Duisburg, 11. Februar 2011 - Der Bürgerverein sieht die sehr umfänglichen Baumfällungen im Bereich Carstanjens Garten in diesem Umfang als nicht gerechtfertigt an.
Begründung BV:
Der alte Baumbestand stört sicherlich das "transparente Entree" zum neuen Berufskolleg. Eine Anzahl von alten, großen Bäumen ist nun mal nicht zu übersehen.
Die neu geplanten "Wiesen und Gräserinseln" werden jedoch sicherlich nicht das ökologische Gleichgewicht zu dem bestehenden, alten Baumbestand im Carstanjensgarten herstellen können.
Auch mit den geplanten "Lichtfächern" ausgehend vom Haus der Wirtschaftsförderung wird es mit dem Altbaumbestand sicherlich Probleme geben. Alte hohe Bäume haben nun mal "den Nachteil" eine gewisse Schattenbildung zu verursachen.
Der Durchgang als Hauptverbindung zu dem ÖPNV wird sicherlich in keiner Weise durch den bestehenden Baumbestand beeinträchtigt. Platzreserven sind örtlich reichlich zu einer entsprechenden Umbauung/Umgehung vorhanden.
Eine Einbindung des bestehenden Altbaumbestandes in eine neue Planung ist ohne große Probleme möglich. Lediglich das Problem, ob man links oder rechts herum einem bestehenden Baum ausweichen muss, muss planerisch erfasst werden. Dieses eher kleine Problem sollte jedoch sicherlich für die verantwortlichen Planer lösbar sein.
In die geplanten "Gräserinseln" werden sich sicherlich zukünftig keine Vögel zum Nisten verirren. Eher dienen derartige Gräserinseln als Tummelplatz für Ratten, wenn auch noch (leider) Unrat von Besuchern hinterlassen wird.
Auch zwischen dem Altbestand der vorhandenen Bäume lassen sich sicherlich "hügelige Spielplatzflächen" einordnen. Auch innerhalb von einem Altbaumbestand lassen sich ferner "vielseitige spielerische Aktivitäten" integrieren.
Eine Fällung des Altbaumbestandes von 11 Bäumen mit Stammumfängen von 80-300 cm, die der Baumschutzsatzung unterliegen, ist auf keinen Fall mit den geplanten neuen Umbaumaßnahmen zu rechtfertigen. Soll mit der Fällung des Altbaumbestandes lediglich ein freies Blickfeld von der Mühlheimer-Straße auf den neuen Baukorpus des Berufskollegs geschaffen werden? haje/büt
Der Bestand (Fotos von Hans-Willi Bütefür)
Blick auf das Haus der Wirtschaft (Mülheimer Straße/Pappenstraße)
Bäume entlang der Pappenstraße
Blick in Richtung Pappentraße
Blick auf die Rückseiten der Häuser an der Memelstraße/Ankerstraße
Naturdenkmal
Umbau der Grünanlage Carstanjens Garten in Duisburg-Neudorf
Begründung der Verwaltung
In Duisburg-Neudorf, zwischen Mülheimer Straße, Pappenstraße, Bismarckstraße und Memelstraße, entsteht aktuell das neue Berufskolleg Mitte. Die Architektur ist geprägt durch zwei Baukörper, die durch gläserne Brücken verbunden sind und eine lichtdurchflutete Magistrale bilden. Diese ist zentraler Treffpunkt und mündet am Haupteingang im Norden an der Grünanlage „Carstanjens Garten“. Hieraus entwickelt sich das enorme Potential der städtischen Grünanlage als verbindender moderner Quartiersplatz.
Im Jahr 1951 als Grünanlage mit Kinderspielplatz ausgewiesen, stellt sie aktuell eine unauffällige Anlage dar. Sie bildet den räumlichen Übergang zur Mülheimer Straße.
Die Bestandsanalyse, die auf die neue städtebauliche Situation hin ausgerichtet wurde, beinhaltet:
a) die Neuordnung der Fläche unter Berücksichtigung des erhaltenswerten Baumbestandes und
b) die konsequente Öffnung des „Carstanjens Garten“ als Quartiersplatz zur Vernetzung und Einbindung des Haus der Wirtschaftsförderung, des Berufskollegs und der zugeordneten Grünachse.
So entsteht ein transparentes Entree mit Charakter, hohem Wiedererkennungswert und hoher Aufenthaltsqualität als Treffpunkt und Spielplatz.
Der „Carstanjens Garten” bindet zudem den im Zusammenhang mit dem Berufskolleg geplanten und finanzierten neuen Grünzug entlang der Pappenstraße bis zur Bismarckstraße an und ergänzt somit die innerstädtische Vernetzung der Grünanlagen zum Tectrum. Der Park bietet nicht nur der in der Nähe wohnenden Bevölkerung, sondern auch den Beschäftigten der in der Nachbarschaft angesiedelten Büros bzw. Verwaltungen und nicht zuletzt den Schülern und dem Lehrpersonal Möglichkeiten für kurzfristige Erholung.
Locker angeordnete Aktionsfelder in Form von Wiesen- und Gräserinseln und einem zentralen Bewegungsfeld strukturieren höhenabgestuft die Fläche. Lichtbänder, ausgehend vom Haus der Wirtschaftsförderung, spannen sich in „Lichtfächern“ über den Platz, zeichnen Bewegungslinien auf der Platzfläche und geben Anknüpfungspunkte zur Umgebung (Gebäude, Eingänge, Haltepunkte ÖPNV). Der zentrale Durchgang als Hauptverbindung vom ÖPNV an der Mülheimer Straße zum Berufskolleg mit offenem weitläufigen Eingangsbereich lässt Raum für die schnelle Anbindung an die Umgebung und führt auf den inneren Platz, dessen lange Bänke sich an den Laufachsen im Durchgangsbereich orientieren.
Die Aktionsfelder innerhalb der farbigen Multifunktionsfläche zwischen den Gräserinseln betten sich als bunte hügelige Spielplatzfläche ein und lassen, ergänzt durch einzelne Spielpunkte, der Phantasie freien Lauf für vielseitige spielerische Aktivitäten. Für die Umsetzung der Planung ist es erforderlich, 11 Bäume mit Stammumfängen von 80 -300 cm, die der Baumschutzsatzung unterliegen, zu entfernen.
Als Ersatz werden im neuen Grünzug „Carstanjens Garten“ insgesamt 40 Bäume neu gepflanzt.
Finanzielle Auswirkungen
Die Grünanlage ist in ihrem jetzigen Zustand nicht geeignet, den zu erwartenden, alltäglichen Nutzerdruck von ca. 2600 Schülern, der im Wesentlichen vom ÖPNV an der Mülheimer Straße ausgeht, verkehrssicher aufzunehmen und einen barrierefreien Zugang zum neuen Berufskolleg zu gewährleisten. Dementsprechend erfüllt der vorgesehene Umbau die Voraussetzungen nach § 82 GO NRW.