteten Bauernhof. Das Gästezimmer und die prima Bewirtung kam beim Rad-Duo bestens an. Neue Freundschaften wurde so besiegelt.

131 Kilometer
Ziel Vienne

11. Tourtag: Von Vienn nach Visan Sa. 9. Oktober
Die Etappe war durchwachsen, ohne größere Beeinträchtigungen aber auch ohne Übernachtungsmöglichkeit. Was blieb war das freie Campieren. 100 Kilometer
Ziel Visan
12. Tourtag:  Auf ebener Strecke nach Montpellier So. 10. Oktober
Es war die bislang angenehmste Etappe. Auf der Flachetappe ging es zügig voran, wurde ohne Probleme Montpellier erreicht. 150 Kilometer
Ziel Montpellier
13. Tourtag: Hotelübernachtung in Narbonne Mo. 11. Oktober
Da es keine Übernachtungsmöglichkeiten nach einer problemlosen Strecke gab, wurde die Gendarmerie um Hilfe gebeten. Übernachten war aber lediglich in einem Ibis-Hotel möglich. 100 Kilometer
Ziel Narbonne
14. Tourtag: Der spanischen Grenze entgegen Di. 12. Oktober
Bei herrlichem Sonnenschein ging es der spanischen Grenze entgegen. Von Narbonne ging es rund 94 Kilometer nach Argeles sur Mer. "Endlich konnten wir auch das Meer sehen und haben am Strand eine lange Pause gemacht", so der Kommentar zur Strecke Ziel Argeles sur Mer
94 Kilometer
15. Tourtag: Serpentinenfahrt an der Küste entlang Mi. 13. Oktober
Von Argeles führte die nächste Etappe nach La Escala.
"Ich habe geglaubt, die Etappe an der Küste wäre flach - Pustekuchen. Es ging die Serpentinen rauf und runter," so Gerhard Kamps überrascht.
Ziel La Escala
104 Kilometer
16. Tourtag: Etappenziel Lloret de Mar konnte nicht überzeugen Do. 14. Oktober
Von Escala ging es in den "wunderschönen" Touristenort Lloret de Mar. Erkenntnis: "Hier ist es einfach so, wie man es sich an einem Urlaubsort eigentlich nicht vorstellen möchte." Ziel
Lloret de Mar
94 Kilometer
17. Tourtag: Dem Tourziel entgegen Fr. 15. Oktober
Die letzte Etappe nach Barcelona war zwar nur 80 Kilometer lang aber schlimm zu fahren. Der Grund: Es ging nur an der stark befahrenen Nationalstraße entlang.
Am Zielort konnte eine Jugendherberge gefunden werden. Und nach ein wenig Erholung geht es am Dienstag mit der Fähre zu den Balearen. Hasta Pronto
Ziel Barcelona
70 Kilometer

1873 Kilometer Stecke bewältigte das Duo aus Duisburg - herzlichen Glückwunsch zur sportlichen Leistung.